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Eisfinger

via bbc.co.uk

Unglaublich schön, dieser Tod. Über Chemie und Physik hinter dem Phänomen können wir ein andermal sprechen, jetzt einfach mal nur die Bilder wirken lassen und die Natur und die Kunst bewundern.

Hintergründe zu dem Film findet man bei der BBC. Ach ja, und der Name David Attenborough war mir bis dahin nicht geläufig. Aber als ich gestern das Video meinem indischen Kollegen gezeigt habe, hat er nach 2 Sekunden „David Attenborough!“ gerufen. Bildungslücke, würde ich sagen.

Loslassen

Gestern bin ich über einen bedenkenswerten Text gestolpert: Ein Auszug aus einer Predigt von Karl Barth aus dem Jahr 1944, in der er auf den 100. Geburtstag von Friedrich Nietzsche Bezug genommen hat. Heute bietete es sich an, den Text vor dem Hintergrund des Todes von Steve Jobs zu lesen:

Jeder Mensch, auch jeder grosse, bedeutende, gute Mensch, hat seinen ganz bestimmten Lebenskreis, seinen Raum, seine Zeit, seine Kraft und seine Gelegenheiten, aber eben damit auch seine Grenze, die er nicht überschreiten kann. Jenseits dieser Grenze wird auf die Länge und im Grunde kein Mensch mehr von den anderen verstanden und geschätzt und für sie lebendig sein können. Es kann vorkommen, dass er dann gelegentlich, vielleicht an seinem 100. Geburtstag, wieder entdeckt wird, und dann betrachtet man noch einmal sein Bild, dann liest man noch einmal einiges über ihn, und vierzehn Tage später redet wieder niemand mehr von dem längst Entschwundenen.

Und seht, es ist überall: Unsere Interessen und unsere Beziehungen, zum Glück auch die Missverständnisse und Belastungen, unter denen wir miteinander leben, das alles läuft notwendig schon in diesem Leben irgendeinmal einem Punkt entgegen, wo sie nichts mehr bedeuten werden. Was wir einmal gewollt haben, das werden wir einmal aufgeben müssen, was wir gebaut haben, werden wir einmal abbauen müssen, und was wir geleistet haben, werden wir einmal durch die Leistung eines anderen überbieten und ersetzen lassen müssen.

Wie wäre es uns so gut, wie wäre uns geholfen, wenn wir das immer vor Augen hätten! Wir haben es leider nicht immer vor Augen, wir pflegen, wenn die Dinge da sind, nicht an ihr Ende zu denken. Es erscheint uns alles unendlich: unsere Freude und unser Kummer, Verlust, unsere guten Absichten – ach, sie sind so unendlich gut -, aber auch unsere bösen Leidenschaften. Wir selber, ich, du, unendlich, aber, nicht wahr, auch der Mitmensch unendlich in dem, was wir an ihm schätzen, und noch mehr in seinen Fehlern! O weh! Wir müssten uns klarmachen, dass das schrecklich ist. Das Unendliche ist der Feind des Menschen. Wenn die Dinge unendlich werden, dann überwältigen sie uns. Sie haben uns dann, statt dass wir sie haben dürfen. Wir sind dann Gefangene des Lebens, statt frei zu sein. Und wir dürfen doch daran denken, dass in Wahrheit alles ein Ende hat. Es ist ja doch so. Wir würden dann nicht gleichgültig leben. Wir würden dann immer noch weinen und lachen, zürnen und lieben dürfen, es würde uns immer noch Ernst sein mit dem Leben, aber eben menschlich Ernst, nicht übermenschlich, nicht tierisch Ernst. Das gibt es in scheinbar sehr hohem und schönem Ernst, und es gibt nichts, unter dem wir so leiden, wie unter diesem tierischen Ernst, der nicht an das Ende denken will. Wie gut wäre es für uns, wie wäre uns geholfen, wenn wir es zu Herzen nehmen dürften: es hat alle ein Ende! Und wenn wir gerade darum hoffen dürften!

(Aus: “Mit dem Anfang anfangen: Lesebuch”. TVZ, 1985)

via blog.aufatmen.de

Echte Geister

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Croixgagnon_frankschott_1231_trees_905
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via project1231.com

Am 5. August 1993 um 12:31 Uhr wurde Jospeh Paul Jernigan wegen Mordes hingerichtet. Er erklärte sich bereit, seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen, und so wurde sein Leichnam für das Visible Human Project aufbereitet. D.h. er wurde gefroren und in dünne axiale Schnitte zerlegt, die dann fotografiert und digitalisiert wurden. (BTW: Mit MRT könnte man das auch ohne Leiche und gefrieren und so, wurde bei dem Visible Human Projekt auch gemacht.) Von Kopf bis Fuß als Film zusammengesetzt sieht das dann so aus:

via project1231.com

Spielt man diesen Film jetzt im Vollbildmodus (langsam) auf einem Bildschirm ab und schwingt diesen dann (zeitlich und räumlich) gekonnt in guter alter Lichtmalerei-Manier durch die Luft, und ist man dabei auch noch so gut wie Croix Gagnon und Frank Schott das sind, dann kann man Geisterbilder wie die oben gezeigten erzeugen.

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RSS-Reader, tot oder lebendig?

Here’s another graph, this time of the number of items read per day.

via googlereader.blogspot.com

Sind RSS-Reader wirklich am sterben? Davon liest man derzeit. Die Grafik oben zeigt ein anderes Bild. Dargestellt ist die Anzahl der gelesenen Items pro Tag mit dem Google Reader. Das entspricht auch meinem persönlichen Empfinden. Mir geht es da wie Frank Bültge: Ohne RSS-Reader wäre ich ziemlich aufgeschmissen.