Auch wenn ich gerade wenig zum Bloggen komme, der jährliche Geburtstagsstatistik-Post ist natürlich Pflicht. Die Datenerfassung habe ich mir in diesem Jahr mit einer Counter-App erleichtert. Letztes Jahr hatte ich genau so etwas gesucht, aber nichts passendes gefunden. Die App war sehr hilfreich, um persönliche Glückwünsche, Telefonanrufe etc. zu erfassen. Also die Gratulationen, die sich nicht im Nachhinein digital zählen und auswerten lassen.
Bevor wir zu den Zahlen und einigen wenigen Beobachtungen kommen: In diesem Jahr haben sich etliche Leute einen Spaß daraus gemacht, mir auf diversen Kanälen mehrfach zu gratulieren. Einfach mal austesten, wie der Herr Wissenschaftler so mit widrigen statistischen Bedingungen umzugehen vermag. Zählt er die Glückwünsche dann auf allen Kanälen? Unterschlägt er einfach Daten? ? Wie so oft im Leben – übrigens auch im wissenschaftlichen – gibt es kein richtig oder falsch. Statistiken sind immer Interpretation, und das hat nichts mit Mutwillen oder Manipulation zu tun, sondern liegt einfach in der Natur dieser Welt. Schwarz-weiß, richtig-falsch, Eins-Null, das klappt nicht. Ich kann diese Statistik also nur auf die eine Weise “fälschen” oder auf die andere. Ich habe mich dafür entschieden, bei Gratulationen von einer Person auf mehreren Kanälen immer den zuerst gewählten in meine Zählung aufzunehmen, weil das für die Person der intuitivste sein könnte.
Jetzt aber zu den Zahlen von 2016:
Kleine Anmerkung zu den beiden letzten Grafiken: In diesem Jahr habe ich die Zeitachse gedreht, damit die aktuellen Zahlen gut sichtbar vorne liegen und die Vergangenheit langsam hinten verblassen kann.
Ich mache ja gerne Dinge selbst. Dazu braucht man zum einen etwas Neugier, zum anderen darf man auch keine Angst davor haben, Dinge kaputt zu machen. Trotzdem sollte man wissen, wo die eigenen Grenzen liegen. Manchmal lohnt es sich aber, die bisherigen Grenzen etwas auszuweiten und Neues zu probieren.
Deshalb habe ich in diesem Jahr das Geld, welches ich üblicherweise jährlich für den Klavierstimmer bezahle, in diesem Jahr in ein bisschen Ausrüstung und Werkzeug investiert und beschlossen, mein Klavier selbst zu stimmen. Werkzeug und Ausrüstung allein reicht da allerdings nicht, ein bisschen Ahnung sollte man schon auch mitbringen, und da fängt das eigentliche Problem an. Das Stimmen eines Klaviers ist alles andere als trivial, was an ganz verschiedenen Dingen liegt, auf die ich im Detail hier gar nicht eingehen will. Kurz kann man sagen, dass es keinen simplen Tuner für Klaviere geben kann, denn die Stimmung hängt von sehr vielen instrumentspezifischen Parametern und Eigenschaften ab. Es gibt – anders als bei anderen Instrumenten – noch nicht mal eine mathematisch eindeutig richtig Stimmung eines Klaviers. Und da hat sich Prof. Haye Hinrichsen, ein Physiker hier in Würzburg, vor einiger Zeit ein paar Gedanken gemacht, was dann hinter einer guten Stimmung stecken könnte. Sein Ansatz: Wenn ein Instrument gut gestimmt klingt könnte das daran liegen, dass die Entropie dann kleiner ist als bei einem verstimmten Instrument. Das Prinzip funktioniert offensichtlich besser als alles, was es bis dato an softwaregestützen Stimmverfahren gab. Und wie wir Spielkinder Physiker so sind hat Haye Hinrichsen die Idee in eine Software gepackt und diese für alle gängigen Plattformen kostenlos zur Verfügung gestellt: Voilà, der Entropie-Piano-Tuner. Vielen Dank!
Das Stimmen mit der Software geschieht in drei Schritten:
Instrument analysieren. Dazu muss man jeden Ton des Klaviers mit der Software aufnehmen. Ein ordentliches Mikrofon ist nicht ganz unwichtig.
Stimmung berechnen. Hat man jeden Ton des Klaviers gesampelt, dann kann die Software daraus easy die ideale Stimmung berechnen. Also easy für den Benutzer, nicht für das Programm. Das ganze ist ein recht komplexes, aber machbares Minimierungsverfahren.
Klavier stimmen. Jetzt braucht man einen Stimmhammer, ein paar Keile zum dämpfen einzelner Saiten und etwas Zeit und Übung. Man sich jede einzelne Saite vor, spielt sie an und schaut, wie gut die Stimmung passt. Muss man einen Ton verändern ist das bei den tiefen Tönen noch recht einfach, weil tiefe Töne nur eine einzige Saiten haben. Die mittleren Töne haben zwei Saiten und die hohen drei, da ist das mit dem Abdämpfen der anderen Saiten und dem harmonischen Stimmen schon schwieriger. Aber machbar.
In einem Video erklärt Hinrichsen auch nochmal das Prinzip (und schaut dabei sehr lustig in die Kamera 😉 :
Nach insgesamt 2-3 Stunden Gesamtaufwand sah meine Stimmkurve am Ende so aus:
Man sieht zwar noch Abweichungen, aber die sind wirklich minimal und kaum stimmbar. Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden. Wobei ich auch sagen muss, dass mein Klavier noch gut in Stimmung war und nur einzelne Saiten korrigiert werden mussten. Das spricht durchaus für den Algorithmus der Entropie-Minimierung.
Fazit: Wer gerne Sachen selbst macht, keine Angst davor hat, Dinge auszuprobieren, ein bisschen einen Sinn für Musik und die Physik dahinter mitbringt, wer bereit ist, ein paar Euro für die Ausrüstung und etwas Zeit zu investieren, der hat mit dem Entropie-Piano-Tuner eine Software an der Hand, die das Klavier vielleicht nicht mit so viel Charakter versieht, wie es ein Profi-Stimmer könnte, es aber immerhin in einen ordentlich klingenden Zustand bringen und es in diesem halten kann. Mehr braucht man als Hobbypianist eigentlich nicht.
Jedes Wochenende sollte mit einem guten Videoclip eingeläutet werden. Ich hatte einen in der Pipeline und wollte ihn jetzt bloggen, aber dann kam mir doch tatsächlich Heidi Moggadoddezuvor. Egal, denn sie schrieb:
Es geht um Musik, unglaublich faszinierend hergestellte Musik. Mit einer tierischen Murmelmaschine. Manchmal sind Sachen zwar faszinierend gemacht, das eigentliche Ergebnis ist dann trotzdem so lala. Geht mir immer wieder bei virtuosen Musikclips so. Handwerklich unglaublich gut, aber wenn man die Augen zu macht klingt es nach nicht mehr viel. Hier ist das anders. Ich hatte das Video schon in Dauerschleife laufen, weil es eben einfach auch gut klingt. Und weil man es immer wieder anschauen und anhören muss schadet es auch nicht, wenn ich es hier auch noch mal verlinke. Film ab!
Fast vergessen: Der Typ in dem Film ist der schwedische Musiker Martin Molin. Wer mehr über die Maschine erfahren will sollte sich auf Martins Molins Youtube-Kanal umsehen, da gibt es viele Videos zum Bau und zur Funktionsweise des Murmeltiers.
So ziemlich jeder hat wahrscheinlich schon mal in einem Video einen dieser Roboter von Boston Dynamics gesehen, z.B.dieses hundeähnlichen Vieh, welches gut als Lastenträger denkbar ist, oder den schnell rennenden Vierbeiner, dem man besser nicht in freier Wildbahn begegnen möchte.
Im Programm hat Boston Dynamics auch einen humanoiden Roboter, genannt Atlas. Von der neusten Atlas-Version wurde vor einer Woche ein Video veröffentlicht, welches schon ziemlich faszinierend ist. Gestutzt habe ich aber vor allem an dieser Stelle hier bei Minute 1:21:
(Mist, das Einbinden von Videos mit einer bestimmten Startzeit scheint nicht so einfach zu klappen wie gehofft…)
Noch gemeiner wird es bei Minute 2:04, da ärgert der Typ den Roboter nicht nur, sondern stößt ihn wirklich zu Boden. Der Roboter rappelt sich wieder hoch, und man rechnet damit, dass er sich umdreht und auf den Menschen losgeht. Macht er aber nicht. Artig erzogen programmiert, der Gute.
Es ist völlig klar, dass dieser Roboter nur eine Maschine ist, trotzdem fühlt es sich falsch und böse an, wenn jemand ihn ärgert oder gar umstößt. Wer Roboter schubst, der schubst auch kleine Kinder! Oder?
Erinnerst du dich an VHS? Das war früher – kurz vor Einführung der Smartphones – der Standard, um Videos aufzuzeichnen. VHS und ich, wir sind ungefähr gleich alt. Analog zur Audio-Kassette, die ein Großteil der Menschheit auch nur noch aus Märchenerzählungen der Alten kennt, wurden die Daten auf Magnetbändern aufgezeichnet. Das war schon eine sehr clevere Geschichte und ein deutlicher Fortschritt, vergleicht man das bspw. mit Super8-Filmen. Dafür waren die Bänder weniger anschaulich, mit dem Auge konnte man nicht erkennen, ob ein Band bespielt war oder nicht. Wenn man es dann aber in den sog. Videorekorder einlegte, dann sah man, was Sache war. Eine leere Kassette sah dann so aus:
Ich sehe uns Alte schon in wenigen Jahren im Altersheim sitzen, wo man uns fragen wird, womit man uns die Zeit vertreiben darf. Wir werden was von “VHS” stammeln, die Jungen werden ratlos die Achseln zucken, “VHS” bei Youtube eingeben und uns dieses Video vorspielen. In Dauerschleife. Dann werden wir Alten in Erinnerungen schwelgen, uns wieder jung fühlen und glücklich sein. Und die Jungen werden mir dankbar sein für dieses Video.
Wozu das gut ist? Nerdige Spielerei, würde ich sagen. Genauso Spielerei wie das hier:
Ich mag Mathe ja ganz gern und folge daher dem Youtube-Kanal Numberphile. Manchmal taucht in den Videos auch Matt Parker auf. So bin ich auf ein Video gestoßen, in dem Matt als Stand-up Comedian über Tabellenkalkulationen phantasiert. Sehr unterhaltsam (für Leute wie mich):
Bilder sind also auch nichts anderes als Tabellen, meint er. Und hat natürlich Recht damit. Nebenbei zeigt er noch ganz schön, wie “billig” das bei heutigen Smartphone-Displays gelöst ist, bei denen jedes Pixel eigentlich aus drei getrennten farbigen Punkten besteht, die das Auge eben einfach nicht mehr auflösen kann und somit als eine einzige Farbe interpretiert. Ganz normales RGB, aber gemischt im Auge.
Und um das alles zu demonstrieren baut er diese RGB-Zusammensetzung mal einfach in Excel nach. Feine Idee. Ich hab das obige Instagram-Foto mal durch seinen Spreadsheet Converter gejagt, und hier ist das Ergebnis (Download als .xlsx-Datei):
Nachrichten schauen ist Bürgerpflicht, finde ich. Dabei muss der pflichtbewusste Bürger aber aufpassen, dass er nicht schwer depressiv wird bei all dem, was er da so zu sehen bekommt. Es scheint kein Zweifel daran zu bestehen, dass die Welt “in den Arsch geht” (ups, ugs.). Manchen Christen passt das insgeheim sogar ganz gut in den Kram: Gott hat die Welt perfekt gemacht, aber seit der Mensch seine Finger mit im Spiel hat ist unaufhaltsame Degeneration angesagt. Und irgendwann später wird Gott dann mit einem großen Knall alles wieder gut machen. Reset. Aber nur mit den richtigen Leuten, versteht sich, sonst läuft er Gefahr, dass das gleiche Problem nochmal auftritt.
Gewalt ist im Laufe der Geschichte immer weiter zurückgegangen. Und zwar alle möglichen Formen der Gewalt: Kriege, Morde, Folter, Hinrichtungen, Vergewaltigungen, häusliche Gewalt. Diese Dinge gibt es natürlich noch immer. Aber wir dürften heute in der friedlichsten Epoche leben, seit unsere Spezies existiert.
Man mag das kaum glauben, das widerspricht völlig unserem täglichen Gefühl, nach dem eigentlich alles immer noch schlimmer wird. Der Grund ist, dass gute Nachrichten eben keine Nachrichten sind und sich immer genug Material finden wird, um die Tagesschau zu füllen. Sogar im Sommerloch. Gerhard Polt lässt in seinem Stück “Das Gespenst des Pazifismus” mal eine seiner Figuren über die Pazifisten herziehen und trifft dieses Problem dabei ganz gut:
“Diese Pazifisten haben ja noch nie einen Krieg verhindert. Oder können Sie mir irgendeinen Krieg nennen, den wo die verhindert hätten?”
(Gerhard Polt)
Die Beobachtung einer positiven Tendenz ist natürlich kein Grund, um sich zurückzulehnen, im Gegenteil. Aber trotzdem finde ich es wichtig und gesund, ab und zu den Blick abzuwenden von Internet, Fernsehen und Zeitungen und den großen, hoffnungsvollen Blick darüber hinaus zu wagen.
Vor nicht all zu langer Zeit hatte ich das erste Bauteil in der Hand, welches ich selbst in Autodesk Inventor konstruiert hatte*. Das ist schon ein erhebendes Gefühl, so etwas “erschaffen” zu haben. Aber alles kein Vergleich zu dem, was dieser Herr hier am Rechner zusammengeschustert und dann gedruckt hat:
Vor Jahren habe ich mal gesehen, wie Audi Autos zusammenbaut. Ein beeindruckend komplexes Unterfangen. Aber wir wissen ja, in der Lego-Welt ist alles etwas einfacher. Wenn auch nicht ganz so einfach, dass ich es über Weihnachten mal eben in Mindstorms nachbauen könnte:
Dieser Luksan Wunder (@WTFabrik) ist hilfsbereit, und er hat Humor. Auf seinem Youtube-Kanal lehrt er uns die korrrrekte Aussprache von schwierigen Wörtern. Mit Beispielsatz:
Die richtige Aussprache von schwierigen deutschen Wörtern und Fremdwörtern – mit Beispielsatz.