Archiv der Kategorie: Posterous

Mir ist das Wort “nur” unangenehm aufgefallen

Was haben Thomas Mann, Günter Grass und Thomas Bernhard gemeinsam? Ist es nur die Macht der Sprache?Dr. Renate Zuckmantel, Seeheim-Jugenheim

Marcel Reich-Ranicki: Mir ist das Wort “nur” unangenehm aufgefallen. Mehr möchte ich nicht sagen.

via faz.net

Bin über Günter J. Matthia darüber gestolpert.

Kormoran-Management

Wir benötigen ein europäisches Kormoran-Management, das festlegt, wie viele dieser Vögel wir brauchen, damit die Art überlebt. Jetzt sind es zu viele.

via mainpost.de (in einem wie so oft grandiosen Artikel)

Das mit dem Kormoran ist so eine Sache. Die einen wollen ihn abschießen, den Vogel des Jahres 2010, weil er uns alle Fische wegfrisst, die anderen unbedingt nicht und sehen hier einen “Prüfstein für umsichtigen Artenschutz”. Schwierige Sache das. Gerhard Polt hat die Situation frühzeitig – also schon vor Jahren – erkannt und sich dazu geäußert:

Ohrwärmer

Straffrei bleibt laut dem OLG Hamm theoretisch auch, wer das Handy nur nutzt, um mit dem Akku sein entzündetes Ohr zu wärmen. Allerdings glaubte das Gericht diese Ausrede nicht, der Ertappte musste zahlen (Az.: 2 Ss OWi 606/07).

via heise.de

Es gibt so einige Kuriositäten rund um die Handynutzung im Auto. Man kann darüber lachen, aber ich finde, dass das Beispiel der Handynutzung im Auto ganz gut die Schwierigkeiten der Juristerei verdeutlicht. Es ist offensichtlich nicht leicht, gesunden Menschenverstand in Worte zu fassen.

Transsib

via google.ru

Fernweh plagt mich eher selten. Aber die transsibirische Eisenbahn, die übt schon immer eine gewisse Faszination auf mich aus. Vielleicht fahre wirklich mal mit ihr, wer weiß. Bis dahin kann ich sie jetzt virtuell fahren. Das ist kein Ersatz, aber ein Anfang, ein erster Eindruck. Google hat in einem Projekt Filmmaterial zur Verfügung gestellt, durch das man auch anhand einer Karte und besonders interessanter Wegmarken navigieren kann. Irgendwie ist es da immer Tag, ist auch besser so, man will ja nicht stundenlang durch die Nacht fahren. Zwei Kontinente, 9000km, 7 Zeitzonen in 150 Stunden Fahrzeit. Ich schau mir das eben mal an.

“Gewinner”-Bilder 2009

© Pietro Masturzo

Tagsüber gingen die empörten Menschen auf die Straßen, um gegen den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Iran zu protestieren. Wenn sie abends nach Hause zurückkehrten, blieb ihr Protest nicht stumm: Sie riefen ihn von den Dächern ihrer Häuser. So wie diese Frauen in der Nacht vom 24. Juni 2009. Der italienische Fotograf Pietro Masturzo hat die Szene festgehalten und ein Bild geschaffen, das sowohl einen besonderen historischen Moment zeigt als auch, wie er das Leben der Menschen berührt. Zugleich ist Masturzo ein in Komposition und Farbe außergewöhnliches Foto gelungen. Am Freitag wurde es zum World Press Photo 2009 gekürt.

via zeit.de

Die Gewinnerbilder aller 21 Kategorien kannst du hier bestaunen. Und sie zeigen nicht immer Gewinner…

“Wir müssen die Scripts des digitalen Zeitalters erzählen.” Müssen wir?

via faz.net

Via Andre auf dieses Videointerview mit Frank Schirrmacher gestoßen. Ich muss sagen, ich mag seine Sprache und seine Bilder, trotzdem geht es mir bei Schirrmacher wie Sascha Lobo: Bei allem, was Schirrmacher richtig erkennt und wirklich treffend beschreibt (und das ist einiges!) bleiben seine ängstlich-kulturpessimistischen Falten auf der Stirn. Und die kommen durch die Überbewertung des Algorithmischen und durch dessen Unterschätzung. Er widerspricht sich da etwas: Auf der einen Seite sieht er den riesigen menschlichen Input im Netz, auf der anderen hat er Angst vor dem ausgeschlossenen Dritten. Was Lobo von Schirrmacher hält kann man z.B. hier nachlesen. Ich muss da noch bisschen drüber nachdenken.

PS: Das Video gibt es nicht mehr. Details dazu ggf. noch hier:

2010 sprach Alexander Kluge mit Frank Schirrmacher anlässlich des Erfolgs seines damals jüngsten Buches: Payback – Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen. Inhalt des Gespräches ist die Externalisierung des Denkens, der Tsunami der Informationen und die Herausforderung für die Öffentlichkeit, die damit einhergeht. Ein faszinierendes Gespräch über den Stand und die Zukunft der digitalen Welt, sowie ein eindringlicher Beweis dafür, dass die Welt gestern einen großen Denker verloren hat.