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WM-Tippspiel: Menschenen vs. Algorithmen

Zur diesjährigen Fußball-WM habe ich mich mal wieder breit schlagen lassen, an einem Tippspiel teilzunehmen. 41 Leute sind dabei, also schon eine ordentliche Runde. Tippspiele habe ich früher ab und zu mitgemacht und es dann aber wieder sein lassen, weil ich sie zunehmend für ziemlichen Blödsinn halte. Warum? Das versuche ich zum einen in diesem Artikel etwas auszuführen, und zum anderen mit einem kleinen Experiment während dieser Weltmeisterschaft zu demonstrieren. Das Experiment läuft parallel zur WM, und die ersten Ergebnisse untermauern meine Blödsinn-These. Auf geht’s.

1. Der Durchschnitts-Tipp

Alle MitspielerInnen eines Tippspiels haben im Wesentlichen die gleichen Informationen und sind dazu in ihrer Meinung geprägt von dem gleichen Pool an Meinungsmachern. Expertenmeinungen sind vor Spielen ja oft ziemlich ähnlich. Entsprechend wird auch die Mehrzahl der Leute tippen: Dem Trend folgend, plus minus statisch verteilte Bauchgefühl-Abweichungen. Tippt man nun wie der plausible Durschschnitt, dann landet man zwangsläufig im Durchschnitt, also in der Mitte der Tabelle.

Erfahrungsgemäß setzen sich trotzdem einzelne Leute von eben diesem Durschschnitt ab, und zwar sowohl nach hinten als auch nach vorne. Das kann zwei Gründe haben: Entweder jemand hat so unglaublich viel Ahnung und kann mehrfach Ergebnisse wie das 1:1 von Argentinien gegen Island und auch noch das von Brasilien gegen die Schweiz voraussehen (der „Experten-Abweichler“), oder jemand hat einfach überhaupt keine Ahnung und weicht deshalb von der durchschnittlichen Meinung ab (der „Deppen-Abweichler“). In jedem Fall braucht man ein exotisches Tippverhalten, um nicht im breiten Mittelfeld der Tipprunde zu landen.

Jetzt ist es allerdings keinesfalls so, dass die Experten-Abweichler immer vorne und die Deppen-Abweichler immer hinten in der Tipptabelle landen würden. Beide Gruppen landen mit ähnlicher Wahrscheinlichkeit entweder deppenhaft relativ weit hinten, oder (was deutlich unwahrscheinlicher ist) expertenhaft ganz vorne. Es wird da schon einen statistischen Unterschied geben, meine Behauptung ist aber, dass der nicht besonders groß ist.

Diskussionen zwischen Mitspielenden während eines Turniers liefern dagegen ein anderes Bild: Liegt jemand ganz hinten wird er ob seiner aberwitzigen Tipps ausgelacht. Liegt er dagegen ganz vorne zollt man ihm für seine unfassbar fachkundigen Tipps Respekt, Nicht immer, aber doch recht oft wird mit Glück mit Kompetenz und Pech mit Unvermögen verwechselt.

2. Wunschdenken vs. Wahrscheinlichkeit

Ein zweiter Grund dafür, dass ein Tippspiel eigentlich Blödsinn ist liegt in der schlichten Frage, wie man eigentlich tippen soll. Es gibt da verschiedene Konzepte: Soll man so tippen, wie man das Spiel realistisch einschätzt, oder so, wie man sich ein Ergebnis gerne wünscht? Oder einfach nach den Wettquoten? Oder tippt man absichtlich vom Mainstream abweichende Ergebnisse, um sich vielleicht mit einem Glücksgriff vom Durchschnitt absetzen zu können? Oft geht das auch durcheinander. Nehmen wir das Spiel Deutschland vs. Mexiko: Bei allen anderen Spielen mit Favoriten gab es immer Mitspieler, die gegen den Trend getippt haben, sei es nun aus Überzeugung oder schlicht in der Hoffnung, mit einer abweichenden Meinung zufällig alleine Punkte machen zu können. Bei diesem Spiel gab es keinen einzigen Abweichler. Ausnahmslos alle haben auf einen Sieg Deutschlands getippt. Bei dem Spiel Brasilien vs. Schweiz dagegen gab es immerhin drei SpielerInnen, die das Unentschieden „vorhergesehen“ haben und sogar zwei SpielerInnen, die auf einen Sieg der Eidgenossen tippten. Ganz ehrlich, dafür gibt es keine fussballerischen Gründe. Das ist ein Bias, der immer auf den Tipps liegt und der deutlich macht, wie wenig es letztendlich um fussballerische Kompetenz geht.

3. Live: Kognitive Dissonanz

Das ganze setzt sich fort, wenn man ein Fußballspiel live verfolgt: Spielt eine Mannschft, ein Underdog, unerwartet gut mutig, presst hoch, spiel mit offenem Visier gegen einen Favoriten, so ist man geneigt, dieser Mannschaft im Lauf des Spiels auch Erfolg zu wünschen. Schaut man dann aber auf seinen eigenen, eigentlich plausiblen, Tipp, so ist die „kognitive Dissonanz“ schon vorprogrammiert.

Das Experiment

Aus den oben beschriebenen Gründen mag ich also keine Tippspiele und habe vor einigen Jahren beschlossen, nicht mehr mitzuspielen, Und falls doch dann nur mit einem Experiment, und zwar genau mit diesem: Ich spiele mit mehreren Accounts. Einer davon bin einfach ich, die anderen funktionieren nach recht einfachen Mustern und sind sozusagen Bot-Accounts, schlichte Algorithmus-Accounts. Das Experiment besteht nun darin zu schauen, wo diese Bot-Accounts am Ende in der Tabelle landen. Dazu ist ein Tippspiel mit 41 TeilnehmerInnen ein ganz brauchbares Experimentierfeld. Aufgrund von Zeitnot habe ich das Experiment diesmal nur mit drei verschiedenen Accounts laufen lassen:

1. Einfach ich

Der erste Account ist mein echter, mit dem spiele ich wirklich. Mit all den oben beschriebenen menschlichen Einschränkungen. Ich bin jetzt nicht der Super-Fußballprofi, aber ganz blank bin ich auch nicht. Immerhin habe ich mich im Vorfeld dieser WM tatsächlich kurz mit allen Teams auseinander gesetzt, ein paar Sachen gelesen und gehört und versucht, das in plausible Tipps einzuarbeiten. Mit diesem persönlichen Account stehe ich aktuell auf Platz 35 von 41. Erfolg sieht anders aus. Und ich glaube (ganz selbstbewusst) einfach nicht, dass wirklich 34 MitspielerInnen mehr Plan haben als ich. Wobei, ausgeschlossen ist das auch nicht. Aber: An dieser Stelle kommen die anderen beiden Accounts ins Spiel.

3. Der 2:1-Bot

Dieser Tipp-Bot ist ein schlichtes Gemüt. Er hat irgendwann einmal gehört, dass das wahrscheinlichste Ergbnis im Fußball ein 2:1 ist. Und so tippt er einfach immer ein 2:1 für die Mannschaft, die bei den Buchmachern vorne liegt. Fertig. Mit diesem Account stehe ich auf Platz 5 von 41 in unserer Tipp-Tabelle. Wow, sooo viel fussballerische Kompetenz!

3. Der Quoten-Bot

Der Quoten-Bot ist etwas schlauer als der schlichte 2:1-Bot. Er orientiert sich nicht einfach an den Wettquoten und tippt 2:1, sondern er versucht, aus den Wettquoten Ergebnisse zu „berechnen“. Wenn dich die einzelnen Schritte nicht interessieren kannst du sie gerne überspringen, ich erkläre sie hier trotzdem kurz. Dabei werden einige Dinge aber nicht im Detail verraten, den Grund nenne ich am Ende des Artikels.

  1. Nimm die Wettquoten und erreche daraus Wahrscheinlichkeiten für Sieg, Unentschieden oder Niederlage. (Das alleine ist schon ein fragwürdiges Unterfangen, aber erst der Anfang einer haarsträubenden Rechnerei).
  2. Ziehe eine Zufallszahl zwischen 0 und 100. Diese entscheidet anhand der in Schritt 1 berechneten Wahrscheinlichkeiten, ob das Spiel als gewonnen, unentschieden oder verloren getippt wird.
  3. Nachdem die Tendenz festliegt muss noch das genaue Ergebnis „errechnet“ werden. Ich habe das so gelöst, dass ich unabhängig voneinander eine Tordifferenz und einen „Tor-Offset“ berechnet habe. Bei einem 3:1 wäre die Tordifferenz +2, der Tor-Offset gleich 1.
    • Den Tor-Offset berechne ich rein statistisch, also unabhängig von von den Wettquoten oder sonstigen Daten. So viel sei verraten: Die Verteilung der Tor-Offsets ist keine Gleichverteilung.
    • Die Tor-Differenz ist etwas komplizierter: Bei einem Tipp, der zufällig der Tendenz in den Wettquoten entspricht gehen in die Berechnung der Tordifferenz die Wettquoten für Sieg und Niederlage mit ein. Wird zufällig gegen den Trend der Wettquoten getippt setze ich die Tordifferenz immer auf 1. Bei einem Unentschieden ist sie (Überraschung!) immer gleich 0.
  4. Über die Berechnung der Halbfinalteilnehmer etc. schweige ich mich hier aus, das bleibt Betriebsgeheimnis.

Mit dieser überaus fragwürdigen Rechnerei erzeugt dieser Quoten-Account Spielergebnisse, mit denen er aktuell immerhin auf Platz 10 von 41 liegt und damit deutlich über meinem „Einfach ich“-Account und auch sonst deutlich im oberen Teil der Tabelle.

Man könnte dieses Tipp-Verhalten natürlich beliebig kompliziert ausbauen. Meine Tipps sind beispielsweise alle statistisch unabhängig, sie basieren allein auf Wett-Quoten (eine lausige Datenbasis), sie werden im Laufe des Turniers nicht angepasst, lassen mathematische Überlegungen von richtigen Fachleuten außer Acht (wie beispielsweise diverse Formeln, die sich auf die Poisson-Verteilung stützen) und so weiter. Und damit kommen wir zum letzten Punkt:

Die Herausforderung

Der bisherige Verlauf der WM und unseres Tippspiels steigert ehrlich gesagt nicht meine Lust und Vorfreude auf weitere Tippspiele. Nur auf ein ganz spezielles Tippspiel hätte ich mal Lust: Ein Tippspiel der Bots, der mathematischen Modelle, der Algorithmen. Jeder Mitspieler denkt sich einen Algorithmus aus, füttert ihn mit einer vorher zu schaffenden gemeinsamen Datenbasis und gibt die Ergebnisse in das Tippspiel ein. Und dann schauen wir mal. Gerne können auch menschliche Mitspieler mitmachen, aber bitte nur richtig kompetente.

Das wird ein Spaß!

Der Glubb is a Depp!

Als Clubfan würde ich mich ja nicht bezeichnen, eher so als Sympathisant. Als Franke irgendwie in dieses elende Schicksal hineingerutscht und nie mehr richtig herausgefunden. In den letzten beiden Jahren hatte ich es fast geschafft, mich emotional von der Achterbahnfahrt „des Ruhmreichen“ zu lösen, und dann kommt dieser mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga um die Ecke. Ich weiß ja nicht. Selten gab es eine 2. Liga, aus der so explizit niemand aufsteigen wollte. Den Eindruck hatte man jedenfalls, wenn man die „Spitzenmannschaften“ in den letzten Monaten beobachtet hat. Sinnbildlich dieser Konter des „Glubbs“ am Ende der Nachspielzeit des entscheidenden Spiels um den Aufstieg: Eine klarere Chance gibt es nicht, zu dritt alleine vor dem Torwart, genug Zeit, alles easy. Trotzdem war uns vor dem Fernseher sofort klar, dass „der Depp“ diesen Konter nicht erfolgreich zu Ende spielen wird. Das Gelächter war dann fast größer als die Freude über den Aufstieg. Ich konnte es nicht lassen, daraus ein GIF zu machen. Irgendwie wird man sich in der nächsten Saison damit trösten müssen, es schon geahnt zu haben:


Quelle: https://gph.is/2FT3Cg0

Mindestens genau so faszinierend wie die Tatsache, dass beide Club-Spieler, die angespielt werden können, deutlich im Abseits stehen ist die Tatsache, dass Sandhausen das Ding auch noch verteidigt hat. Schaut euch mal an, wo dieser Sandhausen-Spieler herkam. Gleich verpflichten!

Der Vollständigkeit halber hier noch der ganze Spielbericht des entscheidenden Spiels gegen Sandhausen. Wie sagt der Kommentator am Ende des Konters so schön? „Und der vergibt ihn!“ Ich sage: „Und wir vergeben ihm!“ Die Szene war immerhin nicht spielentscheidend.

Handy-History (Teil 2)

Vor fast acht Jahren habe ich zum ersten uns bisher letzten Mal eine Übersicht meiner bis dahin verwendeten Handys und Smartphones erstellt. Anlass war das damals brandneue HTC Desire HD. Ein wirklich sensationelles Gerät. Ich weiß noch gut, wie ich darauf gewartet habe, dass endlich ein Android-Smartphone mit diesem Formfaktor auf den Markt kommt. Und bei meinem Gedächtnis will das etwas heißen.

Es wird Zeit, diese Liste fortzuführen und einen groben Überblick der Geräte zu erstellen, die in meiner Hosentasche dem HTC Desire HD nachgefolgt sind. Durch das Desire HD bin ich ein kleiner HTC-Fan geworden, auch wenn ich seither kein HTC-Gerät mehr besessen habe. Der Grund: 2008 kam Google mit seiner Nexus-Serie auf den Markt. Das erste Modell, das Nexus One, wurde von HTC gebaut, und damit war ich auf der Nexus-Spur. Ich fand die Idee sympatisch, Geräte mit „reinem Android“ zu vertreiben und war dann ab dem Nexus 4 mit dabei.

März 2013: Nexus 4

Google hatte nach Erscheinen Ende Oktober 2012 massive (und seitdem legedäre) Lieferschwierigkeiten mit dem Nexus 4. Es hat bis März 2013 gedauert, bis ich meines endlich hatte. Es war die größere 16GB-Version. Was mir von Anfang an an der Nexus-Reihe gefiel war die Schlichtheit der Geräte: Kein Logo auf der Fronseite. Kein Home-Button, wie er bei Samsung und Apple lange üblich war und teils noch üblich ist. Konnte ich nie leiden, flexibel belegbare Softbuttons, die verschwinden und Platz für andere Inhalte machen konnten schienen mir schon immer die sinnvollere Wahl. Weniger schlicht war die glizernde Glas-Rückseite. Sah schon sehr schick aus, war aber etwas rutschig, was aber der gummierte Rahmen aber einigermaßen wett gemacht hat. Es gab damals noch kein Wort für das, was heute „Screen-to-Body-Ratio“ genannt wird, aber schaut man sich das Nexus 4 an war es in diesem Punkt seiner Zeit weit voraus. Gefertigt wurde das Gerät von LG, wie auch die nächsten Geräte der Nexus-Serie. Darauf komme ich weiter ungen noch zu sprechen. Mein Nexus 4 hatte ich ca. zweieinhalb Jahre, es wurde dann familienintern weitergereicht.

November 2015: Nexus 5

Im Herbst 2015 ist bei mir der Nachfolger aufgeschlagen, das Nexus 5, und zwar in der schicken weißen 32GB-Variante. Es war in technischer Hinsicht ein logischer Nachfolger des Nexus 4. Das Gerät war mir anfangs definitv zu teuer, aber über eine Angebotsaktion eines großen Elektronikhauses kam ich bei einer „Kaufe zwei für den Preis von einem“-Aktion einigermaßen erschwinglich an das Gerät. Besser gesagt an zwei davon. Allerdings war das dann schon ca. 2 Jahre nach Erscheinungsdatum. Bis heute finde ich das Nexus 5 optisch nicht nur das gelungenste aus der Nexus-Reihe, sondern auch im Vergleich mit heutigen Geräten immer noch sehr ansehlich. Leider hat eines der beiden von uns verwendeten recht schnell den Geist aufgegeben, und aufgrund der besonderen Kaufsituation konnte kein Ersatz beschafft, sondern nur der Zeitwert erstattet werden. Naja, das andere läuft dafür heute noch recht problemlos, wenn auch nicht bei mir. Ein tolles Gerät, bei dem sehr viel richtig gemacht wurde.

Mai 2016: Nexus 5X

Im Mai 2016 fragte mich ein Freund, was ich für ein Handy kaufen würde, wenn ich jetzt eines bräuchte. „Das Nexus 5X“ war die sponate und ehrliche Antwort. Oder mein gebrauchtes Nexus 5 kaufen, meinte ich so halb im Spaß. Am nächsten Morgen schrieb er mir, dass er meines nehmen würde, und so war ich unter Zugzwang… Ich habe mich auf Ebay umgesehen und ein nagelneues Nexus 5X in gewünschter Farbe („ice blue“) gekauft. Geliefert wurde es in einem Päckchen, das heute noch der ganzen Familie in Erinnerung ist. Da war ein schon recht alter Mensch offensichtlich sehr dankbar, etwas losbekommen zu haben, womit er nichts anfangen konnte. Das Gerät war originalverpackt, außerdem in Geschenkpapier eingewickelt, es lagen Pralinen und eine Art Dankesbrief bei.

Das Gerät war wieder etwas gewachsen, die Optik auf der Vorderseite hatte sich wenig verändert, die Rückseite schon: Erstmals gab es in der Nexus-Reihe einen Fingerabdruck-Sensor, außerdem hat man die Asymmetrie der Rückseite aufgegeben. Auch aufgegeben hat man die drahtlose QI-Lademöglichkeit, den Grund habe ich nie verstanden.

Alles Nexus-Geräte, die ich hatte, wurden von LG hergestellt, und alle hatten ihre technischen Probleme: Das Nexus 4 mussten in seiner Laufzeit einmal von Google ausgetauscht werden, eines unserer Nexus 5-Geräte ging recht schnell kaputt, und das Nexus 5X wurde sogar zweimal von Google getauscht und hat jetzt – Ende März 2018 – leider außerhalb der Garantizeit dann endgültig seinen Geist aufgegeben. Google verhält sich beim Austausch vorbildlich, das muss man sagen, trotzdem ist das eine deutlich zu hohe Quote, die aber wohl eher dem Hersteller LG anzulasten ist. Was beim 5x auffällig war: Zweimal ging das Gerät beim ersten Anstecken am Original-Ladegerät im Ausland kaputt, einmal in Frankreich, einmal in Tschechien. Irgendwie irritierend.

Nachtrag: Google hat das Gerät tatsächlich ein drittes Mal getauscht. Das neue ist jetzt bei der Schwiegermutter (72) im Einsatz. Es ist ihr erster „Wischkästla“…

März 2018: OnePlus 5T

Nach dem spontanen Ausfall meines Nexus 5X mussten schnell Ersatz her, es war wenig Zeit und Muse für eine ausführliche Suche. Schnell ist immer schlecht bei solchen Dingen. Von Anfang an beobachte ich die Smartphones der Firma OnePlus und hege eine gewisse Sympathie für deren Hardware. Gestört hat mich tatsächlich bei den dirketen Vorgängermodellen der Button auf der Fronseite, aber genau der war zum ersten Mal beim Modell 5T verschwunden und dafür das Display gewachsen. Grünes Licht.

Das Problem: Vom aktuellen Gerät – dem Oneplus 5T – waren kaum mehr welche zu bekommen. Bei Amazon komplett ausverkauft, auch bei anderen Händlern, nur noch über ihre eigene Webseite war die große Version mit 128GB Speicher und 8GB Ram noch zu haben. Also hurtig bestellt, und ich muss sagen, das Ding ist schon wirklich nicht übel. Unglaublich schnell, unglaublich lange Akkulaufzeit (noch nie nicht durch den Tag gekommen, auch bei sehr intensiver Nutzung), gutes Display, ziemlich gute Kamera, ziemlich unverbautes Android. OK, das Design haut mich nicht um, es fehlt einfach das besondere Etwas, was die Nexus-Geräte in meinen Augen immer hatten. Richtig hässlich ist es aber auch nicht. Ich denke, wir könnten Freunde werden.

Wie man 2018 gratuliert

Schon wieder ein Geburtstagsstatistik-Post, es geht Schlag auf Schlag. In diesem Jahr gab es eine Überraschung, aber mehr dazu weiter unten. Erst mal die trockene Statistik:

Die Rahmenbedingungen in diesem Jahr: Der Geburtstag lag in den Ferien, allerdings hatte ich einen ganz normalen Arbeitstag, wobei wir diesen mit einem Weißwurstfrühstück in kleiner Runde starteten. Daher gab es deutlich weniger persönliche Glückwünsche im Vergleich zum letzten Jahr, dafür mehr Anrufe und vor allem mehr WhatsApp-Nachrichten. Offensichtlich ist das der bevorzugte Ersatz-Kanal für persönliche Glückwünsche,

Facebook scheint eine Sache für sich. Die Gratulationen auf diesem Kanal nehmen die letzten Jahre ab. Die Freunde, die auf diesem Weg gratulieren sind in der Regel welche, die auf keinen anderen der aktuellen Kanäle ausweichen würden. Sie würden nicht anrufen oder eine Whatsapp schreiben, die meisten davon auch nicht auf einer privaten Feier eingeladen sein. Für diese Art von Bekanntschaft ein guter und einfacher Kanal.

Meine jetzt schon neun Jahre geführte Geburtstagsstatistik treibt ja mitunter auch seltsame Blüten. Im letzten Jahr wurden mir kleine signierte Senf-Portionsbeutel überreicht in der Hoffnung, dass diese hier auftauchen würden. Ich habe die dann aber nur im Text erwähnt. In diesem Jahr habe ich beschlossen, in Zukunft immer die kreativste Gratulationsart in der Statistik mit aufzuführen. Gewonnen hat nicht die Gratulation via Keybase.io, sondern der „Steppenläuferstrauch“: Beim Verlassen des Hauses habe ich ein Gebilde vor dem Haus gefunden, das neben Glückwünschen auch einen Hinweis auf dessen Urheber enthielt. Eine kleine Nachfrage ergab folgendes:

Ihr müsst euch schon ins Zeug legen, um nächstes Jahr den Steppenläuferstrauch zu toppen. Ich bin gespannt.

Arduino-Bastelei: Die smarte(re) Waschmaschine (Update)

Es gibt ein Update zum meinem Waschmaschinenprojekt. Zur Erinnerung: Es ging darum, bei einer recht alten Waschmaschine eine Benachrichtigung am Handy zu bekommen, sobald der Waschvorgang beendet ist.

Die Spielerei hat anfangs recht gut funktioniert, im Laufe der Zeit jedoch immer schlechter. Meine Erklärung: Der Vibrationssensor hat der Belastung nicht standgehalten. Der erste Sensor ging wirklich kaputt, ein zweiter wurde auch laufend schlechter. Schlechter bedeutet, dass die Werte immer mehr streuten und daher das zeitliche Vibrationsprofil, über das der letzte Schleudervorgang und damit das Ende des Waschvorgangs detektiert wurde, immer verrauschter und uneindeutiger wurde. Es gab Fehlalarme.

3-Achsen-Beschleunigungssensor GY-61

Über ein anderes Bastelprojekt bin ich dann auf einen einfachen 3-Achsen-Beschleunigungssensor gestoßen, den GY-61. Der gibt an drei analogen Ausgängen einfach die Beschleunigung für drei orthogonale Achsen (x, y, z) aus. Im Prinzip so ein Teil, welches heute in jedem Smartphone z.B. die Bildschirmorientierung steuert. Gravitation ist ja auch nichts anderes als eine Beschleunigung; dreht man das Handy, dann wirkt diese Beschleunigung (zumindest anteilig) in eine andere Richtung.

Ich habe nun den alten Vibrationssensor durch den neuen Beschleunigungssensor ersetzt. Von den drei Achsen kann ich allerdings nur ein einzige nutzen, weil der Wemos D1 mini nur einen analogen Eingang bietet. Hier ein paar Bilder vom Umbau:

Die Werte, die der Sensor in den drei Schleuderphasen der Waschmaschine liefert sind um Welten besser als das, was der Vibrationssensor jemals geliefert hat. Hier der Plot eines typischen Waschvorgangs:

Die Werte werden für mich zur Kontrolle an meinen Raspberry Pi geschickt und mit Hilfe der Bibliothek dygraphs geplottet. Blau: Beschleunigung. Rot: Der Schwellwert. Gelb: Dauer über dem Schwellwert. Rot: Auslösen der Benachrichtigung.

Man sieht hier schön, dass der letzte Schleudergang stärker und vor allem länger ist als die ersten beiden. Seit dem Einbau des neuen Sensors wurde damit das Ende des Waschvorgangs hundertprozentig richtig erkannt. Weiterlesen

Arduino-Bastelei: Wer da?

Es war nur so eine spontane Idee, eines späten Abends bereits im liegend und auf die Rückkehr eines der streunenden Kinder geboren: Wie wäre es, wenn man zuhause sehr einfach sehen könnte, welches Familienmitglied sich noch bzw. schon zuhause befindet und welches nicht? Nicht, dass unser Haus so unübersichtlich wäre, dass das nicht irgendwie herauszufinden wäre, aber praktisch wäre eine Art Anzeige oder Display schon. Weiteres Beispiel: Ich komme spät vom Volleyballtraining heim und setzte mich noch im Arbeitszimmer an den Rechner, einen Blogpost schreiben, etwas basteln, Bass spielen oder was auch immer. Es wird spät und später. Die Gattin schreckt irgendwann aus dem Schlaf hoch und wundert sich, dass ich noch nicht da bin. Sie macht sich Sorgen: Wenn er jetzt noch immer nicht da ist könnte er sich verletzt haben und… Könnte sie jetzt im Bett liegend direkt sehen, wer zuhause ist, müsste sie sich nur umdrehen und könnte entspannt weiter schlafen. Oder so.

So etwas zu bauen sollte kein Problem sein, tönte ich irgendwann im Übermut. Tatsächlich war im Geheimen recht schnell ein funktionierender Prototyp zusammengeschustert. Der Weg hin zu einem ansehlichen Gerät und einer Android-App, mit deren Hilfe man auch unterwegs den Anwesenheitszustand prüfen kann, war dann doch noch etwas länger. Das ganze Teil gab es dann Ende letzten Jahres als Geburtstagsgeschenk für die sich ab und an sorgende Gattin. Und so sieht das Ganze nun aus:

Mir ist bewusst, das so eine Familien-Überwachung grenzwertig ist. Habe ich eigentlich schon einmal den Blog von „Das Nuf“ empfohlen? Falls nicht ist das die Gelegenheit dazu. Sie schreibt gerne über Familienthemen, und das in einer erfrischenden Art und mit einer Haltung, die ich fast immer komplett unterstreichen kann. Vor einigen Tagen ging es um das Thema der Überwachung von Familienmitgliedern. Auch hier folge ich ihr in ihrer ablehnenden Haltung der Überwachung von Kindern gegenüber. Allerdings geht das, was sie beschreibt, weit über das hinaus, was wir hier machen: Komplette Ortung per GPS, Festlegung erlaubter Aufenthaltsbereiche, Anzapfen des Mikrofons des Kinderhandys usw. Uns ging es vor allem um das, was vermutlich viele aus den Anfängen ihrere Teenagerzeit kennen: Die Eltern möchten gerne informiert werden, wenn das zunehmnd streunende Kinder wieder zuhause einläuft. Ich habe mich umgehört, das gibt und gab es in den verschiedensten Varianten: Das Kind weckt ggf. die Eltern und meldet sich zurück. Oder das Kind gibt eine Art Signal, wenn es zurück ist (schaltet z.B. das Flurlich aus). Oder die Eltern checken zu einer bestimmten Uhrzeit, ob das Kind im Bett ist. Ich finde ein solches Verhalten für eine gewissen Übergangszeit legitim, auch wenn klar ist, dass damit irgendwann Schluss sein muss.

Für den interessierten Leser jetzt noch ein paar Details zur technischen Realisierung:

Der Bau

Als ersten Schritt hatte ich als „proof of concept“ wiedermal einen Wemos D1 mini zur Hand genommen, 4 LEDs angeschlossen (für jedes Familienmitglied eine), ein Programm geschrieben und das Teil im Haus testweise einige Tage laufen lassen. LED an = Person ist zuhause, LED aus = Person ist nicht zuhause. Das hat nach einem groben Fehlschlag doch recht zügig funktioniert, Details zur Programmierung gitb es weiter unten. Ich wollte das Ganze aber etwas schöner gestalten, sollte eher ein dekoratives Element werden. Einige Entwürfe wurden gezeichnet, am Ende habe ich mich für das oben gezeigte hexagonale Layout entschieden. Ausgangsmaterial waren zwei Stiftehalter aus Holz. Die wurden jeweils halbiert, der Boden abgetrennt, das ganze verleimt. Innen habe ich einzeln adressierbare LED-Strips verbaut, und am Ende die Waben vorne mit milchig geschliffene Plexiglasscheiben vor schwarzweiß gedruckten Fotos abgeschlossen.

Ein paar Impressionen vom Bau:

Die Programmierung Weiterlesen

Arduino-Bastelei: LED-Spielereien

Es ist schon gut ein Jahr her, dass ich damit angefangen hatte, mit LED-Strips in Kombination mit dem Arduino zu spielen. Und zwar mit solchen LED-Strips, bei denen man jede einzelne LED extra ansprechen und somit nette Animationen erzeugen kann.

Hintergrund: Der Jüngere der Söhne schläft oben in einem Stockbett, dessen unteren Teil er als eine Art Sofa oder was auch immer nutzt. Anlässlich seinen Geburtstages wünschte er sich eine Beleuchtung dieses unteren Stockbett-Teils, und das kam mir gerade recht. Ich hatte einige nette Abende und habe ihm aus einem Arduino Uno, einem 5-Meter-LED-Strip, ein paar Potis zum Einstellen der Farben (einen für die Helligkeit und jeweils einen für die RGB-Farbanteile), einem Taster zum Umschalten zwischen verschiedenen Betriebsmodi, ein paar Sensoren (Temperatur, Lautstärke) und einem leistungsstarken Netzteil etwas zusammengeschustert.

Zum Geburtstag gab es dann eine Box mit den Elektronik-Bauteilen und diesem Schaltplan:

Folgende Betriebsmodi gibt es:

  • Manuelle Farbsteuerung: Mit den vier Potis kann die Helligkeit des Strips und die Farbzusammensetzung (RGB = rot, grün, blau) eingestellt werden. Änderungen betreffen nicht sofort den ganzen Strip, sondern wandern vom Anfang her über den Strip.
  • Temperatur-Steuerung: Abhängig von der Zimmertemperatur ändert der Strip seine Farbe von blau (kalt) hin zu rot (warm).
  • Lautstärke-Steuerung: Der Strip fungiert als Lautstärkeanzeige für Musik: Je lauter die Musik, desto mehr LEDs entlang des Strips leuchten. Außerdem ändert sich mit der Lautstärke auch die Farbe.
  • Rainbow: Farbverläufe (wie sie eigentlich keiner sehen will) mäandern über den Strip.
  • DiscoDsicoPartyParty: Zum Bekloppt-Werden: Zufälliges Lichter-Zucken auf allen Kanälen. Die Farbenanteile und die Helligkeit können eingestellt werden.
  • Volle Helligkeit: Alle LEDs auf weiß und volle Helligkeit. Nichts zu steuern.
  • LEDs aus: Wie der Name schon sagt, einfach alles aus.

Mit etwas Unterstützung (an einem Geburtstag soll ja kein Frust aufkommen) war das Zeug schnell zusammengebaut und auch lauffähig. Noch bei der Feier haben wir ein bisschen was modifiziert und ergänzt und das Ding irgendwann am Bett montiert. Wurde Zeit, das hier mal zu dokumentieren und euch mit einem kleinen Video einen Einblick zu geben, was man mit doch recht einfachen Mitteln nettes basteln kann. Das Video wurde vom Geburtstagskind selbst geschnitten, bitte zum Ende ansehen, es gibt ein kleines Easeregg:


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Podfaster

Es gibt verschiedene Gründe dafür, während eines Vortrags zu twittern: 1) Es ist ein twitternswertes Zitat gefallen. 2) Es muss irgend etwas anderes Wichtiges genau jetzt gesagt werden. 3) Der Vortrag ist ziemlich langweilig, man sucht Ablenkung. 4) Der Vortrag ist zwar nicht langweilig, aber zu langsam und zäh präsentiert. 5) Irgend etwas anderes.

Unter Umstand Nummer 4) ist letzte Woche dieser Tweet entstanden:

Dass ich gerne und viel Podcasts höre ist auf diesem Blog schon ab und zu angeklungen, und einige Leute wissen auch, dass ich Podcasts gerne schneller höre, also z.B. mit 1,5- oder 2-facher Geschwindigkeit. Manche Menschen finden das komisch, nicht normal, respektlos oder einfach auch falsch.

Zu dem Thema schnelleres Podcast-Hören („Podfaster“) könnte ich jetzt so einiges schreiben, aber als Podcast- und Radio-Fan empfehle ich euch lieber diesen kleinen Radiobeitrag auf Deutschlandfunk Nova von Thomas Reintjes (@tomtjes), zu dem er mich aufgrund des oben zitierten Tweets kurz interviewt hat:

„Der Double-Speed-Button – Podfast statt Podcast Hören“

Das mp3 des Beitrags findest du hier.

Radikale Reformation

Heute ist ja großes Reformationsjubiläum: Es jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen hat. So jedenfalls die Überlieferung.

In diesem groß angelegten Jubiläumsjahr hat auch Jens Stangenberg – Pastor, Webdesigner und Autor – etwas Großes angelegt. Seit Januar und Stand heute hat er 40 Episoden eines Podcast veröffentlicht, den ich jedem theologisch Interessierten unbedingt ans Herz legen möchte: „Radikale Reformation“ nennt er sich und beschäftigt sich mit der auch als „linker Flügel der Reformation“ bezeichneten und recht heterogenen Bewegung.

Jens schreibt über dieses Projekt:

500 Jahre Reformation. Ein guter Anlass, um sich die Ereignisse, Themen und Personen aus der Reformationszeit in Erinnerung zu rufen. In diesem Podcast erläutert Jens Stangenberg, wie insbesondere der sogenannte “Linke Flügel der Reformation” oder die “Radikale Reformation” von besonderem Interesse ist. Schon damals wurde intensiv reflektiert, warum vorwiegend die Lehre erneuert wurde. Weshalb aber wirkten sich diese Erkenntnisse so wenig auf die soziale Gestalt von “Kirche” und die Formung der Gesellschaft aus? Ist die Reformation “steckengeblieben”?

Im Verlauf der einzelnen Episoden werden “Schwärmer”, Spiritualisten, Antitrinitarier und das Täufertum behandelt. Anhand von biographischen Skizzen in Kombination mit thematischen Linien ergibt sich daraus ein differenzierteres Bild der Reformationsdynamik.

Jens Stangenberg ist davon überzeugt, dass sich aus dem Studium der historischen Kontroversen eine Fülle von Anregungen ergeben, die für die heutige Gestalt von christlichen Gemeinschaften in einer säkular-multireligiösen Gesellschaft von Bedeutung sind.

Ich kenne Jens jetzt seit ca. 10 Jahren aus dem Netzwerk Emergent Deutschland und schätze seine scharfsinnige, kreative und dennoch strukturierte Art zu denken sehr. Und eben auch dieses ausgewachsene Podcast-Projekt. Daher dringende Nachhörempfehlung: http://www.radikale-reformation.de/

3D-Zebrastreifen

Einfach mal wieder eine kleine Video-Empfehlung, diesmal aus der isländischen Kleinstadt Ísafjörður. Erklärt sich eigentlich von selbst:

Ich finde das genial. Ob es wirklich etwas bringt sei mal dahin gestellt, der Effekt nutzt sich vielleicht schnell ab, außerdem funktioniert es ja nur in eine Fahrtrichtung. Aber die Idee alleine ist so nett, dass ich es hier auch haben will. Bitte.

Mehr zu dem Projekt findest du z.B. hier.