Hanlons Rasiermesser

Rasieren ist ja nicht so mein Ding, ich lasse lieber zuerst wachsen und dann ab und an rasieren. Vielleicht war mir deshalb „Hanlons Rasiermesser“ bisher unbekannt. Es geht bei Hanlon allerdings nicht um ein echtes Rasiermesser, sondern eher um eine Lebensweisheit, mit deren Hilfe man die Wahrscheinlichkeit verschiedener Erklärungsmuster für menschliches Fehlverhalten abschätzen. Der im Englischen unter „Hanlon’s Razor“ bekannte Satz ist ganz schlicht:

Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend erklärbar ist.

Oder in der Kurzform:

Geh nicht von Böswilligkeit aus, wenn Dummheit genügt.

Vielleicht sollten wir uns Hanlons Rasiermesser im neuen Jahr ab und zu zu Herzen nehmen und lieber auf der Seite der Naivität vom Pferd fallen als auf der des Misstrauens.

(Wenn wir schon dabei sind: Es gibt noch andere „Rasiermesser“, z.B. das (mir) bekanntere „Ockhams Rasiermesser„. Es besagt (etwas verkürzt), dass von mehreren Erklärungsmöglichkeiten die mit der geringsten Komplexität am wahrscheinlichsten ist. Dass man auch damit nicht immer zur richtigen Einschätzung kommt zeigt mindestens jeder zweite Tatort.)

4 Gedanken zu „Hanlons Rasiermesser

  1. K.

    Das ist im Sinne der Menschenfreundlichkeit gewiss ein weiser Rat, insbesondere wenn man die genaueren Hintergründe einer Sache nicht erforschen kann. Aber dieser Rat könnte auch hinderlich sein, wenn man die Wahrheit wissen will.

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    1. dasaweb Beitragsautor

      Das stimmt, es ist auf keinen Fall garantiert, damit zum richtigen Erklärungsmuster zu gelangen. Es scheint mir aber ein guter Ausgangspunkt für weitere Überlegungen zu sein.

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  2. NullChecker

    Wieso wird sowas eigentlich immer „Rasiermesser“ genannt? „Hanlons Rasiermesser“ oder „Ockhams Rasiermesser“. Sind mir jetzt schon öfter begegnet diese Worte 😀

    Kann mich einer aufklären?
    Grüße

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