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Wie geil ist MRT?

Einfach mal ein Youtube-Video auf’s Blog stellen, das macht man eigentlich ja nicht. Aber wenn der legendäre Fynn Kliemann seiner Begeisterung über MRT Ausdruck verleiht, dann kann das jemand wie ich, der schon seit über 15 Jahren an und mit MRT bastelt, nicht unerwähnt lassen.

Bei einer Doktorprüfung müsste man ihm zwar bei fast jedem Satz widersprechen, aber für eine Laien-Erklärung ist das schon richtig gut:

Ach ja, und dann der Doc so:

Fachmann für Transportsysteme

Gestern gab das Nobelpreis-Kommitee die Gewinner des diesjährigen Medizin-Nobelpreises bekannt, zwei US-Amerikaner teilen sich den Preis mit einem Deutschen namens Thomas Südhof. Die drei sind offenbar Fachleute für Transportsysteme. In Zellen und zwischen Zellen. Zellen sind extrem komplexe Tierchen, in ihnen muss wahnsinnig viel Material just in time von A nach B geschafft werden, sonst funktioniert da nichts. Und Thomas Südhof hat Pionierarbeit geleistet für das Verständnis dieser Transportsysteme.

Jetzt könnte man meinen, dass ein Mann wie Thomas Südhof gut orientiert sein sollte. Wer sich den ganzen Tag mit Transporten beschäftigt, der muss die Übersicht behalten. Der muss wissen, was wann wo ist. Und wer schon „Süd“-hof heißt, dem scheint eine gewisse Orientierung in die Wiege gelegt zu sein.

Und jetzt das. Die Zeit schrieb gestern Abend, dass Südhof nicht ganz klar ist, wohin er selbst eigentlich gehört. Ob er deutscher Staatsbürger ist oder nicht. Ok, ist auch nicht so wichtig, könnte man meinen, immerhin weiß er, dass er jetzt (auch?) Amerikaner ist und sich in Amerika befindet. Von dort aus kann man sich doch gut weiter orientieren. Aber die Zeit schreibt weiter:

Südhof erreichte die Nachricht der Auszeichnung im Auto in Spanien. „Ich dachte, es wäre mein Freund, der anruft. Ich habe mich nämlich ein bisschen verfahren. Es tut mir leid, das ist ein bisschen unerwartet“, so seine Reaktion. „Ist das Ihr Ernst?“, habe er den Anrufer im Auftrag des Nobel-Komitees gefragt. „Oh mein Gott!“

Oh mein Gott.

Rechts-Äuger

Bildungslücke! Ich wusste zwar, dass ich zwei Augen habe, und dass ich – da beide ganz ordentlich funktionieren – damit auch räumlich sehen kann. In meinem symmetrischen Denken bin ich davon ausgegangen, dass es daher auch gut wäre, wenn beide Augen gleich viel zu meinem visuellen Eindruck beitragen würden. Pustekuchen.

Im Zusammenhang mit dem Projekt Google Glass bin ich über ein Video und darin zum ersten Mal über den Begriff der „Augendominanz“ gestolpert. Augendominanz bedeutet grob gesagt, dass das Gehirn bei der Berechnung des visuellen Eindrucks die Informationen des einen Auges denen des anderen Auges vorzieht. Um festzustellen, welches Auge bei dir dominant ist, kannst du folgenden recht einfachen Test durchführen:

Zur Feststellung der Augendominanz gibt es verschiedene Verfahren. Bei vielen wird die Versuchsperson darum gebeten ein näheres (beispielsweise den eigenen Daumen bei ausgestreckten Arm) und ein ferneres Objekt (beispielsweise ein senkrechter Strich an einer Wand) aufeinander abzustimmen (beispielsweise den Daumen so zu positionieren, dass er auf dem Strich liegt) und das nähere Objekt zu fixieren. Nun wird die Versuchsperson gebeten die Augen abwechselnd zu schließen. Schließt sie das nicht dominante Auge verändert sich die wahrgenommene Position der Objekte zueinander nicht, da die binokuläre Wahrnehmung ohnehin auf das dominante Auge abgestimmt ist. Schließt die Versuchsperson jedoch das dominante Auge verändert sich die Position der Objekte zueinander, da die visuelle Information des nicht dominanten Auges nicht mehr an die des dominanten Auges angepasst werden kann.

via de.wikipedia.org

Ergebnis: Ich bin Rechts-Äuger.

Echte Geister

Croixgagnon_frankschott_1231_house_905
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Croixgagnon_frankschott_1231_trees_905
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via project1231.com

Am 5. August 1993 um 12:31 Uhr wurde Jospeh Paul Jernigan wegen Mordes hingerichtet. Er erklärte sich bereit, seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen, und so wurde sein Leichnam für das Visible Human Project aufbereitet. D.h. er wurde gefroren und in dünne axiale Schnitte zerlegt, die dann fotografiert und digitalisiert wurden. (BTW: Mit MRT könnte man das auch ohne Leiche und gefrieren und so, wurde bei dem Visible Human Projekt auch gemacht.) Von Kopf bis Fuß als Film zusammengesetzt sieht das dann so aus:

via project1231.com

Spielt man diesen Film jetzt im Vollbildmodus (langsam) auf einem Bildschirm ab und schwingt diesen dann (zeitlich und räumlich) gekonnt in guter alter Lichtmalerei-Manier durch die Luft, und ist man dabei auch noch so gut wie Croix Gagnon und Frank Schott das sind, dann kann man Geisterbilder wie die oben gezeigten erzeugen.

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Wider die Krätze*

via iphas.de

„Nur dünn auftragen bitte, dünn!“ bläute mir die Apothekerin mit der für sie maximalen Nachdrücklichkeit ein und überreichte mir nicht ganz ohne Stolz eine dicke Kruke mit selbstgemischter Salbe, die mir der Arzt gegen meine Krätze* verschrieben hatte. Ich hatte verstanden. Seither versuche ich – ziviler Ungehorsam ist kein Teil meiner charakterlichen Grundstruktur – den Vorgaben von Arzt oder Apotheker (btw: dieses „Arzt oder Apotheker“ gibt es ja leider nicht in gerechter Sprache) Folge zu leisten. Ich gab alles, scheiterte jedoch wieder und wieder. Unweigerlich bekam ich ein etwas schlechtes Gewissen, was jetzt aber wieder gut ist. Denn es ist klar, die Apothekerin ist Schuld, oder der Hersteller dieser Kruken, in jedem Fall nicht ich. Denn ich hab aufgepasst damals in der Schule, als es um Zylinder, Kolben, Drücke, Flächen und Hubwege ging. Das hier ist zwar nicht das gleich, aber es lässt sich leicht die Salbe als inkompressible Flüssigkeit nähern und die Stange in folgendem Beispiel damit ersetzen, dazu die eine Flüssigkeit durch meinen Daumen, und schon wird klar, warum ich aus dem (oben schon zitierten) Schneider bin:

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