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Tanzen

Gestern wollte ich an meiner Soundkarte etwas ausprobieren und habe dazu ein völlig beliebiges MP3 von meiner Festplatte abgespielt. Die zufällige Wahl fiel auf „Tanzen“ von Herbert Grönemeyer. Nicht dass ich ein eingefleischter Grönemeyer-Fan wäre, aber manche Sachen von ihm haben es tatsächlich geschafft, sich dauerhaft auf meiner Platte einzunisten. Dieses „Tanzen“ stammt von 1986. Eine komplett andere Zeit. Und trotzdem entwickelte es gestern beim Hören eine Aktualität, die fast etwas Gespenstisches hatte. Am Abend spielte Grönemeyer dann auch noch bei dem Konzert für Toleranz an der Frauenkirche in Dresden…

Hier ein Ausschnitt aus dem Text, der leider all zu gut zu der Stimmung der letzten Wochen passt. Dabei ist Grönemeyers Kritik an manchen christlich-religiösen Gruppen sogar noch zu kurz gegriffen, wie z.B. die Ereignisse um Heidi Mund zeigen.

Asylanten weisen wir vor unsere Schranken
So verfolgt kann keiner sein
Deutschland wird allzusehr als Paradies missverstanden
Wir lassen einfach keinen mehr rein

Wir sind Christen, falten unsere Hände
Schließen dabei die Augen zu
Wir preisen Gott und die geistige Wende
Wir spielen blinde Kuh
Wir wollen unsere Herren loben
Alles Gute kommt von oben

(Hier der komplette Songtext)

Hätte nicht gedacht, dass ich hier mal einen Grönemeyer-Song zum (genauen Zu-) Hören empfehle, aber was soll’s. Hier die meiner Meinung nach schönste Version des Songs:

Wenn wir schon dabei sind: Dass der Song wirklich aus einer ganz anderen Zeit stammt zeigt eindrucksvoll diese Live-Version:

Musik²

Zur Abwechslung mal wieder zwei Musikvideos, die es mir angetan haben. Dauerschleifengefahr!

1) kutiman bringt 23 von anderen Leuten auf Youtube eingestellte Musik-Filmchen zusammen und mischt daraus einen faszinierenden Song:

2) Kawehi mischt auch. Ihre Komponenten: Eine Loopstation (BOSS RC-300, will ich auch haben!), ein bisschen Zubehör, ein Michael Jackson-Klassiker und ihre Stimme. Großes Tennis, das so irritierend einfach aussieht:

Akustischer Synthesizer

Un-glaub-lich. Wenn man sich diese Videos ansieht ist einem anfangs gar nicht klar, was da so besonders sein soll: Jemand spielt auf einer Akustik-Gitarre, und die Töne, die man dann hört, sind massiv modifiziert. Klar, Kabel rein, Effekte drauf und ab damit auf den Lautsprecher. So läuft das normal. Hier nicht. Hier wird noch mit echter Physik gearbeitet:

Kein Kabel, kein Lautsprecher, nix. Mit kleinen Magnetfeldern werden die Schwingungen der Saiten so modifiziert, dass die Gitarre akustisch diese Sounds ausgibt.

Hier noch ein Filmchen von ein paar Gitarristen, die das Teil erstmals in die Hand bekamen und teils etwas ungläubig reagierten: Weiterlesen

Die Wahl zwischen Kasperl und Seppl

Anlässlich der heuten Landtagswahl hier in Bayern und der anstehenden Bundestagswahl in einer Woche will ich hier mal für einen Künstler werben, der es wert ist, beworben zu werden: TEX. (Webseite, Blog, Twitter, Facebook, Wikipedia, Musiker-Steckbrief bei TV Noir).

TEX ist als Initiator und Moderator der unvergleichlichen Musikshow TV Noir auf meinem Radar erschienen. Dass er auch selbst Musik macht wusste ich, konnte mit seinen Songs lange aber nicht besonders viel anfangen. Das hat sich schlagartig geändert, als ich ihn bei einem Konzert im Cairo erlebte. Gepackt haben mich vor allem seine TEX-te (haha).

Genug der Vorrede, eigentlich wollte ich doch nur einen TEX-Song zur Wahl vorstellen. Titel: „Sie haben die Wahl“ (Lyrics). Der Song hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Spiel aber bei TEX keine Rolle, denn alle seine Songs sind eher neuere Songs, er schreibt (laut eigenen Aussagen) extrem langsam. Jetzt aber:

Es gibt auch eine musikalisch abgespeckte Live-Version aus der TV Noir-ShowWeiterlesen

SEA+AIR

Irgendwann im letzten Jahr bin ich auf das Musiker-Duo SEΛ+ΛIR (hier bei Facebook) aufmerksam geworden, und seit ihrem Auftritt bei TV Noir im April 2012 (ganze Sendung, Ausschnitte) bin ich sowas wie ein Fan. SEΛ+ΛIR sind Eleni (sie) und Daniel (er) Benjamin, ein perfekt abgestimmtes deutsch-griechisches Musiker-Ehepaar, experimentierfreudig, kraftvoll, virtuos, tiefgründig, humorvoll. Manchmal auch scary. Ich habe die beiden jetzt schon zweimal in Würzburg gehört und gesehen, es gibt wohl im Moment keine Band, die ich so uneingeschränkt empfehlen kann wie SEΛ+ΛIR. Deshalb tue ich das auch hiermit.

Offenbar geht das auch anderen Leuten so: Am letzten Wochenende hatten sie einen (zu kurzen) Auftritt bei Inas Nacht (ab Minute 51:15), und dann hängt auch noch ihr Plakat bei dem von mir  sehr geschätzten Dittsche (gleich am Anfang mal links unten). Sehr schön. Weiterlesen

Musik mit Klaus

Klaus Kauker, dieser Name geistert seit einigen Tagen durch das Netz. (Diesen Beitrag wollte ich schon lange geschrieben haben, hab ich aber nicht, was mich ein bisschen ärgert, denn mittlerweile hat sogar Spiegel Online seine Videos ausgegraben… ;o). Das kommt daher, dass ein Video von ihm für den Deutschen Webvideopreis 2012 nominiert ist. Videos hat der Gute schon viele gemacht, und für Musikinteressierte sind sie absolut sehenswert:

I Got Rhythm (6 Videos)

Tonnamen, Notation, Rhythmus – Grundlagen (3 Videos)

Tonleitern (6 Videos)

Intervalle (4 Videos)

Akkorde & Funktionen (14 Videos)

Vortrag Musiktherapie (7 Videos)

via klaus-kauker.de

Hier findest du auch seinen kompletten Youtube-Kanal, da sind noch eine ganze Reihe anderer Videos von ihm dabei, nicht weniger sehenswert. Im Gegenteil, die anderen Videos sind sogar die etwas weniger lehrreichen, dafür unterhaltsameren.

Meine Begeisterung hat mehrere Gründe: Zum einen kommen bei diesen Themen bei mir nostalgische Gefühle hoch, vieles von dem, was er vermittelt, habe ich auch gelernt, hat mir Spaß gemacht, mich fasziniert, und hätte ich immer gern noch mehr gemacht. Zum anderen schafft er es, sehr sympatisch und strukturiert auch etwas komplexere Inhalte zu vermitteln und gute Anregungen zur Vertiefung mitzugeben. Auch die Qualität seiner Videos ist für kostenloses Material erste Sahne, wobei er auch mit Aufnahme- und Präsentationstechniken spielt. Die Videos bilden inhaltlich eine große Bandbreite ab, von der Frage, warum Bohlen-Songs schlecht, aber erfolgreich sind bis hin zur kleinen Theorie-Einheit über Jazz-Akkorde. Und genau die zeige ich hier exemplarisch noch:

BTW: „Er hat noch die Kreuz Neun“ hat dabei nichts mit Poker zu tun, und mit der „B13“ ist hier auch nicht die Bundesstraße gen Heimat gemeint.

Rolling shutter

Bevor wir zur eigentlichen Attraktion dieses Posts kommen, hier zur Einstimmung ein paar Bilder:

via flickr.com

Wenn du solche Bilder noch nie gesehen hast und/oder ihr Zustandekommen nicht verstehtst, solltest du dir zunächst diesen Wikipedia-Artikel zum Rolling-Shutter-Effekt zu Gemüte führen, um dann ganz entspannd das folgende Video zu genießen, bei dem jemand einfach mal seine Smartphone bei laufender Kamera in seine Gitarre gelegt und ein bisschen gespielt hat. Viel Spaß:

via spreeblick.com