Das iPad ist nur eine Fernbedienung

Das iPad ist also kein Computer im Sinne einer Universalmaschine mehr, sondern eine Abspielplattform für die Inhalte der Medienkonzerne. Das iPad macht aus dem Two-Way-Web wieder eine Einbahnstraße und zwar eine, für deren Nutzung gezahlt werden muss.

Das führt letztlich zur Entmündigung der Nutzer. Der für das soziale Netzwerk Twitter arbeitende Autor und Programmierer Alex Payne, eigentlich ein Mac- Enthusiast, formuliert es drastisch: „Was mich am meisten am iPad stört, ist dies: Hätte ich als Kind anstelle eines richtigen Computers nur ein iPad gehabt, wäre ich nie ein Programmierer geworden.“ Möglicherweise läutet das iPad das Ende einer „Hacker-Ära“ ein und entmündigt uns mit klinisch reinen Anwendungen, die zwar praktisch sein mögen, aber jede Kreativität im Keim ersticken. Für mich jedenfalls steht fest: Ein Computer, auf dem keine einzige Programmiersprache läuft, ist kein Computer, sondern eine Fernbedienung.

via faz.net

Bitte den ganzen Artikel lesen. Danke.

Der Artikel drückt sehr gut aus, was mich neben all den technischen Unzulänglichkeiten am meisten am iPad (und ebenso am iPhone etc.) stört.

5 Reaktionen auf “Das iPad ist nur eine Fernbedienung

  1. Alex

    Das kann ich auch als Nichtprogrammierer nachvollziehen. Sehe auch wirklich keinen einzigen Grund, für so ein Teil Geld auszugeben (mein iPod touch macht das Gleiche nur in handlich).Allerdings wäre die Frage, ob mit dem iPad der Computer abgelöst werden soll. Irgendeiner hat geschrieben, Apples Ziel sei nicht ein neues Rundumgerät, sondern die Ausdifferenzierung der Geräte nach Benutzungsziel. Telefonieren und mobile Kommunikation: iPhone/smartphone. Mobiler Medienkonsum: iPad/Kindle & Co. Arbeiten, Schreiben, Grafik und vielleicht auch Programmieren: MacBook/Laptop.Könnte was dran sein, oder?

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  2. thomasd

    Ich denke, das ist zu eng gedacht, was der Ursprungsposter der Zeitung Apple vorwirft. Es ist ja nicht so, dass wir das iPad und die Inhalte des AppStore kaufen müssen. Wir können, wenn wir wollen. Dagegen habe ich bei Google dauernde Werbeeinblendungen in welcher Form auch immer, also um Geld geht es Google auch ;-)Aber: Apple zeigt wieder einmal der ganzen Welt, wie etwas funktionieren kann. Wie war das doch mit iTunes, dem Store und dem iPod? Alle Welt schrie, wie eingeschränkt, wie teuer und und und. Und was war? Künstler bekamen ihren Anteil, User konnten einfach Musik oder Inhalte konsumieren und ein Unternehmen verdiente damit ordentlich Geld. Heute ist das DRM deutlich aufgeweichter und die Qualität der Songs sehr gut. Ich konnte mit iTunes erstmals auch nachts um 2.00 Uhr einen Song kaufen, ohne gleich bei Mediamarkt vor der Türe stehen zu müssen. Solange ich als User nicht das Gefühl habe, Geld aus der Tasche gezogen zu bekommen, ohne anständige Gegenleistung – warum nicht? Was ist das iPad dann? Genau das, was ich heute schon mit dem iPhone mache: Ein Gerät für Multimedia, E-Mail-Kontakt und Internetnutzung. Und das in einer schicken Aufmachung UND so, wie ich es als Normalnutzer nur brauche.Wer hacken will, hat einen Laptop, wer konsumieren will, hat ein Empfangsgerät. Ich bin sicher, das eine oder andere wird noch ergänzt, z.B. ein Kartenslot oder ein USB-Anschluss. Aber in einem bin ich mir sehr sicher, das iPad wird unseren Umgang mit Multimedia verändern, wie das iPhone. Und dann gibt es auch die Nachahmungsprodukte, die die fehlenden Dineg bereitstellen, aber halt nicht von Apple.

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  3. Anonymous

    Und noch etwas: Was ist daran so schlimm, wenn Bild eine App für Ihre Inhalte verkauft oder die Inhalte? Ich finde es deutlich besser, als wenn à la GEZ einfach mal pauschalverdächtig jeder abkassiert wird, egal ob ich etwas konsumieren möchte oder nicht.

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  4. dasaweb Beitragsautor

    @Alex: Klar, es wird Zeit für Ausdifferenzierung, keine Frage. Hat ja aber nicht mit dem iPad begonnen, wird damit aber definitiv vorangetrieben.@Thomas: Es geht mir überhaupt nicht ums Geldverdienen. Ich habe nichts gegen bezahlte Inhalte und online gekaufte Musik. Die Vorzüge liegen auf der Hand.Aber, und das geht an beide: Mein Problem ist die Monoploisierung und die totale Kontrolle über das, was auf diesen Geräten passiert. Es mag nur einen Weg zu Heil geben, aber es muss doch mehrere Wege geben, um z.B. Musik auf einen Player zu bekommen. Ich bin ein Freund quelloffener Software, wenn ich das auch nicht in allen Bereichen konsequent durchziehe. Und was hier läuft ist das genaue Gegenteil dieser Idee. Allein der Gedanke an diese Entmündigung erzeugt fast körperlichen Schmerz ;o) Diese Flash-Geschichte sagt irgendwie viel. Ich will selbst bestimmen können, was auf meinem Gerät läuft und was nicht. Und zur Not darf dafür dann da auch mal ein Virus laufen… Wisst ihr, was ich an meinem guten alten MDA Vario fast am liebsten mag? Sicher nicht die schicke Oberfläche und die fluffige Bedienung, beides gibt es nicht. Ich mag den Registry-Editor. Nicht, dass ich den ständig brauchen würde, aber er symbolisiert mir die Kontrolle, die ich über das Teil habe.N8 jetzt mal.

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