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Handy-History (Teil 2)

Vor fast acht Jahren habe ich zum ersten uns bisher letzten Mal eine Übersicht meiner bis dahin verwendeten Handys und Smartphones erstellt. Anlass war das damals brandneue HTC Desire HD. Ein wirklich sensationelles Gerät. Ich weiß noch gut, wie ich darauf gewartet habe, dass endlich ein Android-Smartphone mit diesem Formfaktor auf den Markt kommt. Und bei meinem Gedächtnis will das etwas heißen.

Es wird Zeit, diese Liste fortzuführen und einen groben Überblick der Geräte zu erstellen, die in meiner Hosentasche dem HTC Desire HD nachgefolgt sind. Durch das Desire HD bin ich ein kleiner HTC-Fan geworden, auch wenn ich seither kein HTC-Gerät mehr besessen habe. Der Grund: 2008 kam Google mit seiner Nexus-Serie auf den Markt. Das erste Modell, das Nexus One, wurde von HTC gebaut, und damit war ich auf der Nexus-Spur. Ich fand die Idee sympatisch, Geräte mit „reinem Android“ zu vertreiben und war dann ab dem Nexus 4 mit dabei.

März 2013: Nexus 4

Google hatte nach Erscheinen Ende Oktober 2012 massive (und seitdem legedäre) Lieferschwierigkeiten mit dem Nexus 4. Es hat bis März 2013 gedauert, bis ich meines endlich hatte. Es war die größere 16GB-Version. Was mir von Anfang an an der Nexus-Reihe gefiel war die Schlichtheit der Geräte: Kein Logo auf der Fronseite. Kein Home-Button, wie er bei Samsung und Apple lange üblich war und teils noch üblich ist. Konnte ich nie leiden, flexibel belegbare Softbuttons, die verschwinden und Platz für andere Inhalte machen konnten schienen mir schon immer die sinnvollere Wahl. Weniger schlicht war die glizernde Glas-Rückseite. Sah schon sehr schick aus, war aber etwas rutschig, was aber der gummierte Rahmen aber einigermaßen wett gemacht hat. Es gab damals noch kein Wort für das, was heute „Screen-to-Body-Ratio“ genannt wird, aber schaut man sich das Nexus 4 an war es in diesem Punkt seiner Zeit weit voraus. Gefertigt wurde das Gerät von LG, wie auch die nächsten Geräte der Nexus-Serie. Darauf komme ich weiter ungen noch zu sprechen. Mein Nexus 4 hatte ich ca. zweieinhalb Jahre, es wurde dann familienintern weitergereicht.

November 2015: Nexus 5

Im Herbst 2015 ist bei mir der Nachfolger aufgeschlagen, das Nexus 5, und zwar in der schicken weißen 32GB-Variante. Es war in technischer Hinsicht ein logischer Nachfolger des Nexus 4. Das Gerät war mir anfangs definitv zu teuer, aber über eine Angebotsaktion eines großen Elektronikhauses kam ich bei einer „Kaufe zwei für den Preis von einem“-Aktion einigermaßen erschwinglich an das Gerät. Besser gesagt an zwei davon. Allerdings war das dann schon ca. 2 Jahre nach Erscheinungsdatum. Bis heute finde ich das Nexus 5 optisch nicht nur das gelungenste aus der Nexus-Reihe, sondern auch im Vergleich mit heutigen Geräten immer noch sehr ansehlich. Leider hat eines der beiden von uns verwendeten recht schnell den Geist aufgegeben, und aufgrund der besonderen Kaufsituation konnte kein Ersatz beschafft, sondern nur der Zeitwert erstattet werden. Naja, das andere läuft dafür heute noch recht problemlos, wenn auch nicht bei mir. Ein tolles Gerät, bei dem sehr viel richtig gemacht wurde.

Mai 2016: Nexus 5X

Im Mai 2016 fragte mich ein Freund, was ich für ein Handy kaufen würde, wenn ich jetzt eines bräuchte. „Das Nexus 5X“ war die sponate und ehrliche Antwort. Oder mein gebrauchtes Nexus 5 kaufen, meinte ich so halb im Spaß. Am nächsten Morgen schrieb er mir, dass er meines nehmen würde, und so war ich unter Zugzwang… Ich habe mich auf Ebay umgesehen und ein nagelneues Nexus 5X in gewünschter Farbe („ice blue“) gekauft. Geliefert wurde es in einem Päckchen, das heute noch der ganzen Familie in Erinnerung ist. Da war ein schon recht alter Mensch offensichtlich sehr dankbar, etwas losbekommen zu haben, womit er nichts anfangen konnte. Das Gerät war originalverpackt, außerdem in Geschenkpapier eingewickelt, es lagen Pralinen und eine Art Dankesbrief bei.

Das Gerät war wieder etwas gewachsen, die Optik auf der Vorderseite hatte sich wenig verändert, die Rückseite schon: Erstmals gab es in der Nexus-Reihe einen Fingerabdruck-Sensor, außerdem hat man die Asymmetrie der Rückseite aufgegeben. Auch aufgegeben hat man die drahtlose QI-Lademöglichkeit, den Grund habe ich nie verstanden.

Alles Nexus-Geräte, die ich hatte, wurden von LG hergestellt, und alle hatten ihre technischen Probleme: Das Nexus 4 mussten in seiner Laufzeit einmal von Google ausgetauscht werden, eines unserer Nexus 5-Geräte ging recht schnell kaputt, und das Nexus 5X wurde sogar zweimal von Google getauscht und hat jetzt – Ende März 2018 – leider außerhalb der Garantizeit dann endgültig seinen Geist aufgegeben. Google verhält sich beim Austausch vorbildlich, das muss man sagen, trotzdem ist das eine deutlich zu hohe Quote, die aber wohl eher dem Hersteller LG anzulasten ist. Was beim 5x auffällig war: Zweimal ging das Gerät beim ersten Anstecken am Original-Ladegerät im Ausland kaputt, einmal in Frankreich, einmal in Tschechien. Irgendwie irritierend.

März 2018: OnePlus 5T

Nach dem spontanen Ausfall meines Nexus 5X mussten schnell Ersatz her, es war wenig Zeit und Muse für eine ausführliche Suche. Schnell ist immer schlecht bei solchen Dingen. Von Anfang an beobachte ich die Smartphones der Firma OnePlus und hege eine gewisse Sympathie für deren Hardware. Gestört hat mich tatsächlich bei den dirketen Vorgängermodellen der Button auf der Fronseite, aber genau der war zum ersten Mal beim Modell 5T verschwunden und dafür das Display gewachsen. Grünes Licht.

Das Problem: Vom aktuellen Gerät – dem Oneplus 5T – waren kaum mehr welche zu bekommen. Bei Amazon komplett ausverkauft, auch bei anderen Händlern, nur noch über ihre eigene Webseite war die große Version mit 128GB Speicher und 8GB Ram noch zu haben. Also hurtig bestellt, und ich muss sagen, das Ding ist schon wirklich nicht übel. Unglaublich schnell, unglaublich lange Akkulaufzeit (noch nie nicht durch den Tag gekommen, auch bei sehr intensiver Nutzung), gutes Display, ziemlich gute Kamera, ziemlich unverbautes Android. OK, das Design haut mich nicht um, es fehlt einfach das besondere Etwas, was die Nexus-Geräte in meinen Augen immer hatten. Richtig hässlich ist es aber auch nicht. Ich denke, wir könnten Freunde werden.

Radikale Reformation

Heute ist ja großes Reformationsjubiläum: Es jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen hat. So jedenfalls die Überlieferung.

In diesem groß angelegten Jubiläumsjahr hat auch Jens Stangenberg – Pastor, Webdesigner und Autor – etwas Großes angelegt. Seit Januar und Stand heute hat er 40 Episoden eines Podcast veröffentlicht, den ich jedem theologisch Interessierten unbedingt ans Herz legen möchte: „Radikale Reformation“ nennt er sich und beschäftigt sich mit der auch als „linker Flügel der Reformation“ bezeichneten und recht heterogenen Bewegung.

Jens schreibt über dieses Projekt:

500 Jahre Reformation. Ein guter Anlass, um sich die Ereignisse, Themen und Personen aus der Reformationszeit in Erinnerung zu rufen. In diesem Podcast erläutert Jens Stangenberg, wie insbesondere der sogenannte “Linke Flügel der Reformation” oder die “Radikale Reformation” von besonderem Interesse ist. Schon damals wurde intensiv reflektiert, warum vorwiegend die Lehre erneuert wurde. Weshalb aber wirkten sich diese Erkenntnisse so wenig auf die soziale Gestalt von “Kirche” und die Formung der Gesellschaft aus? Ist die Reformation “steckengeblieben”?

Im Verlauf der einzelnen Episoden werden “Schwärmer”, Spiritualisten, Antitrinitarier und das Täufertum behandelt. Anhand von biographischen Skizzen in Kombination mit thematischen Linien ergibt sich daraus ein differenzierteres Bild der Reformationsdynamik.

Jens Stangenberg ist davon überzeugt, dass sich aus dem Studium der historischen Kontroversen eine Fülle von Anregungen ergeben, die für die heutige Gestalt von christlichen Gemeinschaften in einer säkular-multireligiösen Gesellschaft von Bedeutung sind.

Ich kenne Jens jetzt seit ca. 10 Jahren aus dem Netzwerk Emergent Deutschland und schätze seine scharfsinnige, kreative und dennoch strukturierte Art zu denken sehr. Und eben auch dieses ausgewachsene Podcast-Projekt. Daher dringende Nachhörempfehlung: http://www.radikale-reformation.de/

Mechanische Fourier-Transformation

Wenn man unschuldige Passanten auf der Straße danach fragen würde, was wohl eine Fouriertransformation ist, dann würde man vermutlich von dem einen oder anderen für einen esoterischen Spinner gehalten werden. Dabei wäre den Leuten nicht klar, dass beim Hören der Frage in ihrem Ohr genau eine solche Fouriertransformation stattgefunden hat: Der Schall, der auf ihr Ohr getroffen ist, bestand aus einer Überlagerung von vielen Sinus-Schwingungen, die sich in der Luft als Druckschwankungen ausgebreitet haben und schließlich auf’s Ohr getroffen sind. Was wir aber wahrnehmen ist nicht die Überlagerung von Sinusschwingungen, sondern Töne. Spielt man auf dem Klavier z.B. einen normalen Dreiklang mit unterschiedlich lauten Tönen (und vereinfacht jetzt mal ganz gewaltig), dann sendet das Klavier (auf einer Zeitachse betrachtet) gleichzeitig drei Sinusschwingungen unterschiedlicher Amplitude aus. Was wir hören sind aber drei unterschiedlich laute Töne, also Frequenzen. Und tataaa: Die drei gewichteten Frequenzen sind die Fouriertransformation (in dieser Richtung würde man es „Fourier-Analyse“ nennen) der zeitlichen sinusförmigen Dichteschwankungen der Luft.

Das Ohr kann das also, nahezu in Echtzeit fouriertransformieren. Computer können das auch, üblicherweise verwenden sie die sog. FFT, die „Schnelle Fouriertransformation“. Ohne diese Methodik wären viele simplen technischen Dinge des normalen Alltagslebens nicht möglich.

Ich arbeite seit Jahren mit Magnetresonanztomographie (MRT) und habe immer noch Schwierigkeiten, das Wort schnell und fehlerlos zu schreiben somit viel mit Fouriertransformation zu tun, denn in der MRT werden nimmt man seine Bilder nicht einfach Pixel für Pixel auf, so wie das z.B. eine Digitalkamera tut, sondern man nimmt die Daten im fouriertransformierten Raum des normalen Bildraums auf. Bisher war mir jedoch nicht klar, dass man eine Fouriertransformation auch mit relativ überschaubaren mechanischen Apparaten erzeugen kann. Bill Hammack, der fast schon legendäre EngineerGuy, hat da etwas sehr interessantes ausgegraben: Eine 100 Jahre alte Maschine, die sowohl einen Fourier-Synthese, als auch eine Fourier-Analyse durchführen kann. Natürlich nicht so präzise und schnell wie ein heutiger Rechner, aber dennoch erstaunlich gut. Und wenn du nicht das dicke Buch von Albert Michelson „Harmonic Analyzer“ zu der Maschine durchlesen willst (hier als PDF), dann empfehle ich dir die folgenden drei unterhaltsamen Videos. 15 Minuten Zeit sollten über die Feiertage schon mal drin sein für ein bisschen mathematische Grundbildung:

Die logarithmische Welt

Ich muss unbedingt ein uraltes (ok, so alt wie ich…) Video empfehlen:

Das Video fasziniert mich zum einen, weil ich es wirklich schick gemacht finde, wenn man bedenkt, mit welchen technischen (Un-)Möglichkeiten es entstanden ist. Zum anderen hat es mich an ein Web-Projekt von mir aus dem Jahr 1999 (grob geschätzt…) erinnert, in dem ich genau diese Idee umgesetzt hatte, natürlich viel, viel lausiger. Das waren so meine ersten verspielten Schritte mit Javascript damals: Ein Zoom durch die Zehnerpotenzen von der subatomaren Ebene hin bis zu den Galaxien. Leider ist das Teil nicht in der Wayback-Machine des Internet Archives zu finden, zu dem ich hier schon einmal etwas geschrieben hatte.

Cross Country: Ein alter Hut

War heute mit dem Mountainbike eine Runde in den Wäldern Südtirols unterwegs. Irgendwie dachte ich, dass das ein relativ junger Sport ist, den ich da betreibe, aber dieses Video eines Cross-Country-Rennens von 1920 beweist das Gegenteil:


via http://overnighter.de/2014/06/video-nicht-neu-cross-country-cycling/

Das Internet-Archive

Leute, die im großen Stil Daten aus dem Internet ziehen, durchsuchen und gar noch archivieren haben im Moment wenig Freunde. Allerdings gibt es diese Sorte Menschen auch in gut, zu ihnen gehören Betreiber des Internet Archive:

Das Internet Archive in San Francisco ist ein gemeinnütziges Projekt, das 1996 von Brewster Kahle gegründet wurde. Es hat sich die Langzeitarchivierung digitaler Daten in frei zugänglicher Form zur Aufgabe gemacht.

Es speichert Momentaufnahmen von Webseiten, Usenet-Beiträgen, Filmen, Fernsehen, Tonaufnahmen (einschließlich von Live-Konzerten), Büchern und Software. Ein Spiegelserver der Daten von San Francisco befindet sich in der Bibliotheca Alexandrina. Im Oktober 2012 erreichte die Sammlung eine Größe von 10 Petabyte.

Quelle: Wikipedia

Der große Unterschied zu dem, was Geheimdienste so treiben ist der, dass das Internet Archive natürlich nur offen zugängliche Quellen archiviert. Es lohnt sich, das folgende 13-minütige Video einmal anzusehen, um einen Eindruck davon zu bekommen, was diese Leute leisten und wie wichtig ihre Arbeit ist:

Ich finde es auch extrem spannend, selbst mal in der Wayback-Machine zu blättern und sich vielleicht die eine oder andere Webseite anzusehen, die man selbst schon auf den Weg geschickt und längst wieder eingestampft hat: http://archive.org/web/web.php

Patent auf den Gewinn von Patentstreitigkeiten

Viele Leute werden sich heute freuen und Genugtuung empfinden über die Strafe, die Samsung jetzt an Apple zahlen muss. Eine Milliarde Dollar. Aber das ist ja auch richtig so, Ideen klauen, das geht einfach nicht. Oder wie Apple-CEO Tim Cook es heute ausdrückte:

The jury has now spoken. We applaud them for finding Samsung’s behavior willful and for sending a loud and clear message that stealing isn’t right. (…) Today, values have won and I hope the whole world listens.

via 9to5mac.com

Rein rechtlich mag das alles so seine Richtigkeit haben, ob das alles gerade richtig läuft ist eine ganz andere Frage (von der Scheinheiligkeit hinter diesen Aussagen mal ganz zu schweigen). Deshalb empfehle ich, 10 Minuten in das folgende Video und dann noch mal mindestens 10 Minuten in das eigenen Nachdenken zu investieren. „Embrace the Remix“:

Und jetzt mein Pro-Tipp an Apple: Lasst euch doch einfach den Gewinn von Patentstreitigkeiten patentieren. Das wäre die Zwickmühle schlechthin und ihr seid in jedem Fall Gewinner.

U, S und A

Dass eine Billion in den USA etwas anderes ist als eine Billon bei uns hatte ich neulich bereits erwähnt. Es gibt aber noch mehr Unterschiede im Bezug auf Zahlen, wie diese Grafik (aus mir unbekannter Quelle) erschreckend schön zeigt:

Das führt schon mal zu Verständigungsschwierigkeiten auch jenseits von Sprachunterschieden.

Das folgende Video zeigt auch Verständigungsschwierigkeiten zwischen den USA und einem anderen Land. Hat aber nichts mit Zahlen zu tun. Jednefalls nichts mit „den Zahlen“, sondern eher mit „dem Zahlen“.

Differential-Didaktik

Dieses Video braucht ziemlich lange, um die Funktionsweise eines Differentialgetriebes zu erklären (wenn du nie Lego Technic gebaut und keine Ahnung hast, was ein Differentialgetriebe ist, dann pass in den ersten Minuten gut auf!). Dafür macht es das so, dass man es wirklich auch verstehen kann. Eine Meisterleistung!