Schlagwortarchiv: Bastelei

Totalüberwachung im Nistkasten

Seit Ende 2019 steht in unserem Garten ein Vogelhaus, ein selbstgebasteltes Weihnachtsgeschenk einer Nichte. Auf dem ersten Bild ist es im neuwertigen Zustand zu sehen, die anderen beiden Fotos zeigen es heute, eingewachsen und – wie auch wir – entsprechend gealtert:

Das Vogelhaus (ich weiß, eigentlich ist es ein Nistkasten) wurde relativ früh von Meisen angenommen, fast jedes Jahr konnten wir sie aus dem Wohnzimmer heraus beim Einzug, Brüten und am Ende beim Schlüpfen und Flüggewerden beobachten. Das stimmt natürlich nur bedingt: Weder das Brüten noch das Schlüpfen lässt sich von außen beobachten, außerdem hat man auch anderes zu tun als im Wohnzimmer zu sitzen und Meisen zu beobachten. Beides lässt sich recht leicht beheben: Mein einer Kamera.

Kamera: Technik & Umbau

Es gibt hunderte von Bastelprojekten da draußen und mindestens genau so viele kommerzielle Lösungen. Ich wollte basteln, aber den Ball erst mal flach halten. Daher habe ich mir – wie ich es bei einem anderen Bastler gesehen hatte – eine gebrauchte TP-Link Tapo C110 für weniger als 15€ gekauft. Neu bekommt man sie ab ca. 22€. Die Kamera ist nichts besonderes, aber kompakt, hat einen Fuß, der sich gut einstellen lässt, eine Nachtsichtfunktion (Infrarot, stört die Vögel beim Brüten angeblich auch nicht) und einen SD-Speicherkartenslot.

Modifiziert habe ich sie an zwei Stellen:

  1. Fokus: Die Kamera ist nicht für den Nahbereich gebaut, d.h. der Fokus würde auf die kurze Strecke innerhalb des Nistkastens nicht passen. Mit etwas Geschick lässt sich die Kamera aber zerlegen, mit einem Cuttermesser die Verklebung des Linsenrings lösen und dann mittels des vorhandenen Schraubgewindes der Fokus so einstellen, dass das Ende des Nistkastens scharf ist.
  2. Milben: Es kann wohl ein Problem sein, dass die Linse der Kamera von Milben bzw. ihrem Mist verunreinigt wird. Daher wurde irgendwo empfohlen, den Ring um die Linse so zu modifizieren, dass Milben nicht an die Linse kommen, z.B. indem man den Ring um die Linse mit Teflon beschichtet. Tatsächlich hatte ich Teflonspray zur Hand und habe die Abdeckung mehrfach damit lackiert. Am Ende hatte der Ring definitiv mehr Haftung als vorher. Das ging also in die Hose, wird ja aber höchstens über die Jahre zum Problem. Man kann die Linse im Zweifelsfall ja auch reinigen (allerdings nicht während der Nistphase der Meisen).

Noch zwei technische Voraussetzungen:

  1. WLAN: Die Kamera braucht am Standort WLAN. Man sollte also vorher checken, ob das gegeben ist. Falls man das nicht hat bleibt nur die Option, bei Bewegung Videos auf die SD-Karte aufzunehmen. Notifications oder Live-Bilder in der App gibt es logischerweise nur bei WLAN-Zugang.
  2. Strom: Ein Punkt, der mit etwas aufgehalten hat, denn die notwendige Stromversorgung hat eine Reihe von Vorarbeiten ausgelöst. Die Infrastruktur im Außenbereich musste ausgebaut werden, was unabhängig von der Kamera schon länger auf meiner Agenda stand.

Bilder und Videos

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Arduino-Bastelei: Pedal zum Bass-Üben (Update)

Vor etwa zwölf Jahren habe ich mir meinen ersten Bass gekauft, und vor rund zehn Jahren begann ich, mit Arduinos zu experimentieren. Aus diesen beiden Hobbys ist damals dieses kleine Projekt entstanden:

Es ist nicht zu übersehen, dass das Ergebnis meiner Bastelei erstens ziemlich hässlich und zweitens nicht besonders robust war. Immerhin ist es dafür gedacht, mit dem Fuß darauf herumtreten.

Was war die Idee hinter diesem Gerät? Es ist eine Art Pedal, das man per USB an den Computer anschließt und das es einem ermöglicht, beim Üben eines Instruments mit den Füßen den Übungstrack zu steuern – sei es YouTube, Spotify oder was auch immer. Im von mir am häufigsten genutzten YouTube-Modus kann man das Video pausieren, weiterlaufen lassen, vor- und zurückspulen oder auch die Geschwindigkeit variieren. Ich habe das Teil sehr viel genutzt und nutze es immer noch, wenn auch nicht mehr so häufig.

Allerdings wurde es in der Zwischenzeit umgebaut. Vor allem der mechanische Aufbau mit dem Plexiglas war nicht sonderlich langlebig. Als sich ein Freund eine CNC-Fräse für den Keller gebaut hat war die Gelegenheit gekommen, einen massiveren Aufbau auszuprobieren. Eine kleine Kostprobe des Fräsprozesses, der leider etwas nach Zahnarzt klingt:

Die CAD-Daten des Modells habe ich auf einer Fediverse-Plattform für 3D-Modelle abgelegt, 3dprint.social: https://3dprint.social/models/nvc523dlrs6j Diese Plattform macht mich noch nicht wirklich glücklich, aber ich bin hier Überzeugungstäter.

Ein paar Bilder des fertigen überarbeiteten Aufbaus (wobei ich jetzt denke, der elektrische Aufbau hätte auch eine Optimierung vertragen):

Mehr Details zu Software und dem elektronischen Aufbau findest du im ursprünglichen Artikel. Auch interessant: In der Zwischenzeit (seit 2021) gibt es etwas ähnliches auch als Produkt, den Vidami Blue. Ich würde trotzdem zum Eigenbau ermutigen 😉

Diashow mit Gaspedal

Fotos sind dazu da, gezeigt und angesehen zu werden. Jedenfalls hat das Zeigen und Ansehen von Fotos in Teilen meiner Familie einen sehr hohen Stellenwert (einen noch höheren hat nur das Erstellen von Gruppenbildern). Bei größeren Familienfeiern kann man Leuten also eine Freude damit machen, Fotos irgendwie zu präsentieren. Die Kunst besteht dann darin, eine Form zu finden, die die Fotos zwar allen zugänglich macht und auch ein gemeinsames Ansehen ermöglicht, aber nicht alle ins kollektive Diashowschauen nötigt.

Zum 70. Geburtstag eines Elternteils habe ich mir also die Mühe gemacht, dafür eine Lösung zu finden: Ein Fernseher, ein Laptop, ein umgebautes Lenkrad-Pedal – fertig ist die interaktive Foto-Diashow:

  • Auf einem Fernseher im Foyer läuft eine Art Diashow.
  • Als Untertitel erscheint (soweit bekannt) Datum und Anlass des jeweiligen Fotos.
  • Die Fotos werden zufällig aus einer manuell kuratierten Liste gewählt.
  • Falls Fotos besonders interessant oder diskussionswürdig sind, gibt es eine Möglichkeit, die Diashow zu pausieren oder auch zurückzublättern.

Das Setup wurde bisher zweimal zum Einsatz gebracht und wurde gut angenommen. Es standen eigentlich immer Gäste in der Vergangenheit schwelgend vor dem Fernseher:

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Gitarrenumbau à la Jacob Collier

Als wir im Sommer 2023 nach dem Konzert von Jacob Collier das Tollwood-Festivalgelände in München verlassen haben mussten viele Eindrücke verarbeitet werden. Dabei kam auch eine kleine Beobachtung zur Sprache: Hat Jacob Collier mit einer 5-saitigen Gitarre gespielt? Eine kurze Websuche bestätigte das, Die Gitarre schien aber ein Einzelstück zu sein. Ein Wunsch war geboren.

Mittlerweile hat der Kapitalismus gesiegt und es gibt mehrere dieser 5-saitigen Modelle zu kaufen; aber eine Taylor-Gitarre kauft man sich nicht einfach mal so im Vorbeigehen, nur um so etwas wie ein anderes Tuning auszuprobieren. Aber ausprobiert haben wir eine dieser Gitarren dann unlängst bei unserem jährlichen Thomann-Besuch. Wir hatten einen Eindruck von Geometrie und Spielbarkeit bekommen und der Wunsch wurde stärker, selbst eine Gitarre von sechs auf fünf Saiten umzubauen.

Was ist der Unterschied zwischen einer normalen 6-saitigen Gitarre und einer 5-saitigen Jacob Collier-Gitarre? Die Anzahl der Saiten, klar. Fünf Finger, fünf Saiten, so die einfache Collier-Logik. Außerdem ein offenes Tuning, das dazu symmetrisches (oder wie Jacob Collier sagt: “palindromic”) ist: D – A – E – A – D

Zwei Videos, in denen er die Idee erklärt. Eine kurze Einführung und ein Deep Dive:

Zum Umbau einer Gitarre braucht es aber zunächst eine passende Gitarre, und zwar eine, die so gut wie nichts mehr wert ist, denn unsere Erfahrungen im Instrumentenbau halten sich doch sehr in Grenzen. Letztes Wochenende ist mir eine ca. 25 Jahre alte Yamaha APX-5A über den Weg gelaufen, sicher 10 Jahre nicht gespielt, im feuchten Keller gelagert, mit kleinen Rissen in der Decke und durchgespielten Bünden. Also ein ideales Umbau-Testobjekt.

Der Umbau

Da der Saitenabstand der 5-saitigen Taylor-Gitarren recht hoch war haben wir beschlossen, die äußeren Saiten beim Umbau an Ort und Stelle zu lassen und die restlichen 3 Saiten dazwischen auszumitteln. Der Plan war:

  1. Umbau des Sattels: Neue Schlitze für die 3 neuen Saitenpositionen.
  2. Die größte Baustelle: Der Umbau des Stegs. Verschließen der 4 nicht gebrauchten Löcher für die Stegstifte und Bohren neuer Löcher.
  3. Ein Kinderspiel: Entfernen des nicht gebrauchten Wirbels.
  4. Gitarrenpflege.

1. Umbau des Sattels

Es wäre sicher eleganter gewesen, den Sattel durch einen komplett neuen Sattel zu ersetzen. Das hätte aber Recherche, Beschaffung und einiges mehr an Anpassungsarbeiten etc. bedeutet. Wir haben beschlossen, den Sattel an der Gitarre zu belassen und haben mit Dremel, einer kleine Eisensäge und einem scharfen Cuttermesser neue Führungen für die neuen Saiten in den Sattel gearbeitet. Den Saitenabstand haben wir äquidistant gehalten. Bei der Tiefe und Breite der Schlitze haben wir uns an den vorhandenen Schlitzen orientiert: Die Saitenlage sollte grob passen und auch das Stimmen sollte möglich sein, ohne dass die Saiten klemmen.

Wichtig vielleicht noch: Die 6-saitige Gitarre wurde um die G-Saite reduziert.

2. Umbau des Stegs

Der Umbau des Stegs war der Teil, vor dem ich am meisten Respekt hatte. Der Plan war: Wir bohren die 6mm-großen Löcher der Stegstifte auf 8mm auf. Die Löcher sind oben angefast (heißt das so?), und diese konischen Fasen müssen mit verschwinden, damit der Steg oben wirklich flach ist, um die neuen Löcher sauber bohren zu können. Dann schneiden wir 8er Holzdübel auf die richtige Länge zurecht und leimen sie in die Löcher. Die Dübel werden dann oben bündig geschliffen, 3 neue Löcher markiert, mit einem kleinen Bohrer vorgebohrt und sukzessive auf wieder 6mm aufgebohrt. Am Ende fasen wir die Löcher wieder mit einem Kegelsenker an und fertig.

Das hat fast geklappt. Der größte Fehler war, dass wir die Löcher direkt auf 8mm aufgebohrt haben. Besser wäre ein vorsichtiges, stufenweises Aufbohren gewesen; denn beim Bohren sind Teile des Stegs zwischen den Löchern ausgerissen. Wir haben versucht, das beim Einleimen der Holzdübel mit Spänen und Holzleim zu verfüllen. Pfusch, der wie so oft überraschend gut geklappt hat.

3. Entfernen eines Wirbels

Im Vergleich mit einer normalen 6-saitigen Gitarre wurde ja beim Umbau die G-Saite entfernt, daher haben wir auch den Wirbel der G-Saite entfernt:

4. Finalisieren

Vor dem Besaiten wurde die Gitarre noch gründlich gereinigt und der Hals wie üblich mit Dunlop 65 Lemon Oil gepflegt, ebenso der grob angeschliffene Steg. Außerdem haben wir den Hals noch neu eingestellt, die Saitenlage hat überhaupt nicht gepasst. Das Überprüfen der Bundreinheit haben wir uns allerdings erspart, wir wollten uns die gute Laune nicht verderben.


Der Umbau war eine ziemliche Hauruck-Aktion ohne große Vorplanung, und dafür ist er überraschend problemlos durchgelaufen. Am Ende hatten wir ein dickes Grinsen im Gesicht und eine “neue” Gitarre in der Hand:

Noten für Tante Schinni

“Tante Schinni” ist gestorben. Sie war weder meine Tante, noch hieß sie Schinni, aber das tut eigentlich nichts zur Sache. Jedenfalls meldete sich zu diesem Anlass die sangesfreudige Verwandtschaft mit der Frage, ob es möglich sei, den Choral “Hier hast du meine beiden Hände” etwas tiefer zu setzen, das C-Dur sei doch etwas hoch für den Onkelchor:

Wenn solche Fragen kommen ist es wichtig, keine Zweifel über die eigene Kompetenz aufkommen zu lassen. Auch dann nicht, wenn man in diesem Moment noch keine Ahnung hat, wie man das Problem genau lösen will. Über das Ob braucht man allerdings Gewissheit. Zur Not setze ich das mit der Hand tiefer, mit Notenpapier und Bleistift, das sei kein Problem. Das letzte Mal, als ich so etwas gemacht habe, hatte ich noch gekauftes Notenpapier, aber Notenpapier sollte man ja mittlerweile auch einfach zum Ausdrucken in diesem Internet finden.

Vielleicht könnte man in diesem Internet aber auch Programme zum Setzen von Noten finden, dachte ich mir, und ich konnte es nicht lassen. Nur ganz kurz mal googlen, ganz kurz. Ich erinnerte mich, vor 20-25 Jahren mal ein Programm gehabt zu haben, mit dem das Setzen von Noten mehr schlecht als recht ging. Erster sinnvoller Suchtreffer: MuseScore. Einfach mal heruntergeladen, installiert, MIDI-Keyboardchen dran (auf Verdacht, wäre ja nice) und gestartet.

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Phoniebox: Der Koffer für den kleinen Mann

Menschen mit kleineren Kindern kennen sicherlich die Toniebox: Eine kleine Kiste, auf die kleine Kinder kleine Figuren stellen, worauf die Kiste dann Musik oder Hörspiele abspielt. Für Menschen mit Spaß am Basteln gibt es dazu ein alternatives Selbstbauprojekt, die sog. Phoniebox. Mein Freund Markus hat ein kleines Kind und Spaß am Basteln. Ich habe auch Spaß am basteln, also haben wir gebastelt. Das ist dabei herausgekommen:

Phoniebox kann sowohl lokal auf der Kiste gespeicherte Audiodateien abspielen, als auch Spotify (einzelne Songs, Playlisten, Alben, was auch immer). Hat die Box kein WLAN, dann spielt sie eben nur die lokalen Sachen ab, denn Spotify kann nur gestreamt werden.

Was jetzt noch kommt ist mehr eine Gedankensammlung und Dokumentation dessen, was wir gemacht haben als eine Anleitung, wie man den Koffer exakt nachbaut. Der eine oder andere brauchbare Hinweis ist aber vielleicht trotzdem dabei, und das meiste ist auf den ebenfalls verlinken Projektseiten ja bestens beschrieben.

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Arduino-Bastelei: Die smarte(re) Waschmaschine (Update)

Es gibt ein Update zum meinem Waschmaschinenprojekt. Zur Erinnerung: Es ging darum, bei einer recht alten Waschmaschine eine Benachrichtigung am Handy zu bekommen, sobald der Waschvorgang beendet ist.

Die Spielerei hat anfangs recht gut funktioniert, im Laufe der Zeit jedoch immer schlechter. Meine Erklärung: Der Vibrationssensor hat der Belastung nicht standgehalten. Der erste Sensor ging wirklich kaputt, ein zweiter wurde auch laufend schlechter. Schlechter bedeutet, dass die Werte immer mehr streuten und daher das zeitliche Vibrationsprofil, über das der letzte Schleudervorgang und damit das Ende des Waschvorgangs detektiert wurde, immer verrauschter und uneindeutiger wurde. Es gab Fehlalarme.

3-Achsen-Beschleunigungssensor GY-61

Über ein anderes Bastelprojekt bin ich dann auf einen einfachen 3-Achsen-Beschleunigungssensor gestoßen, den GY-61. Der gibt an drei analogen Ausgängen einfach die Beschleunigung für drei orthogonale Achsen (x, y, z) aus. Im Prinzip so ein Teil, welches heute in jedem Smartphone z.B. die Bildschirmorientierung steuert. Gravitation ist ja auch nichts anderes als eine Beschleunigung; dreht man das Handy, dann wirkt diese Beschleunigung (zumindest anteilig) in eine andere Richtung.

Ich habe nun den alten Vibrationssensor durch den neuen Beschleunigungssensor ersetzt. Von den drei Achsen kann ich allerdings nur ein einzige nutzen, weil der Wemos D1 mini nur einen analogen Eingang bietet. Hier ein paar Bilder vom Umbau:

Die Werte, die der Sensor in den drei Schleuderphasen der Waschmaschine liefert sind um Welten besser als das, was der Vibrationssensor jemals geliefert hat. Hier der Plot eines typischen Waschvorgangs:

Die Werte werden für mich zur Kontrolle an meinen Raspberry Pi geschickt und mit Hilfe der Bibliothek dygraphs geplottet. Blau: Beschleunigung. Rot: Der Schwellwert. Gelb: Dauer über dem Schwellwert. Rot: Auslösen der Benachrichtigung.

Man sieht hier schön, dass der letzte Schleudergang stärker und vor allem länger ist als die ersten beiden. Seit dem Einbau des neuen Sensors wurde damit das Ende des Waschvorgangs hundertprozentig richtig erkannt.

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Arduino-Bastelei: Wer da?

Es war nur so eine spontane Idee, eines späten Abends bereits im Bett liegend und auf die Rückkehr eines der streunenden Kinder wartend geboren: Wie wäre es, wenn man zuhause sehr einfach sehen könnte, welches Familienmitglied sich noch bzw. schon zuhause befindet und welches nicht? Nicht, dass unser Haus so unübersichtlich wäre, dass das nicht irgendwie herauszufinden wäre, aber praktisch wäre eine Art Anzeige oder Display schon. Weiteres Beispiel: Ich komme spät vom Volleyballtraining heim und setzte mich noch im Arbeitszimmer an den Rechner, einen Blogpost schreiben, etwas basteln, Bass spielen oder was auch immer. Es wird spät und später. Die Gattin schreckt irgendwann aus dem Schlaf hoch und wundert sich, dass ich noch nicht da bin. Sie macht sich Sorgen: Wenn er jetzt noch immer nicht da ist könnte er sich verletzt haben und… Könnte sie jetzt im Bett liegend direkt sehen, wer zuhause ist, müsste sie sich nur umdrehen und könnte entspannt weiter schlafen. Oder so.

So etwas zu bauen sollte kein Problem sein, tönte ich irgendwann im Übermut. Tatsächlich war im Geheimen recht schnell ein funktionierender Prototyp zusammengeschustert. Der Weg hin zu einem ansehlichen Gerät und einer Android-App, mit deren Hilfe man auch unterwegs den Anwesenheitszustand prüfen kann, war dann doch noch etwas länger. Das ganze Teil gab es dann Ende letzten Jahres als Geburtstagsgeschenk für die sich ab und an sorgende Gattin. Und so sieht das Ganze nun aus:

Mir ist bewusst, das so eine Familien-Überwachung grenzwertig ist. Habe ich eigentlich schon einmal den Blog von “Das Nuf” empfohlen? Falls nicht ist das die Gelegenheit dazu. Sie schreibt gerne über Familienthemen, und das in einer erfrischenden Art und mit einer Haltung, die ich fast immer komplett unterstreichen kann. Vor einigen Tagen ging es um das Thema der Überwachung von Familienmitgliedern. Auch hier folge ich ihr in ihrer ablehnenden Haltung der Überwachung von Kindern gegenüber. Allerdings geht das, was sie beschreibt, weit über das hinaus, was wir hier machen: Komplette Ortung per GPS, Festlegung erlaubter Aufenthaltsbereiche, Anzapfen des Mikrofons des Kinderhandys usw. Uns ging es vor allem um das, was vermutlich viele aus den Anfängen ihrere Teenagerzeit kennen: Die Eltern möchten gerne informiert werden, wenn das zunehmnd streunende Kinder wieder zuhause einläuft. Ich habe mich umgehört, das gibt und gab es in den verschiedensten Varianten: Das Kind weckt ggf. die Eltern und meldet sich zurück. Oder das Kind gibt eine Art Signal, wenn es zurück ist (schaltet z.B. das Flurlich aus). Oder die Eltern checken zu einer bestimmten Uhrzeit, ob das Kind im Bett ist. Ich finde ein solches Verhalten für eine gewissen Übergangszeit legitim, auch wenn klar ist, dass damit irgendwann Schluss sein muss.

Für den interessierten Leser jetzt noch ein paar Details zur technischen Realisierung:

Der Bau

Als ersten Schritt hatte ich als “proof of concept” wiedermal einen Wemos D1 mini zur Hand genommen, 4 LEDs angeschlossen (für jedes Familienmitglied eine), ein Programm geschrieben und das Teil im Haus testweise einige Tage laufen lassen. LED an = Person ist zuhause, LED aus = Person ist nicht zuhause. Das hat nach einem groben Fehlschlag doch recht zügig funktioniert, Details zur Programmierung gitb es weiter unten. Ich wollte das Ganze aber etwas schöner gestalten, sollte eher ein dekoratives Element werden. Einige Entwürfe wurden gezeichnet, am Ende habe ich mich für das oben gezeigte hexagonale Layout entschieden. Ausgangsmaterial waren zwei Stiftehalter aus Holz. Die wurden jeweils halbiert, der Boden abgetrennt, das ganze verleimt. Innen habe ich einzeln adressierbare LED-Strips verbaut, und am Ende die Waben vorne mit milchig geschliffene Plexiglasscheiben vor schwarzweiß gedruckten Fotos abgeschlossen.

Ein paar Impressionen vom Bau:

Die Programmierung

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Arduino-Bastelei: LED-Spielereien

Es ist schon gut ein Jahr her, dass ich damit angefangen hatte, mit LED-Strips in Kombination mit dem Arduino zu spielen. Und zwar mit solchen LED-Strips, bei denen man jede einzelne LED extra ansprechen und somit nette Animationen erzeugen kann.

Hintergrund: Der Jüngere der Söhne schläft oben in einem Stockbett, dessen unteren Teil er als eine Art Sofa oder was auch immer nutzt. Anlässlich seinen Geburtstages wünschte er sich eine Beleuchtung dieses unteren Stockbett-Teils, und das kam mir gerade recht. Ich hatte einige nette Abende und habe ihm aus einem Arduino Uno, einem 5-Meter-LED-Strip, ein paar Potis zum Einstellen der Farben (einen für die Helligkeit und jeweils einen für die RGB-Farbanteile), einem Taster zum Umschalten zwischen verschiedenen Betriebsmodi, ein paar Sensoren (Temperatur, Lautstärke) und einem leistungsstarken Netzteil etwas zusammengeschustert.

Zum Geburtstag gab es dann eine Box mit den Elektronik-Bauteilen und diesem Schaltplan:

Folgende Betriebsmodi gibt es:

  • Manuelle Farbsteuerung: Mit den vier Potis kann die Helligkeit des Strips und die Farbzusammensetzung (RGB = rot, grün, blau) eingestellt werden. Änderungen betreffen nicht sofort den ganzen Strip, sondern wandern vom Anfang her über den Strip.
  • Temperatur-Steuerung: Abhängig von der Zimmertemperatur ändert der Strip seine Farbe von blau (kalt) hin zu rot (warm).
  • Lautstärke-Steuerung: Der Strip fungiert als Lautstärkeanzeige für Musik: Je lauter die Musik, desto mehr LEDs entlang des Strips leuchten. Außerdem ändert sich mit der Lautstärke auch die Farbe.
  • Rainbow: Farbverläufe (wie sie eigentlich keiner sehen will) mäandern über den Strip.
  • DiscoDsicoPartyParty: Zum Bekloppt-Werden: Zufälliges Lichter-Zucken auf allen Kanälen. Die Farbenanteile und die Helligkeit können eingestellt werden.
  • Volle Helligkeit: Alle LEDs auf weiß und volle Helligkeit. Nichts zu steuern.
  • LEDs aus: Wie der Name schon sagt, einfach alles aus.

Mit etwas Unterstützung (an einem Geburtstag soll ja kein Frust aufkommen) war das Zeug schnell zusammengebaut und auch lauffähig. Noch bei der Feier haben wir ein bisschen was modifiziert und ergänzt und das Ding irgendwann am Bett montiert. Wurde Zeit, das hier mal zu dokumentieren und euch mit einem kleinen Video einen Einblick zu geben, was man mit doch recht einfachen Mitteln nettes basteln kann. Das Video wurde vom Geburtstagskind selbst geschnitten, bitte zum Ende ansehen, es gibt ein kleines Easeregg:

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Arduino-Bastelei: Die smarte(re) Waschmaschine

Es wäre gelogen zu sagen, dass es bei unserer Waschmaschine dringenden Optimierungsbedarf gegeben hätte. Aber als Bastler sucht man ja immer nach einer möglichst sinnvollen Kanalisation des Basteltriebs. Daher hier die im Nachhinein zusammengelogene Motivation für das aktuelle Projekt:

Unsere Waschmaschine steht im Keller. Außerdem ist sie alt, fast 18 Jahre. Damals gab es noch kein “Ich bin fertig!”-Gepiepse. Also muss man nach dem Einschalten der Maschine in etwa abschätzen, wann sie fertig sein wird und sich am besten eine Erinnerung am Handy einstellen. Sonst könnte sich eine der folgenden dramatischen Szenen abspielen:

  • Die Maschine ist fertig und niemand räumt sie aus.
  • Die Maschine ist fertig und man räumt sie viel zu spät aus.
  • Die Maschine ist fertig und man merkt es zu spät, wodurch sich die nächste Maschine verzögert, deren Ende man wieder zu spät merkt, wodurch sich die näcshte Maschine… (das Prinzip ist klar).
  • Die Maschine ist fertig und irgend etwas anderes ganz schlimmes.
Wemos D1 mini

Da hat man als Bastler jetzt also einen Wemos D1 mini herumliegen (also einem Arduino-ähnlichen Mikrocontroller mit einem ESP8266-WLAN-Modul) und fragt sich, was man – bezüglich des oben geschilderten “Problems – sinnvolles damit machen könnte. Natürlich 1) irgendwie das Ende des Waschvorgangs detektieren und dann 2) irgendwie eine Nachricht absetzen, die dann wiederum irgend jemanden zum Ausräumen der Waschmaschine animieren soll.

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