Wider die Krätze*

via iphas.de

„Nur dünn auftragen bitte, dünn!“ bläute mir die Apothekerin mit der für sie maximalen Nachdrücklichkeit ein und überreichte mir nicht ganz ohne Stolz eine dicke Kruke mit selbstgemischter Salbe, die mir der Arzt gegen meine Krätze* verschrieben hatte. Ich hatte verstanden. Seither versuche ich – ziviler Ungehorsam ist kein Teil meiner charakterlichen Grundstruktur – den Vorgaben von Arzt oder Apotheker (btw: dieses „Arzt oder Apotheker“ gibt es ja leider nicht in gerechter Sprache) Folge zu leisten. Ich gab alles, scheiterte jedoch wieder und wieder. Unweigerlich bekam ich ein etwas schlechtes Gewissen, was jetzt aber wieder gut ist. Denn es ist klar, die Apothekerin ist Schuld, oder der Hersteller dieser Kruken, in jedem Fall nicht ich. Denn ich hab aufgepasst damals in der Schule, als es um Zylinder, Kolben, Drücke, Flächen und Hubwege ging. Das hier ist zwar nicht das gleich, aber es lässt sich leicht die Salbe als inkompressible Flüssigkeit nähern und die Stange in folgendem Beispiel damit ersetzen, dazu die eine Flüssigkeit durch meinen Daumen, und schon wird klar, warum ich aus dem (oben schon zitierten) Schneider bin:

* Richtiger Name ist der Redaktion nicht bekannt, trotzdem: Name von der Redaktion geändert.

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