Würde durch Demut

Ich bin jetzt mal so dreist und kopiere nahezu 1:1 einen Beitrag von Gerd. Er verweist auf die Rede des Schriftstellers Navid Kermani zur Feierstunde „65 Jahre Grundgesetz“. Gerd ist darin eine Passage aufgefallen, die auch ich ziemlich bemerkens- und erwähnenswert finde. Es geht darin um Willy Brandts Kniefall von Warschau:

Dies ist noch merkwürdiger als das Paradox mit dem das Grundgesetz beginnt und wohl beispiellos in der Geschichte der Völker: Dieser Staat hat Würde durch einen Akt der Demut erlangt. Wird nicht das Heroische gewöhnlich mit Stärke assoziiert? Mit Männlichkeit und also auch physischer Kraft? Und am allermeisten mit Stolz?
Hier jedoch hat einer Größe gezeigt, indem er seinen Stolz unterdrückte und Schuld auf sich nahm. Noch dazu Schuld, für die er persönlich als Gegner Hitlers und Exilant am wenigsten verantwortlich war. Hier hat einer seine Ehre bewiesen, indem er sich öffentlich schämte. Hier hat einer seinen Patriotismus so verstanden, dass er vor den Opfern Deutschlands auf die Knie ging.

Falls du die durchaus kontrovers diskutierte Rede Kermanis noch nicht angehört hast solltest du das dringend nachholen:

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