Ich bin leidenschaftlicher Podcast-Hörer. Es gibt nichts besseres, als bei Tätigkeiten, die wenig Aufmerksamkeit erfordern (Putzen, Kochen, Fahrradfahren, Basteln, …), nebenbei interessante Sachen zu hören. Dazu habe ich diverse fertige Podcasts abonniert. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass mir außerhalb meiner abonnierten Podcasts einzelne Vorträge oder Sendungen über den Weg laufen, die ich ebenfalls gerne über meine Podcast-App hören würde. Denn die App (ich nutze Podkicker Pro) hat gewisse Vorteile: Ich kann meine Standard-App nutzen und diese auch mit meiner Pebble steuern, ich kann es ggf. beschleunigt hören, die Datei wird automatisch auf das Smartphone geladen und nach dem Hören von selbigem wieder gelöscht usw.
Um also einzelne MP3s automatisch in meinen Podcast-Workflow zu bekommen musste ein eigener Podcast her. Der sollte natürlich möglichst einfach von diversen Geräten aus gefüttert werden können. Ideal wäre es – dachte ich mir so – wenn ich einfach die Dateien in einen Dropbox-Ordner legen könnte und sie von dort aus alleine in meine Podcast-App wandern würden. Manchmal ist es auch nett, wenn man gar nicht das MP3 an sich in die Dropbox legen muss, sondern einfach eine URL-Datei, die auf das MP3 verweist. Meistens liegt das Ding ja schon irgendwo im Netz.
Als ich damals mein altes HTC Desire HD in den Ruhestand geschickt habe, um auf das damals neue Nexus 4 umzusteigen, habe ich beschlossen, technische Geräte häufiger zu wechseln und nicht zu lange mit eigentlich veralteten Sachen zu arbeiten. Aber ich ertrage es einfach kaum, Dinge auszurangieren, die eigentlich noch ihren Dienst verrichten.
Ende letzten Jahres habe ich es dann doch getan: Mein sieben Jahre alter Dell Inspiron 1720 wurde voll funktionsfähig in Rente geschickt. Es war ein Weltgerät, nie mehr werde ich einen so guten und zuverlässigen Rechner haben! Aber das Alter… Glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede.
Ich brauchte wieder ein Arbeitstier, maximal konfigurierbar. Und bezahlbar. Seither arbeite ich mit einem Schenker M704 mit sehr ordentlicher Ausstattung. Letzte Woche hab ich ihn zum ersten Mal an seine Grenzen gebracht, besser gesagt darüber hinaus. Aber gut, die >100GB RAM, die ich für mein Problem benötigte, hat im Moment einfach kein Laptop an Board. Das Gerät ist solide, keine Schönheit, aber ein echtes Arbeitstier. Ein paar Dinge stören mich (Tastaturlayout: Kein Abstand zum Zahlenblock, Position der Cursortaste etc.. Anschlüsse: Seitlich und zu weit vorne. Lüftersteuerung: Also bitte…), aber es gibt wohl nicht das perfekte Gerät.
Seit dem Umstieg arbeite ich auch mit einer neuen Maus, einer Logitech M705. Keine Bluetooth-Maus mehr, daher kommt sie mit einem kleinen USB-Adapter daher, einem “Logitech Unifying-Empfänger“. Ich dachte, das Ding stecke ich in den einzigen USB2-Port des Rechners, da wird das nicht weiter stören. Es stört aber, und zwar gewaltig. Das Problem ist, dass der Stecker einfach viel zu lang ist und man zu oft daran hängen bleibt. Sei es, wenn man den Rechner in die Schutzhülle der guten alten Umhängetasche stecken will (was ich oft mehrmals täglich will), oder wenn man den Rechner irgendwo seitlich abstellt. Die Gefahr, die Buchse (und damit vielleicht noch etwas mehr) mit einem Mal nachhaltig zu beschädigen ist nicht gerade klein. Und den Stecker jedes Mal abzuziehen und in der Maus zu deponieren ist auch nicht gerade elegant.
Die Idee hatte ich schon länger, heute hab ich es gewagt: Ich hab den USB2-Port quasi nach innen verlegt: Innen an den Port ein Stück USB-Kabel mit Buchse gelötet, die eigentliche USB-Buchse außen zugemacht und fertig. Gleiche Funktionalität wie vorher, aber der störende Dongle weg.
Weg ist damit allerdings auch die Garantie meines nicht mal ein Jahr alten Gerätes. Ich kann nur hoffen, dass dich Schenker – sollte es tatsächlich einmal zu einem Garantiefall kommen – kulant zeigen wird. Immerhin fanden sie die Idee eines fest verbauten Logitech Unifying-Empfängers gar nicht so schlecht.
Du kennst das sicher: Du fährst in einer einspurigen Einbahnstraße, Tempo 30, viel Platz ist nicht, links ist ein Gehweg, rechts parken an der Straße entlang Autos, und vor dir tümpelt ein Radfahrer vor sich hin. Du siehst schon, dass sich weiter vorne eine Lücke ergibt, ein paar Parkplätze in Folge sind frei, vielleicht so drei Stück. Du rückst dem Radfahrer ein bisschen auf die Pelle, denn selbstverständlich wird er gleich die Parklücke rechts nutzen, um dir Platz zu machen. Immerhin hält er dich ganz schön auf.
Andere Perspektive: Du merkst auf deinem Fahrrad, dass das Auto hinter dir in der Einbahnstraße vorbei will, offenbar hältst du den Fahrer auf. Obwohl hier ja Tempo 30 ist und du mit 25 km/h nicht gerade langsam unterwegs bist. 10 km/h Unterschied, das Auto fährt ja nicht nur 30, da könntest du es eigentlich vorbei lassen. Solltest es sogar. Da vorne in dem langen Stück mit den freien Parkplätzen ist eine gute Gelegenheit.
Ist es eine gute Gelegenheit? Die Situation kenne ich gut, alle paar Tage als Fahrradfahrer, ab und zu auch als Autofahrer. Schon oft dachte ich, man müsste das mal kurz durchrechen: Soll ich mich überholen lassen?
Michael hat mich auf diese Seite aufmerksam gemacht: http://joshworth.com/dev/pixelspace/pixelspace_solarsystem.html Gleiche Idee, nur nicht als Video, sondern als scrollbare Webseite. Längere Reisen sind nur zu empfehlen mit einer Maus mit “Hyper-fast scrolling” oder ähnlichem. Oder man fliegt (wie im Video) “nur” mit Lichtgeschwindigkeit durch die Leere :
2) To Scale: The Solar System
Ein paar Jungs bauen – weil sie sonst nichts zu tun haben – unser Sonnensystem in der Wüste von Nevada maßstabsgetreu nach. Mit kleinen leuchtenden Murmeln, einem Auto, wenig Zeit, dafür viel Raum:
Wenn du weißt, was CSS ist, dann hast du vermutlich schon einmal etwas mit der Gestaltung von Webseiten zu tun gehabt. Denn CSS ist der Teil einer Webseite, der die reinen Informationen für den Betrachter (hoffentlich hübsch) aufbereitet. CSS definiert Abstände, Farben, Übergänge, Textstile, Rahmen usw.
Aber auch Spaß kann man mit CSS haben, seit einiger Zeit geistern sog. CSS-Puns durchs Netz. Kurze Codeschnipsel im CSS-Stil, die vielleicht in CSS gar keinen richtigen Sinn machen würden, aber etwas gut auf den Punkt bringen. Einfaches Beispiel:
Eigentlich habe ich mit Astronomie nicht so viel am Hut. Ist ja alles relativ, auch diese Aussage, denn vermutlich habe ich damit deutlich mehr am Hut als der Durchschnittsbürger, immerhin hatte ich Astro als Nebenfach im Studium. Meine mit Abstand peinlichste Veranstaltung im Studium war ein Referat über Braune Zwerge. Mein einziges Ziel: Mir nicht anmerken zu lassen, dass ich sowas von keine Ahnung hatte. Scheint mir geglückt zu sein. Wenn ich schon fachlich nichts konnte hatte ich wenigstens das Blenden irgendwie drauf…
Zur Sache: Seit einiger Zeit interessiere ich mich (zum ersten Mal in meinem Leben wirklich) für Astronomie. Angefangen hat das mit einem Blogpost von Ralf über einen Vortrag von Florian Freistetter, den Wikipedia als “Astronom, Blogger, Buchautor und Podcaster” vorstellt. Und in seiner Funktion als Podcaster hat er mir tatsächlich die Astronomie näher gebracht. “Sternengeschichten” nennt er seinen Podcast leicht verklärt. Kleine Episoden über Themen der Astronomie, gut und oft einfach erklärt, eher leichte Kost. Hörenswert.
Und dann hab ich – frisch Astro-begeistert – heute dieses Video gesehen. Du wirst dir vermutlich kaum die Zeit nehmen, es komplett anzusehen, aber lohnen würde es sich. Die Idee ist schlicht: Die (natürlich virtuelle) Kamera bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit von der Sonne weg durch unser Planetensystem. Eingeblendet ist immer der Abstand zur Sonne, die schon verstrichene Zeit, und wie lange es noch dauert, bis man den nächsten Planeten oder Asteroiden passiert. Diese Angabe eignet sich auch gut zum Vorspulen, will man etwas Zeit sparen. Die ersten gut acht Minuten bis zum Erreichen der Erde solltest du dir aber schon in Echtzeit geben. Beim Ansehen bekommt man ein sehr gutes Gefühl dafür, wie unfassbar die Distanzen im All sind, wie lange Licht unterwegs ist, viel groß der Raum und wie klein die (aus unserer täglichen Perspektive riesigen) Strukturen wie Planten etc. sind, warum eine Fahrt zum Mars so dermaßen viel schwieriger ist als eine zum Mond, warum Astronomie so schwierig ist, wie wahnsinnig hell und heiß die Sonne sein muss, um uns aus dieser Distanz noch die Haut zu verbrutzeln usw. Hut Film ab!
Eine ganz gewöhnliche Kreuzung in Shibuya, einem Stadtbezirk von Tokio. Nicht ganz gewöhnlich, es ist wohl die am stärksten frequentierte Kreuzung Japans. Wenn ich das richtig gelesen habe überqueren abends bis zu 15.000 Menschen die Ampel. Pro Ampelphase.
Und dann macht sich jemand die Mühe und baut diese Kreuzung mit “nur” 1.000 Papierfiguren nach. Mopeds, Busse, Autos, und viele unterschiedliche Menschen. Bescheuert, und bescheuert schön:
Wenn mir jemand ein Lebensmittel oder irgend etwas anderes mithilfe des Etiketts “natürlich” andrehen will kotze ich statt zu kaufen. Denn bei dem Dualismus natürlich vs. chemisch fühle ich mich schlicht verarscht. Natürlich = gut, chemisch = böse. Klar, so einfach ist das nicht, aber die Richtung stimmt schon, oder? Nein, sie stimmt nicht. Das folgende Filmchen spricht mir da aus dem Herzen:
Was natürlich schon stimmt ist, dass z.B. mit Essen zu oft zu viel gepanscht wird. Aber das ist eine andere Geschichte.
Jeden Tag stürzt in den USA einen 737 ab und reißt 100 Menschen mit in den Tod. Stimmt so natürlich so nicht. Was aber stimmt ist, dass jeden Tag ca. 100 Menschen auf den Straßen Amerikas ums Leben kommen. Das ist schon eine gewaltige Zahl und unter anderem ein Grund für immer neue Assistenzsysteme und (einen Schritt darüber hinaus) eine starke Motivation für die Umsetzung des autonomen Fahrens. Autonomes Fahren ist nicht nur entspannter, sondern eben auch sicherer, auch wenn wir das nicht gerne hören wollen. Zum einen ist selbstbestimmtes Fahren immer noch ein Ausdruck für Freiheit, zum anderen wollen wir einfach nicht glauben, dass eine Maschine eine so komplexe Aufgabe wie das Fahren besser bewerkstelligen können soll als wir es selbst können. Und richtig, das Problem ist komplex. Wahnsinnig komplex. Was ein Auto alles sehen, einschätzen, berechnen und entscheiden muss wird schön im folgenden Video erklärt:
Faszinierend, wie diese System mittlerweile sogar Enten jagenden Rollstühle auf den Fahrbahnen erkennen und entsprechend reagieren kann. Und wenn wir ehrlich sind ist Autofahren gerade auch deshalb so komplex, weil die anderen Verkehrsteilnehmer unberechenbare Wesen sind wie wir selbst eben auch. Je mehr Fahrzeuge autonom unterwegs sein werden, desto berechenbarer und überschaubarer wird das System auch für das eigene autonome Fahrzeug. Und nicht nur das: Das System Straße besteht ja aus sehr vielen Individuen, für die man versucht hat, simple Regeln so definieren, dass sich bis zu einem gewissen Grad eine Schwarmintelligenz ausbilden kann. Wie gut das funktioniert kann man auf jeder Autobahn beobachten. Nicht besonders gut nämlich. Auch hier wird sich eine Einschränkung des Individuums durch eine stärkere Kopplung positiv auf das Kollektiv auswirken, da bin ich mir sicher.
Ich fahre gerne Auto, sehr gerne sogar. Trotzdem freue ich mich auf’s gefahren werden.
Ist ja nichts Neues, dass ich ein Freund kontinuierlicher Ampeln bin. Zwar geht bei einem solchen Konzept die digitale Simplizität verloren (“Bei Rot bleibe stehn, bei Grün kannst du gehn” oder “Bei Rot musst du warten, bei Grün darfst du starten”), dafür sollte die Transparenz des Systems Stress aus der Wartesituation nehmen. Glaube ich jedenfalls.
Dass ein solche analogen kontinuierlichen Ampeln bis in die 70er gab wusste ich gar nicht. Sogar Deutschland hatte bis 1972 die sog. Heuer-Ampel. Das definitiv schönste Modell hatten aber die Australier mit ihrer Marshalite, die sogar mit einer Gelbphase aufwarten konnte: