Das Rad, neu erfunden

(Achtung, dieser Post wird ziemlich videolastig, aber das ist hier ja nichts ungewöhnliches.)

Angefangen hat alles damit, dass ich dieses faszinierende Konzeptvideo von Hankook Tire gesehen habe:

Da stecken einige technische Konzepte drin, nicht alle davon erschließen sich meinem physikalischen Verstand auf Anhieb. Je länger man über Räder, deren Beschaffenheit und deren physikalischen Eigenschaften nachdenkt, desto verwirrender wird das zunächst scheinbar schlichte Konzept „Rad“. Abseits der gängigen Konzepte gibt es da wohl noch einiges zu entdecken und zu entwickeln. Beispiele? Eine wabenförmige flexible Felge, die einen schlauchlosen Reifen ermöglicht (und noch einige Probleme mit Nachschwingen hat):

Ein ähnliches Konzept verfolgt dieser Bridgestone-Reifen:

Oder dieses patentierte Konzept eines landwirtschaftlichen Reifens der Firma Galileo Tire, der weit mehr kann (können soll…) als das bisher praktizierte Druckluftreduzieren im Feld. Eine schaltbare Mischung zwischen Rad- und Raupenantrieb:

In eine andere Richtung gehen die folgenden Konzepte, am einfachsten zu sehen an diesem schlauchlosen Mountainbike-Reifen:

Offensichtlichster Vorteil hierbei ist (wie auch bei einigen obigen Konzepten), dass man diese Räder nicht platt fahren kann (kann schon mal die eine oder andere Radiusköpfchenfraktur verhindern, ich weiß das…). Ein nicht so offensichtlicher Vorteil ist die Energierückgewinnung dieser Räder. Energierückgewinnung? Klingt erst einmal suspekt, und wenn man sich den Wikipedia-Artikel zum sogenannten „Energy return wheel“ ansieht, dann wimmelt es da auch nicht gerade von logischen Erklärungen (hier versucht es jemand). Allerdings gibt es Messungen, die tatsächlich ein besseres Rollverhalten eines solchen Reifens zeigen:

Der Reifenspezialist Britek hält vermutlich nicht umsonst einige Patente auf ein solches Reifenkonzept (mehr Videos von Britek gibt es auf ihrem Youtube-Kanal „EnergyReturnWheel“).

Wie gesagt, alles etwas verwirrend. Ich kann nach einigem Nachdenken und einigen Diskussionen mittlerweile nachvollziehen, dass ein herkömmlicher Gummireifen tatsächlich die bei der Deformation aufgenommene Enregie bei der Rückverformung nicht 1:1 wieder in kinetische Energie umsetzten kann, wogegen ein Energy Return Wheel da einen besseren „Wirkungsgrad“ hat. Britek erklärt das mit Hilfe einer Analogie zu Garagentoren:

Ein Tor wiegt hunderte Kilo. Dank der eingebauten Federn lässt es sich aber öffnen und schließen als wiege es nur ein paar wenige Kilos. Dasselbe geschieht mit unserem Reifen, der elastische potenzielle Energie speichert und die Bewegung so erleichtert.

Man darf gespannt sein, wie schnell die Menschheit aus ihrem lokalen Minimum „Luftgummiräder“ herausfinden wird.

9 Gedanken zu „Das Rad, neu erfunden

  1. Pingback: Flupp, flupp, flupp | dasaweb

    1. Alex

      Der „The new MICHELIN® X® TWEEL® TURF™ exclusively on John Deere ZTrak™“? Ich hab ein bisschen Angst, dass ich nach dem Anschauen des ®Videos™ jetzt auch rechtsgeschützt bin und entweder Michelin® oder John Deere™ gehöre…

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  2. Pingback: Das Rad, neu erfunden (2) | dasaweb

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