Murmeltier!

Jedes Wochenende sollte mit einem guten Videoclip eingeläutet werden. Ich hatte einen in der Pipeline und wollte ihn jetzt bloggen, aber dann kam mir doch tatsächlich Heidi Moggadodde zuvor. Egal, denn sie schrieb:

Ich. Muss. Es. Immer. Wieder. Anschauen.

(Moggadodde)

Es geht um Musik, unglaublich faszinierend hergestellte Musik. Mit einer tierischen Murmelmaschine. Manchmal sind Sachen zwar faszinierend gemacht, das eigentliche Ergebnis ist dann trotzdem so lala. Geht mir immer wieder bei virtuosen Musikclips so. Handwerklich unglaublich gut, aber wenn man die Augen zu macht klingt es nach nicht mehr viel. Hier ist das anders. Ich hatte das Video schon in Dauerschleife laufen, weil es eben einfach auch gut klingt. Und weil man es immer wieder anschauen und anhören muss schadet es auch nicht, wenn ich es hier auch noch mal verlinke. Film ab!

Fast vergessen: Der Typ in dem Film ist der schwedische Musiker Martin Molin. Wer mehr über die Maschine erfahren will sollte sich auf Martins Molins Youtube-Kanal umsehen, da gibt es viele Videos zum Bau und zur Funktionsweise des Murmeltiers.

Schönes Wochenende!

Der schubst auch Kinder!

So ziemlich jeder hat wahrscheinlich schon mal in einem Video einen dieser Roboter von Boston Dynamics gesehen, z.B.dieses hundeähnlichen Vieh, welches gut als Lastenträger denkbar ist, oder den schnell rennenden Vierbeiner, dem man besser nicht in freier Wildbahn begegnen möchte.

Im Programm hat Boston Dynamics auch einen humanoiden Roboter, genannt Atlas. Von der neusten Atlas-Version wurde vor einer Woche ein Video veröffentlicht, welches schon ziemlich faszinierend ist. Gestutzt habe ich aber vor allem an dieser Stelle hier bei Minute 1:21:


(Mist, das Einbinden von Videos mit einer bestimmten Startzeit scheint nicht so einfach zu klappen wie gehofft…)

Noch gemeiner wird es bei Minute 2:04, da ärgert der Typ den Roboter nicht nur, sondern stößt ihn wirklich zu Boden. Der Roboter rappelt sich wieder hoch, und man rechnet damit, dass er sich umdreht und auf den Menschen losgeht. Macht er aber nicht. Artig erzogen programmiert, der Gute.

Es ist völlig klar, dass dieser Roboter nur eine Maschine ist, trotzdem fühlt es sich falsch und böse an, wenn jemand ihn ärgert oder gar umstößt. Wer Roboter schubst, der schubst auch kleine Kinder! Oder?

Wir werden uns jung fühlen!

Erinnerst du dich an VHS? Das war früher – kurz vor Einführung der Smartphones – der Standard, um Videos aufzuzeichnen. VHS und ich, wir sind ungefähr gleich alt. Analog zur Audio-Kassette, die ein Großteil der Menschheit auch nur noch aus Märchenerzählungen der Alten kennt, wurden die Daten auf Magnetbändern aufgezeichnet. Das war schon eine sehr clevere Geschichte und ein deutlicher Fortschritt, vergleicht man das bspw. mit Super8-Filmen. Dafür waren die Bänder weniger anschaulich, mit dem Auge konnte man nicht erkennen, ob ein Band bespielt war oder nicht. Wenn man es dann aber in den sog. Videorekorder einlegte, dann sah man, was Sache war. Eine leere Kassette sah dann so aus:

Ich sehe uns Alte schon in wenigen Jahren im Altersheim sitzen, wo man uns fragen wird, womit man uns die Zeit vertreiben darf. Wir werden was von „VHS“ stammeln, die Jungen werden ratlos die Achseln zucken, „VHS“ bei Youtube eingeben und uns dieses Video vorspielen. In Dauerschleife. Dann werden wir Alten in Erinnerungen schwelgen, uns wieder jung fühlen und glücklich sein. Und die Jungen werden mir dankbar sein für dieses Video.

Bitte, gern geschehen.

 

 

Bilder, aber mal anders

Zur Zeit geistert folgende Nachricht durch das nerdige Netz:

Klar soweit? Man nehme also irgend ein Facebook- oder Instagram-Foto, z.B. dieses hier (mal ein bisschen was sommerliches):

https://www.instagram.com/p/62MEd-EtMs/

Von diesem Bild braucht man jetzt die URL, also die Adresse. Die lautet in diesem Fall so:

https://scontent.cdninstagram.com/t51.2885-15/e35/11376376_912287235474684_718882406_n.jpg

Hängt man an diese Adresse hinten (nur, falls sie auf .jpg endet!) jetzt einfach ein .txt oder .html an, dann bekommt man folgende ASCII-Art-Bilder:

Wozu das gut ist? Nerdige Spielerei, würde ich sagen. Genauso Spielerei wie das hier:

Ich mag Mathe ja ganz gern und folge daher dem Youtube-Kanal Numberphile. Manchmal taucht in den Videos auch Matt Parker auf. So bin ich auf ein Video gestoßen, in dem Matt als Stand-up Comedian über Tabellenkalkulationen phantasiert. Sehr unterhaltsam (für Leute wie mich):

Bilder sind also auch nichts anderes als Tabellen, meint er. Und hat natürlich Recht damit. Nebenbei zeigt er noch ganz schön, wie „billig“ das bei heutigen Smartphone-Displays gelöst ist, bei denen jedes Pixel eigentlich aus drei getrennten farbigen Punkten besteht, die das Auge eben einfach nicht mehr auflösen kann und somit als eine einzige Farbe interpretiert. Ganz normales RGB, aber gemischt im Auge.

Und um das alles zu demonstrieren baut er diese RGB-Zusammensetzung mal einfach in Excel nach. Feine Idee. Ich hab das obige Instagram-Foto mal durch seinen Spreadsheet Converter gejagt, und hier ist das Ergebnis (Download als .xlsx-Datei):

Also ich find’s geil.

Hoffnung!

Nachrichten schauen ist Bürgerpflicht, finde ich. Dabei muss der pflichtbewusste Bürger aber aufpassen, dass er nicht schwer depressiv wird bei all dem, was er da so zu sehen bekommt. Es scheint kein Zweifel daran zu bestehen, dass die Welt „in den Arsch geht“ (ups, ugs.). Manchen Christen passt das insgeheim sogar ganz gut in den Kram: Gott hat die Welt perfekt gemacht, aber seit der Mensch seine Finger mit im Spiel hat ist unaufhaltsame Degeneration angesagt. Und irgendwann später wird Gott dann mit einem großen Knall alles wieder gut machen. Reset. Aber nur mit den richtigen Leuten, versteht sich, sonst läuft er Gefahr, dass das gleiche Problem nochmal auftritt.

Zum Glück ist das nicht so. Es besteht Hoffnung. Am letzten Sonntag ist sie mir zweimal begegnet: Erstens in einer sehr gute Predigt von Christoph, und zweitens in einem Interview mit Steven Pinker, in dem er folgendes behauptet:

Gewalt ist im Laufe der Geschichte immer weiter zurückgegangen. Und zwar alle möglichen Formen der Gewalt: Kriege, Morde, Folter, Hinrichtungen, Vergewaltigungen, häusliche Gewalt. Diese Dinge gibt es natürlich noch immer. Aber wir dürften heute in der friedlichsten Epoche leben, seit unsere Spezies existiert.

(via https://www.amnesty.ch/de/ueber-amnesty/publikationen/magazin-amnesty/2015-4/friedensprophet-mit-taschenrechner)

Wie immer gilt: Unbedingt den ganzen Text lesen!

Man mag das kaum glauben, das widerspricht völlig unserem täglichen Gefühl, nach dem eigentlich alles immer noch schlimmer wird. Der Grund ist, dass gute Nachrichten eben keine Nachrichten sind und sich immer genug Material finden wird, um die Tagesschau zu füllen. Sogar im Sommerloch. Gerhard Polt lässt in seinem Stück „Das Gespenst des Pazifismus“ mal eine seiner Figuren über die Pazifisten herziehen und trifft dieses Problem dabei ganz gut:

„Diese Pazifisten haben ja noch nie einen Krieg verhindert. Oder können Sie mir irgendeinen Krieg nennen, den wo die verhindert hätten?“

(Gerhard Polt)

Die Beobachtung einer positiven Tendenz ist natürlich kein Grund, um sich zurückzulehnen, im Gegenteil. Aber trotzdem finde ich es wichtig und gesund, ab und zu den Blick abzuwenden von Internet, Fernsehen und Zeitungen und den großen, hoffnungsvollen Blick darüber hinaus zu wagen.

Gedruckte Uhr

Vor nicht all zu langer Zeit hatte ich das erste Bauteil in der Hand, welches ich selbst in Autodesk Inventor konstruiert hatte*. Das ist schon ein erhebendes Gefühl, so etwas „erschaffen“ zu haben. Aber alles kein Vergleich zu dem, was dieser Herr hier am Rechner zusammengeschustert und dann gedruckt hat:


Die 3D-Konstruktion kann hier online bewundert werden. Und falls du einen geeigneten 3D-Drucker dein Eigen nennst kannst du dir mit diesen Dateien deine eigene Uhr drucken. Hammer.

* Um ehrlich zu sein: Das Bauteil, welches letztendlich gedruckt wurde, hat ein Bachelor-Student erstellt. Basierend natürlich auf meinem Entwurf 😉

So werden Autos gebaut

Vor Jahren habe ich mal gesehen, wie Audi Autos zusammenbaut. Ein beeindruckend komplexes Unterfangen. Aber wir wissen ja, in der Lego-Welt ist alles etwas einfacher. Wenn auch nicht ganz so einfach, dass ich es über Weihnachten mal eben in Mindstorms nachbauen könnte:

https://www.youtube.com/watch?v=VSzkiu9uhgU

Quelle: http://robotics.benedettelli.com/lego-car-factory/

Korrrrekte Aussprache, mit Beispielsatz

Dieser Luksan Wunder (@WTFabrik) ist hilfsbereit, und er hat Humor. Auf seinem Youtube-Kanal lehrt er uns die korrrrekte Aussprache von schwierigen Wörtern. Mit Beispielsatz:

Die richtige Aussprache von schwierigen deutschen Wörtern und Fremdwörtern – mit Beispielsatz.

einfach und zuverlässig Deutsch lernen.

Uns bleibt nur Dankbarkeit.


Weiterlesen

Nicht nur Pi taugt nichts ohne Metainformation

piIst Pi eigentlich normal? Wenn eine Zahl eine „normale Zahl“ ist, dann bedeutet dies, dass in dieser Zahl jede Ziffer und auch jeder beliebig lange Block von Ziffern gleich häufig vorkommt. Es gibt die eine oder andere Zahl, bei denen Normalität nachgewiesen ist, für Pi wird dies bisher nur vermutet. Vieles spricht jedoch dafür, z.B. diese Visualisierung eines Random Walks der Zahl Pi in der Basis 4. Es kann auch sein, dass eine Zahl in der einen Basis normal ist, in einer anderen aber nicht. Egal.

Gehen wir davon aus, dass Pi normal ist. Dann steckt in Pi jede beliebige Abfolge von Ziffern. Mein Geburtstag z.B. taucht in Pi zum ersten Mal an Position 38221746 auf. Wenn diese Eigenschaft für Pi auch in einer hexadezimalen Basis gilt, dann ist in Pi auch jede Datei vorhanden, die du auf deinem Computer gespeichert hast. Jeder Songtext, den du dir mühsam zusammenbastelst, ist schon in Pi gespeichert. Genau so jedes aufwendig komponierte Foto. Jede Liebes-WhatsApp gibt es schon. Jeder Fehler wurde in Pi schon gemacht. Jeder Bugfix eines Programms ist schon da. Nichts, was es nicht gibt. Pi weiß einfach alles.

Man kann diese Eigenschaft sogar als Dateisystem nutzen (das sog. πfs). Der Clou: Anstelle des Inhalts einer Datei speichert man einfach nur, wo man die Information in Pi findet und wie lange die Information ist. Fertig. Klar hat dieses Vorgehen so seine Problemchen: Man muss Pi erst einmal so weit generieren, bis man den eben mit der GoPro erzeugten Film auch darin findet, und wenn man den Film wieder anschauen will muss man Pi wieder sehr mühsam generieren. Außerdem kann der Index natürlich schnell größer werden als die eigentlich zu speichernde Datei. Trotzdem finde ich diese Vorstellung extrem faszinierend!

Schon vor langer Zeit wurde (eher scherzhaft) behauptet, man solle sich davor hüten, Pi in großer Länge auf seinem Rechner gespeichert zu haben, denn damit mache man sich schnell strafbar:

  • Copyright infringement (of all books, all short stories, all
    newspapers, all magazines, all web sites, all music, all movies,
    and all software, including the complete Windows source code)
  • Trademark infringement
  • Possession of child pornography
  • Espionage (unauthorized possession of top secret information)
  • Possession of DVD-cracking software
  • Possession of threats to the President
  • Possession of everyone’s SSN, everyone’s credit card numbers,
    everyone’s PIN numbers, everyone’s unlisted phone numbers, and
    everyone’s passwords
  • Defaming Islam. Not technically illegal, but you’ll have to go
    into hiding along with Salman Rushdie.
  • Defaming Scientology. Which IS illegal — just ask Keith Henson.

Also, your computer will contain all of the nastiest known computer viruses. In fact, all of the nastiest POSSIBLE computer viruses.

So amüsant, faszinierend und vielleicht auch verstörend dieser Gedanke auch sein mag, so falsch ist er trotzdem. Denn das Abbild einer Information alleine ist noch lange keine Information, es ist nichts. Eine Abfolge von Zeichen oder Ziffern wird erst durch Interpretation zur Information. Man könnte diese Information über Information als „Metainformation“ (oder als „Metadaten“) bezeichnen. Ohne Metainformation können Daten – egal welcher Art – nicht oder nur fehlinterpretiert werden. Wenn ich bei einem Musikstück Notenschlüssel und Notenhälse weg lasse, wer weiß dann noch, wie ich das Blatt halten muss, um die Musik zu Spielen? Leute wie John Cage haben genau damit experimentiert. Oder eine Zahlenfolge auf einem Schmierzettel wird erst dann nützlich oder gefährlich, wenn ich weiß, dass es sich um eine Kreditkartennummer handelt.

Auch Texte sind ohne Metainformation einigermaßen nutzlos. Texte können sogar unter Verwendung falscher Metainformation bewusst missbräuchlich verwendet werden. Ein Zeitungsartikel, dem die Überschrift „Glosse“ versehentlich abhanden gekommen ist ist schwer erträglich; wird die Information bewusst weg gelassen, dann geht der Text mit Sicherheit an dem vom Autor vorgesehenen Zweck vorbei. Das gilt leider auch für religiöse Texte und Schriften. Erst gestern habe ich wieder gehört, dass christlicher Glaube aufgrund der Offenbarung der Bibel „faktenbasiert“ sei. So einfach ist es aber nicht, die „Fakten“ sind Ergebnis von vorausgesetzter Metainformation. Und verschiedene Menschen setzen verschiedene Dinge voraus. Es funktioniert nicht, nur die Bibel zu lesen und sie sich selbst interpretieren zu lassen. Wer glaubt, dass er dies tut, der belügt sich selbst. Bestenfalls nur sich selbst.

BTW: An welcher Stelle von Pi befindet sich eigentlich die Lutherbibel von 1984?

Gründe für Überwachung – her damit!

Schau dir das mal an:

Und jetzt sag mir bitte schnell, wozu ich diese (Kickstarter-) Überwachungs-Eule verwenden könnte. Ich brauche Gründe! IFTTT-Integration ist einer, reicht aber nicht:

ULO & IFTTT

Sie ist einfach unfassbar – goldig!