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Blog von einem dieser Daniels: Volgelstraußartiger Friedolin, der auf die Backen braucht. (Props to Felix Blume.)

Konstanter Mailverkehr?

Seit gut drei Wochen sind hier in Bayern die Sommerferien vorüber, und damit haben auch wieder einige andere Aktivitäten eingesetzt, die vorher pausierten. Auch der Posteingang schien wieder deutlich erhöhte Aktivität zu zeigen. Ich habe mich gefragt, ob das wirklich objektiv so ist, also ob mehr Mail hereinflattern, oder ob es gleichbleibend viele Mails sind, diese aber aufgrund der wieder ansteigenden sonstigen Aktivitäten mehr Stress erzeugen. Um das herauszufinden müsste man sich einfach mal ansehen, wie viele Mails man z.B. pro Woche so bekommt und auch schreibt.

Gedacht, gemacht: Ich habe aus Thunderbird mit dem Add-on ImportExportTools mal die Metadaten (weiß heutzutage ja eigentlich jeder, was das ist) der entsprechenden Mails des vergangenen Schuljahrs 2013/2014 exportiert und anschließend in Excel ganz grob analysiert. Dabei habe ich versucht, nur “echte” Mails zu nehmen, also technische Mails wie Serverlogs etc. wegzulassen. Nur Mails, von menschlicher Aktivität zeugen und auch gewisse Aktionen oder Reaktionen erfordern. Eingeschlossen waren daher auch Mails mit Benachrichtigungen über Facebook-Kommentare, Twitter-Favs etc., die monitoren ja auch eine gewisse Umtriebigkeit. Und natürlich enthalten die Mails nicht nur privaten Mailverkehr, sondern zu einem sehr großen Teil betreffen sich auch die Schule der Kinder, Fußballaktivitäten der Kinder, mein Volleyball-Team und natürlich die CityChurch… Ausgenommen sind natürlich berufliche Mails, die laufen komplett separat.

Hier das Ergebnis:

Mailstatistik 2013-2014 absolut

Nach rechts aufgetragen sind die Kalenderwochen, nach oben die Summer der Mails über eine KW. Die blaue Linie zeigt die eingegangenen Mails, die rote die verschickten. Die grünen Bereiche stellen grob die Schulferien dar. In einer zweiten Darstellung habe ich die absoluten Zahlen jetzt mal auf den Mittelwert der jeweiligen Kurve normiert, damit man ggf. eine Korrelation besser erkennen kann:

Mailstatistik 2013-2014 normiert

Zwei Korrelationen lassen sich aus auf die Schnelle den Daten lesen:

  • Die Ausgangsfrage lässt sich eindeutig beantworten: Mails werden im Alltag nicht nur stressender wahrgenommen, es sind auch deutlich mehr als in den Ferienzeiten (gut sichtbar in der ersten Grafik). Gerade auch in den Sommerferien ruhen neben der Schule auch andere Aktivitäten nahezu komplett (Fußball der Kinder, Volleyball, CityChurch, …), außerdem sind andere Menschen im Urlaub und man selbst ggf. auch. Es gibt also eine eindeutige Korrelation zwischen Ferienzeiten und Mailaufkommen. Und die gefühlte Stressexplosion am Ende der Sommerferien (Ende August / Anfang September) ist sehr gut sichtbar.
  • Eine weitere Korrelation ist die zwischen den empfangenen und gesendeten Mails (siehe untere Grafik). Beides bedingt sich gegenseitig. Wobei man mit solchen offensichtlichen Korrelationen vorsichtig sein muss, wie wir ja wissen.

Mit diesen Erkenntnissen kann man nicht viel anfangen, schön fand ich sie trotzdem. Und ich weiß jetzt immerhin, dass ich im Jahresschnitt 7,5 Mails/Tag schreibe und 27,5 lese. Und ich weiß (nicht erst jetzt), was man mit so einfachen Metadaten (in diesem Fall nur das Datum) von Mails so alles machen kann.

PS: Mir ist bewusste, dass ich den Begriff “Korrelation” hier sehr hemdsärmlig verwendet habe. War mir aber jetzt mal egal.

Shared Space

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ShareSpaceSchild“ von unbekannt – Eigene Arbeit, basierend auf einer Fotografie von AP Photo/Joerg Sarbach in der EpochTimes Deutschland (online), 2008 (siehe: Imke Zimmermann: Bohmte hat EU-Projekt mit Straßenfest übergeben. In: EpochTimes Deutschland. 22. Juni 2008 (http://www.epochtimes.de/articles/2008/06/22/301574.html).). Über Wikipedia.

Als ich Mitte des Jahres eine Woche in Mailand unterwegs war fiel mir auf, dass der Straßenverkehr dort anders funktioniert als bei uns. Will man z.B. als Fußgänger über einen Zebrastreifen gehen, dann wird kein Auto anhalten und einen einfach über die Straße lassen. Läuft man aber mutig los, dann stellt man fest, dass die Autofahrer entgegen des Anscheins ziemlich aufmerksam und bremsbereit sind und einen über die Straße lassen. Offensichtlich führt der etwas lockerere Umgang mit den starren Verkehrsregeln zu mehr Aufmerksamkeit, denn jedem ist klar, dass der andere sich ggf. nicht 100% regelkonform verhält. Dafür muss man das selbst eben auch nicht. Etwas mehr gesunder Menschenverstand, etwas mehr Mitdenken, etwas mehr Vertrauen in den Anderen und etwas mehr Rücksicht auf den anderen führt zu deutlich mehr Freiheit und einer deutlich angenehmeren Stimmung auf der Straße.

Vorgestern gab es bei Spiegel Online einen Artikel “Verkehr ohne Regelwut: Ein Dorf schafft den Schilderwald ab“, den man unbedingt lesen sollte. Darin wird der niederländische Verkehrsplaner Hans Monderman zitiert:

Wenn man die Leute wie Idioten behandelt, werden sie sich auch so benehmen.

Einen “Shared Space” hat Mondermann diese Planungsphilosophie genannt. Der Begriff gefällt mir, genau wie die ganze Idee dahinter. Die lässt sich nämlich auf viele Bereiche des Lebens übertragen, in denen Menschen interagieren. Gerade auch in christlichen Gemeinden wird gerne mal ein “Schilderwald” aufgestellt, und auch hier gilt: Etwas mehr gesunder Menschenverstand, etwas mehr Mitdenken, etwas mehr Vertrauen in den Anderen und etwas mehr Rücksicht auf den anderen führt zu deutlich mehr Freiheit und einer deutlich angenehmeren Stimmung. Schon ganz am Anfang der Bibel der Straßenverkehrsordnung heißt es:

Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

Flugzeuge tracken

Vor einigen Wochen lag in meinem Briefkasten ein kleiner, billiger DVB-T-Stick, mit dem man üblicherweise digitales terrestrisches Fernsehen z.B. am Laptop empfängt. Absender des Päckchens war mein Cousin Johannes, und langsam dämmerte es mir, dass er mich nicht zum Fernsehen animieren wollte. Man kann diese DVB-T-Sticks nämlich dazu verwenden, um die ADS-B-Signale von Flugzeugen zu empfangen und diese damit zu tracken. Klingt nach einer Spielerei, und ja, das ist es auch.

Ich hatte gesehen, dass Johannes schon einige Blogartikel zu dieser Sache geschrieben hatte:

Grob gesagt geht es darum, dass man mit diesen Empfängern die Flugdaten von Flugzeugen abgreifen und diese dann in verschiedener Form darstellen kann. Ein typisches Beispiel ist die Seite flightradar24.com, auf der man dem weltweiten zivilen Luftverkehr quasi in Echtzeit zuschauen kann. Und diese Daten kommen unter anderem von solchen kleinen DVB-T-Empfängern, um die es hier geht. Schon irgendwie faszinierend.

Im Detail läuft das so: Ich habe den besagten DVB-T-Empfänger bei uns im 1. Stock außen an ein Balkongitter geklemmt und ihn an meinen Raspberry Pi angeschlossen. Die Position ist nicht ideal, aber ein Anfang. Ich wollte einfach nahe am Standort des Raspberry Pis sein. Dann habe ich strickt nach dieser sehr guten und ausführlichen Anleitung die Treiber und die Software dump1090 installiert. Mehr Details dazu findet man auch in den oben verlinkten Artikeln von Johannes, daher erspare ich mir (und euch) das an dieser Stelle. Das Programm zieht ca. 30% der CPU-Leistung des Raspberry Pis, dafür liefert es dauerhaft eine ganze Reihe Flugdaten:

ADS-B
Die von meinem Empfänger im Moment empfangenen Flugzeuge, dargestellt von dump1090.

Diese stelle ich über diverse geöffnete Ports im Router auch der Welt da draußen und damit auch dem eigenen Virtual Radar Server von Johannes zur Verfügung. Dieses Programm stellt die von ihm empfangenen Flugzeuge sehr schön da, man kann einzelne Maschinen anklicken und ganz viele Details zu dem Flug einsehen. Steht dort bei einem Flugzeug als Receiverstandort “Würzburg”, dann kommen die Daten von mir. Vorher betrieb Johannes zwei Empfänger, einen südlich und einen nördlich von Frankfurt:

VRS-Landungen-2014-03-16-Sonntag-20-Uhr
Die beiden bisherigen Empfängerstandorte von Johannes.

Und im Osten von Frankfurt kommt jetzt also noch Würzburg dazu. Unbedingt mal reinschauen: http://planes.webernetz.net/virtualradar/

 

Nachtrag

Man kann sich im VIrtual Radar auch die Reichweite eines einzelnen Empfängers ansehen. Obwohl meiner seitlich am Haus sitzt und somit eher nach Westen schaut sieht die Verteilung recht homogen aus:

Receiver Range

 

Musik²

Zur Abwechslung mal wieder zwei Musikvideos, die es mir angetan haben. Dauerschleifengefahr!

1) kutiman bringt 23 von anderen Leuten auf Youtube eingestellte Musik-Filmchen zusammen und mischt daraus einen faszinierenden Song:

2) Kawehi mischt auch. Ihre Komponenten: Eine Loopstation (BOSS RC-300, will ich auch haben!), ein bisschen Zubehör, ein Michael Jackson-Klassiker und ihre Stimme. Großes Tennis, das so irritierend einfach aussieht:

Raspberry Pi als Backupmaschine

Raspberry Pi

Der Raspberry Pi ist eine kleine Allzweckwaffe: Ein kompletter Rechner für ca. 35€, so groß wie eine Scheckkarte und mit einer sehr geringen Leistungsaufnahme (deren Kehrseite natürlich auch eine ziemlich geringe Leistung ist). Aber für manche Anwendungsfälle ist der Raspberry Pi genau das richtige Gerät. Ich kenne einige Leute, die sich vor lauter Begeisterung einen Raspberry Pi gekauft haben und nun nicht so richtig wissen, was sie mit dem schicken Teil nun eigentlich anfangen sollen. Mein Tipp: Als Backupmaschine verwenden.

Was der Raspberry Pi bei mir alles so backupt will ich in diesem Beitrag grob skizzieren. Voraussetzung ist ein fertig installiertes Raspian oder ein vergleichbares System, Grundkenntnisse im Umgang mit Linux (z.B. der crontab), dem Raspberry Pi an sich und zumindest eine gewisse Lernbereitschaft und Offenheit gegenüber z.B. Shell- und PHP-Skripten. Ich werde keine kompletten Anleitungen schreiben, eher so eine Gedankensammlung. Es muss und soll also weiter gebastelt und gegooglet werden!

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Oto Cycles – schöne Fahrräder sind schön

Von keinem meiner Fahrräder könnte man behaupten, dass es extra schön wäre. Wobei ich mein Mountainbike schon ganz nett finde. Ganz nett ist aber weit weg von extra schön. Die Firma Oto Cycles baut stark individualisierbare, elektrische Retro-Fahrräder, die das Adjektiv “schön” wirklich verdient haben:

Details über einzelne Modelle und ihre technische Ausstattung kann man z.B. hier nachlesen. Die spielen bei dieser Ästhetik aber eine untergeordnete Rolle.

 

Vermögensverteilung: ideal vs. gedacht vs. real

Ich dachte eigentlich, dass ich das folgende Video hier schon einmal empfohlen hätte. Hab ich aber wohl nicht. Es geht darum, wie das Geld der Welt der USA

  1. idealerweise verteilt sein sollte,
  2. wie die Leute sich dagegen die reale Verteilung vorstellen und
  3. wie sie wirklich ist.

Muss man gesehen haben, um eine Ahnung davon zu bekommen, wie schief diese Welt gewickelt ist:

https://www.youtube.com/watch?v=vttbhl_kDoo

Nachtrag:

Auf Facebook hat netterweise jemand in einem Kommentar eine Grafik zur Vermögensverteilung in Deutschland gepostet, die ich hier nachreiche:

Vermögensverteilung Deutschland

Quelle: http://www.crp-infotec.de/01deu/finanzen/privat_verteilung.html

Man sieht, dass das Problem noch nicht so stark ausgeprägt ist wie in den USA, die Tendenz aber die gleiche ist. Erschreckend finde ich die dargestellte Entwicklung zwischen 2003 und 2007.

 

Die logarithmische Welt

Ich muss unbedingt ein uraltes (ok, so alt wie ich…) Video empfehlen:

Das Video fasziniert mich zum einen, weil ich es wirklich schick gemacht finde, wenn man bedenkt, mit welchen technischen (Un-)Möglichkeiten es entstanden ist. Zum anderen hat es mich an ein Web-Projekt von mir aus dem Jahr 1999 (grob geschätzt…) erinnert, in dem ich genau diese Idee umgesetzt hatte, natürlich viel, viel lausiger. Das waren so meine ersten verspielten Schritte mit Javascript damals: Ein Zoom durch die Zehnerpotenzen von der subatomaren Ebene hin bis zu den Galaxien. Leider ist das Teil nicht in der Wayback-Machine des Internet Archives zu finden, zu dem ich hier schon einmal etwas geschrieben hatte.

Meine Pebble im CT

Gewöhnlich beschäftige ich mich mit Magnetresonanztomographie (MRT), das ist so etwas wie der natürliche Feind der Computertomographie CT. Wenn man aber ehrlich ist ergänzen sich die beiden Modalitäten oft ziemlich gut. Letzte Woche hatte ich Gelegenheit, an einem sehr feinen, tragbaren CT-Scanner eingearbeitet zu werden und selbst erste Messungen zu machen. Nachdem wir unser geplantes (recht langweiliges) Kunststoffsample durchleuchtet und noch etwas Zeit hatten, waren wir auf der Suche nach einem spannenderen Untersuchungsobjekt. Zunächst wollten wir uns die analoge Armbanduhr meines Kollegen ansehen, gegen deren Metallgehäuse was das Gerät jedoch machtlos. Also musste meine Pebble herhalten. Ich hatte etwas Angst um sie, aber sie hat das schadlos überstanden. Mit einer ordentlichen Rekonstruktion der Daten werde ich mich nächste Woche auseinandersetzen, bis dahin wollte ich hier schon mal die animierten Projektionen zeigen:

Update

Hier nochmal eine Version mit einer logarithmischen Skalierung und dafür ohne Youtube-Filterung. Gefällt mir deutlich besser:

Außerdem habe ich gelernt, dass wir bei der Aufnahme so einiges hätten besser machen können. Mal sehen, vielleicht kann ich da bei Gelegenheit nochmal was nachreichen.

 

Unterstellungskaskaden

Im Zusammenhang mit dem “Gaucho-Tanz” auf der WM-Feier in Berlin habe ich eben folgendes gelesen:

„Was für eine ekelhafte Feier“, hieß es auf Twitter. Die armen unwissenden Deutschen wüssten nicht einmal, dass die Bezeichnung als „Gaucho“ keine Beleidigung für einen Argentinier sei, twitterte eine Argentinierin. „Ich hatte die Deutschen für intelligenter gehalten“, so ein anderer Tweet.

Quelle: FAZ

Ganz unabhängig von der Sache (die ich hier nicht diskutieren will) finde ich es immer wieder faszinierend, was Unterstellungen für eine wichtige Rolle in zwischenmenschlichen Beziehungen spielen. Manchmal kommt man zur eigentlichen Unterstellung auch nur über die Konstruktion umständlicher “Unterstellungskaskaden”. Die Mühe macht man sich jedoch gerne.

Eine Spielwiese für jeden (Hobby-) Psychologen.