Verspielte Glaubwürdigkeit

Das, was meines Erachtens in einer Demokratie überhaupt nicht geht ist eine anlasslose Überwachung. Ich weiß überhaupt nicht, wozu und warum wir das brauchen. Das ist für mich eine Einschränkung von Freiheitsgrundrechten, die einfach zu weit geht und kein Mehr an Sicherheit bringt. Auch wenn das immer wieder behauptet wird von unserer Regierung: Es ist kein einziger Terroranschlag verhindert worden durch anlasslose Massenüberwachung. Kein einziger. Gibt es nicht.

Das sagt Anke Domscheit-Berg im Bayerischen Rundfunk und erinnert mich dabei an Gerhard Polt in „Der Pazifist“:

Diese Pazifisten, die haben doch noch nie einen Krieg verhindert! Oder können Sie mir irgendeinen Krieg nennen, den wo die verhindert hätten?

Ich freue mich über das Engagement von Anke Domscheit-Berg, verstehe ihre Empörung und auch ihren Frust. Nur am Ende dieses Zitats blitzt dieser Naivität (oder ist es Arroganz?) auf, die mich immer wieder bei den verschiedensten Leuten verblüfft: Warum glaubt Anke Domscheit-Berg, das zu wissen? Glauben wir wirklich, durch Edward Snowden jetzt umfassend über die Hintergründe des Weltgeschehens informiert zu sein? Glauben wir wirklich, dass manche Politiker so dämlich sind, wie sie sich geben? Glauben wir wirklich, dass Geheimdienste einfach nur böse sind?

Das Problem an der Sache ist, dass man mit dieser Haltung Glaubwürdigkeit verspielt. Schade.

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