Die Macht ist sicher nicht der einzige Faktor, aber er war mir neu und ich glaube schon, dass er Einfluss auf diese Entscheidungen in der Schule hat.
Was du ansprichst ist der Unterschied zwischen Wissensvermittlung und Bildung, oder? Und da gebe ich dir Recht: Bildung kann kein Smartphone leisten. Wissensvermittlung schon. Und leider geht es in der Schule immer noch (oder wieder vermehrt?) um Wissensvermittlung statt um Bildung. Wenn das schon so ist, dann ist es auch allerhöchste Eisenbahn, dass die Kinder genau in dem Kontext anfangen, mit dem umzugehen, was sie außerhalb der Schule auch zur Verfügung haben. Es geht ja auch nicht darum, Wikipedia-Wissen gegen das Fakten-Wissen eines Lehrers auszuspielen. Meiner Meinung nach geht es überhaupt nicht um Fakten-Wissen. Ich hätte mit dem Ende der 13. Klasse fachlich locker Mathe und Physik am Gymnasium unterrichten können, ein guter Lehrer wäre ich deswegen noch lange nicht gewesen. Mir hat die universitäre Bildung noch gefehlt. Damit meine ich nicht das Fachwissen, welches ich an der Uni gelernt habe, das spielt nämlich in der Schule keine Rolle. Und ich habe die Lehrer geschätzt, die versucht haben, mir trotz ihrer eigenen Wissenslücken ein Gefühl für den Stoff zu vermitteln, mich zu begeistern und neugierig zu machen. Denen es wichtig war, Fakten zu bewerten, einzuordnen, im Kontext zu verstehen etc.

Du schreibst ja, dass man – würde man mit Tablets etc. arbeiten – viel Zeit für die Einordnung, Bewertung und Relativierung des Wissens benötigen würden. Genau so ist es. Aber genau das ist doch eine wesentliche Kompetenz, die die Kinder in der Schule vermittelt bekommen sollten, oder?