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Blog von einem dieser Daniels: Volgelstraußartiger Friedolin, der auf die Backen braucht. (Props to Felix Blume.)

Nicht nur Pi taugt nichts ohne Metainformation

pi

Ist Pi eigentlich normal? Wenn eine Zahl eine “normale Zahl” ist, dann bedeutet dies, dass in dieser Zahl jede Ziffer und auch jeder beliebig lange Block von Ziffern gleich häufig vorkommt. Es gibt die eine oder andere Zahl, bei denen Normalität nachgewiesen ist, für Pi wird dies bisher nur vermutet. Vieles spricht jedoch dafür, z.B. diese Visualisierung eines Random Walks der Zahl Pi in der Basis 4. Es kann auch sein, dass eine Zahl in der einen Basis normal ist, in einer anderen aber nicht. Egal.

Gehen wir davon aus, dass Pi normal ist. Dann steckt in Pi jede beliebige Abfolge von Ziffern. Mein Geburtstag z.B. taucht in Pi zum ersten Mal an Position 38221746 auf. Wenn diese Eigenschaft für Pi auch in einer hexadezimalen Basis gilt, dann ist in Pi auch jede Datei vorhanden, die du auf deinem Computer gespeichert hast. Jeder Songtext, den du dir mühsam zusammenbastelst, ist schon in Pi gespeichert. Genau so jedes aufwendig komponierte Foto. Jede Liebes-WhatsApp gibt es schon. Jeder Fehler wurde in Pi schon gemacht. Jeder Bugfix eines Programms ist schon da. Nichts, was es nicht gibt. Pi weiß einfach alles.

Man kann diese Eigenschaft sogar als Dateisystem nutzen (das sog. πfs). Der Clou: Anstelle des Inhalts einer Datei speichert man einfach nur, wo man die Information in Pi findet und wie lange die Information ist. Fertig. Klar hat dieses Vorgehen so seine Problemchen: Man muss Pi erst einmal so weit generieren, bis man den eben mit der GoPro erzeugten Film auch darin findet, und wenn man den Film wieder anschauen will muss man Pi wieder sehr mühsam generieren. Außerdem kann der Index natürlich schnell größer werden als die eigentlich zu speichernde Datei. Trotzdem finde ich diese Vorstellung extrem faszinierend!

Schon vor langer Zeit wurde (eher scherzhaft) behauptet, man solle sich davor hüten, Pi in großer Länge auf seinem Rechner gespeichert zu haben, denn damit mache man sich schnell strafbar:

  • Copyright infringement (of all books, all short stories, all
    newspapers, all magazines, all web sites, all music, all movies,
    and all software, including the complete Windows source code)
  • Trademark infringement
  • Possession of child pornography
  • Espionage (unauthorized possession of top secret information)
  • Possession of DVD-cracking software
  • Possession of threats to the President
  • Possession of everyone’s SSN, everyone’s credit card numbers,
    everyone’s PIN numbers, everyone’s unlisted phone numbers, and
    everyone’s passwords
  • Defaming Islam. Not technically illegal, but you’ll have to go
    into hiding along with Salman Rushdie.
  • Defaming Scientology. Which IS illegal — just ask Keith Henson.

Also, your computer will contain all of the nastiest known computer viruses. In fact, all of the nastiest POSSIBLE computer viruses.

So amüsant, faszinierend und vielleicht auch verstörend dieser Gedanke auch sein mag, so falsch ist er trotzdem. Denn das Abbild einer Information alleine ist noch lange keine Information, es ist nichts. Eine Abfolge von Zeichen oder Ziffern wird erst durch Interpretation zur Information. Man könnte diese Information über Information als “Metainformation” (oder als “Metadaten”) bezeichnen. Ohne Metainformation können Daten – egal welcher Art – nicht oder nur fehlinterpretiert werden. Wenn ich bei einem Musikstück Notenschlüssel und Notenhälse weg lasse, wer weiß dann noch, wie ich das Blatt halten muss, um die Musik zu Spielen? Leute wie John Cage haben genau damit experimentiert. Oder eine Zahlenfolge auf einem Schmierzettel wird erst dann nützlich oder gefährlich, wenn ich weiß, dass es sich um eine Kreditkartennummer handelt.

Auch Texte sind ohne Metainformation einigermaßen nutzlos. Texte können sogar unter Verwendung falscher Metainformation bewusst missbräuchlich verwendet werden. Ein Zeitungsartikel, dem die Überschrift “Glosse” versehentlich abhanden gekommen ist ist schwer erträglich; wird die Information bewusst weg gelassen, dann geht der Text mit Sicherheit an dem vom Autor vorgesehenen Zweck vorbei. Das gilt leider auch für religiöse Texte und Schriften. Erst gestern habe ich wieder gehört, dass christlicher Glaube aufgrund der Offenbarung der Bibel “faktenbasiert” sei. So einfach ist es aber nicht, die “Fakten” sind Ergebnis von vorausgesetzter Metainformation. Und verschiedene Menschen setzen verschiedene Dinge voraus. Es funktioniert nicht, nur die Bibel zu lesen und sie sich selbst interpretieren zu lassen. Wer glaubt, dass er dies tut, der belügt sich selbst. Bestenfalls nur sich selbst.

BTW: An welcher Stelle von Pi befindet sich eigentlich die Lutherbibel von 1984?

Smartphones? Es geht um die Macht.

Ich muss zugeben: Den Umgang von Kindern mit Smartphones sehe ich nicht unkritisch und teste hier und da sogar Programme zur Einschränkung der Smartphone-Nutzung beim eigenen Nachwuchs. Ich denke, dass wir als Gesellschaft den Umgang mit dieser noch sehr jungen Technik weiter lernen müssen (ich auch…). Lernen heißt hier, aus Erfahrungen und sicher auch aus Fehlern zu lernen. Diese müssen aber zunächst einmal gemacht werden…

Auf der anderen Seite sehe ich natürlich eine riesige Chance in der neuen Technik, und das gerade auch im Zusammenhang mit der Schule. In meinem Umfeld kann ich leider nicht erkennen, dass diese Chancen genutzt würden. Z.T. gibt es Aufklärung an den Schulen, was die Nutzung von Facebook, WhatsApp und Co. angeht. Die Motivation ist an dieser Stelle Angst. Angst vor Missbrauch der Technik (Mobbing, Sexting, …). Eine Diskussion über die Chancen findet dagegen nicht statt. Eine Nutzung erst recht nicht.

Man kann sich fragen, warum das so ist. Einen mir neuen Aspekt habe ich heute in diesem Blogpost gelesen (“Am liebsten würden sie die Smartphones verbrennen“), den ich gerne weiterempfehle:

Ein Handy in der Hand einer Schülerin verschiebt das im traditionellen Bildungs-System angelegte Machtverhältnis von LehrerIn zu SchülerIn auf dramatische Weise – und zwar nicht nur, weil der Lehrer sich damit nicht auskennt, nein – das Smartphone stellt letztlich das ganze auf Fakten-Wissen angelegte System in Frage, und das ist bei Licht betrachtet ein riesiger Teil des Bildungs-Systems, der noch nichtmal mit der Schule endet…

Quelle: http://www.beimnollar.de/2015/10/26/am-liebsten-wurden-sie-die-smartphones-verbrennen/

Dropbox-Podcast, selbstgebaut

Podcast-Logo

Ich bin leidenschaftlicher Podcast-Hörer. Es gibt nichts besseres, als bei Tätigkeiten, die wenig Aufmerksamkeit erfordern (Putzen, Kochen, Fahrradfahren, Basteln, …), nebenbei interessante Sachen zu hören. Dazu habe ich diverse fertige Podcasts abonniert. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass mir außerhalb meiner abonnierten Podcasts einzelne Vorträge oder Sendungen über den Weg laufen, die ich ebenfalls gerne über meine Podcast-App hören würde. Denn die App (ich nutze Podkicker Pro) hat gewisse Vorteile: Ich kann meine Standard-App nutzen und diese auch mit meiner Pebble steuern, ich kann es ggf. beschleunigt hören, die Datei wird automatisch auf das Smartphone geladen und nach dem Hören von selbigem wieder gelöscht usw.

Um also einzelne MP3s automatisch in meinen Podcast-Workflow zu bekommen musste ein eigener Podcast her. Der sollte natürlich möglichst einfach von diversen Geräten aus gefüttert werden können. Ideal wäre es – dachte ich mir so – wenn ich einfach die Dateien in einen Dropbox-Ordner legen könnte und sie von dort aus alleine in meine Podcast-App wandern würden. Manchmal ist es auch nett, wenn man gar nicht das MP3 an sich in die Dropbox legen muss, sondern einfach eine URL-Datei, die auf das MP3 verweist. Meistens liegt das Ding ja schon irgendwo im Netz.

Und sowas hab ich mir dann gebastelt.

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Garantie wegoptimiert

Als ich damals mein altes HTC Desire HD in den Ruhestand geschickt habe, um auf das damals neue Nexus 4 umzusteigen, habe ich beschlossen, technische Geräte häufiger zu wechseln und nicht zu lange mit eigentlich veralteten Sachen zu arbeiten. Aber ich ertrage es einfach kaum, Dinge auszurangieren, die eigentlich noch ihren Dienst verrichten.

Ende letzten Jahres habe ich es dann doch getan: Mein sieben Jahre alter Dell Inspiron 1720 wurde voll funktionsfähig in Rente geschickt. Es war ein Weltgerät, nie mehr werde ich einen so guten und zuverlässigen Rechner haben! Aber das Alter… Glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede.

Ich brauchte wieder ein Arbeitstier, maximal konfigurierbar. Und bezahlbar. Seither arbeite ich mit einem Schenker M704 mit sehr ordentlicher Ausstattung. Letzte Woche hab ich ihn zum ersten Mal an seine Grenzen gebracht, besser gesagt darüber hinaus. Aber gut, die >100GB RAM, die ich für mein Problem benötigte, hat im Moment einfach kein Laptop an Board. Das Gerät ist solide, keine Schönheit, aber ein echtes Arbeitstier. Ein paar Dinge stören mich (Tastaturlayout: Kein Abstand zum Zahlenblock, Position der Cursortaste etc.. Anschlüsse: Seitlich und zu weit vorne. Lüftersteuerung: Also bitte…), aber es gibt wohl nicht das perfekte Gerät.

Seit dem Umstieg arbeite ich auch mit einer neuen Maus, einer Logitech M705. Keine Bluetooth-Maus mehr, daher kommt sie mit einem kleinen USB-Adapter daher, einem “Logitech Unifying-Empfänger“. Ich dachte, das Ding stecke ich in den einzigen USB2-Port des Rechners, da wird das nicht weiter stören. Es stört aber, und zwar gewaltig. Das Problem ist, dass der Stecker einfach viel zu lang ist und man zu oft daran hängen bleibt. Sei es, wenn man den Rechner in die Schutzhülle der guten alten Umhängetasche stecken will (was ich oft mehrmals täglich will), oder wenn man den Rechner irgendwo seitlich abstellt. Die Gefahr, die Buchse (und damit vielleicht noch etwas mehr) mit einem Mal nachhaltig zu beschädigen ist nicht gerade klein. Und den Stecker jedes Mal abzuziehen und in der Maus zu deponieren ist auch nicht gerade elegant.

Die Idee hatte ich schon länger, heute hab ich es gewagt: Ich hab den USB2-Port quasi nach innen verlegt: Innen an den Port ein Stück USB-Kabel mit Buchse gelötet, die eigentliche USB-Buchse außen zugemacht und fertig. Gleiche Funktionalität wie vorher, aber der störende Dongle weg.

Weg ist damit allerdings auch die Garantie meines nicht mal ein Jahr alten Gerätes. Ich kann nur hoffen, dass dich Schenker – sollte es tatsächlich einmal zu einem Garantiefall kommen – kulant zeigen wird. Immerhin fanden sie die Idee eines fest verbauten Logitech Unifying-Empfängers gar nicht so schlecht.

 

 

Soll ich mich überholen lassen?

Du kennst das sicher: Du fährst in einer einspurigen Einbahnstraße, Tempo 30, viel Platz ist nicht, links ist ein Gehweg, rechts parken an der Straße entlang Autos, und vor dir tümpelt ein Radfahrer vor sich hin. Du siehst schon, dass sich weiter vorne eine Lücke ergibt, ein paar Parkplätze in Folge sind frei, vielleicht so drei Stück. Du rückst dem Radfahrer ein bisschen auf die Pelle, denn selbstverständlich wird er gleich die Parklücke rechts nutzen, um dir Platz zu machen. Immerhin hält er dich ganz schön auf.

Andere Perspektive: Du merkst auf deinem Fahrrad, dass das Auto hinter dir in der Einbahnstraße vorbei will, offenbar hältst du den Fahrer auf. Obwohl hier ja Tempo 30 ist und du mit 25 km/h nicht gerade langsam unterwegs bist. 10 km/h Unterschied, das Auto fährt ja nicht nur 30, da könntest du es eigentlich vorbei lassen. Solltest es sogar. Da vorne in dem langen Stück mit den freien Parkplätzen ist eine gute Gelegenheit.

Ist es eine gute Gelegenheit? Die Situation kenne ich gut, alle paar Tage als Fahrradfahrer, ab und zu auch als Autofahrer. Schon oft dachte ich, man müsste das mal kurz durchrechen: Soll ich mich überholen lassen?

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Reise mit dem Licht (Ergänzung)

Vor einer Woche hab ich ein Video empfohlen, in dem man mit Lichtgeschwindigkeit von der Sonne weg durch unser Sonnensystem “fliegt”. Dazu will ich kurz zwei Sachen ergänzen:

1) If the moon were only 1 pixel

Michael hat mich auf diese Seite aufmerksam gemacht: http://joshworth.com/dev/pixelspace/pixelspace_solarsystem.html Gleiche Idee, nur nicht als Video, sondern als scrollbare Webseite. Längere Reisen sind nur zu empfehlen mit einer Maus mit “Hyper-fast scrolling” oder ähnlichem. Oder man fliegt (wie im Video) “nur” mit Lichtgeschwindigkeit durch die Leere :

pixelspace_solarsystem

2) To Scale: The Solar System

Ein paar Jungs bauen – weil sie sonst nichts zu tun haben – unser Sonnensystem in der Wüste von Nevada maßstabsgetreu nach. Mit kleinen leuchtenden Murmeln, einem Auto, wenig Zeit, dafür viel Raum:

CSS-Puns

Wenn du weißt, was CSS ist, dann hast du vermutlich schon einmal etwas mit der Gestaltung von Webseiten zu tun gehabt. Denn CSS ist der Teil einer Webseite, der die reinen Informationen für den Betrachter (hoffentlich hübsch) aufbereitet. CSS definiert Abstände, Farben, Übergänge, Textstile, Rahmen usw.

Aber auch Spaß kann man mit CSS haben, seit einiger Zeit geistern sog. CSS-Puns durchs Netz. Kurze Codeschnipsel im CSS-Stil, die vielleicht in CSS gar keinen richtigen Sinn machen würden, aber etwas gut auf den Punkt bringen. Einfaches Beispiel:

#titanic {
    float: none;
}

Oder etwas aus meinem Urlaub:

#tower-of-pisa {
    font-style: italic;
}

Und ein Beispiel aus aktuellem Anlass:

#europe .country {
    border: none;
}

Die in meinen Augen schönste Sammlung von CSS-Puns ist diese hier von Saijo George. Durchklicken!

Reise mit dem Licht

Eigentlich habe ich mit Astronomie nicht so viel am Hut. Ist ja alles relativ, auch diese Aussage, denn vermutlich habe ich damit deutlich mehr am Hut als der Durchschnittsbürger, immerhin hatte ich Astro als Nebenfach im Studium. Meine mit Abstand peinlichste Veranstaltung im Studium war ein Referat über Braune Zwerge. Mein einziges Ziel: Mir nicht anmerken zu lassen, dass ich sowas von keine Ahnung hatte. Scheint mir geglückt zu sein. Wenn ich schon fachlich nichts konnte hatte ich wenigstens das Blenden irgendwie drauf…

Zur Sache: Seit einiger Zeit interessiere ich mich (zum ersten Mal in meinem Leben wirklich) für Astronomie. Angefangen hat das mit einem Blogpost von Ralf über einen Vortrag von Florian Freistetter, den Wikipedia als “Astronom, Blogger, Buchautor und Podcaster” vorstellt. Und in seiner Funktion als Podcaster hat er mir tatsächlich die Astronomie näher gebracht. “Sternengeschichten” nennt er seinen Podcast leicht verklärt. Kleine Episoden über Themen der Astronomie, gut und oft einfach erklärt, eher leichte Kost. Hörenswert.

Und dann hab ich – frisch Astro-begeistert – heute dieses Video gesehen. Du wirst dir vermutlich kaum die Zeit nehmen, es komplett anzusehen, aber lohnen würde es sich. Die Idee ist schlicht: Die (natürlich virtuelle) Kamera bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit von der Sonne weg durch unser Planetensystem. Eingeblendet ist immer der Abstand zur Sonne, die schon verstrichene Zeit, und wie lange es noch dauert, bis man den nächsten Planeten oder Asteroiden passiert. Diese Angabe eignet sich auch gut zum Vorspulen, will man etwas Zeit sparen. Die ersten gut acht Minuten bis zum Erreichen der Erde solltest du dir aber schon in Echtzeit geben. Beim Ansehen bekommt man ein sehr gutes Gefühl dafür, wie unfassbar die Distanzen im All sind, wie lange Licht unterwegs ist, viel groß der Raum und wie klein die (aus unserer täglichen Perspektive riesigen) Strukturen wie Planten etc. sind, warum eine Fahrt zum Mars so dermaßen viel schwieriger ist als eine zum Mond, warum Astronomie so schwierig ist, wie wahnsinnig hell und heiß die Sonne sein muss, um uns aus dieser Distanz noch die Haut zu verbrutzeln usw. Hut Film ab!