Autorenarchiv: dasaweb

Über dasaweb

Blog von einem dieser Daniels: Volgelstraußartiger Friedolin, der auf die Backen braucht. (Props to Felix Blume.)

How does he bike with balls that big?

Als Mountainbiker kennt man dieses Gefühl: Nach dem Ritt nach unten steht man voll Adrenalin da, schaut zurück und so langsam dämmert es einem, dass man diesen Berg eigentlich nicht so runterballern wollte. Vermutlich ging es dem Mountainbike-Profi Kelly McGarry nicht so, als er sich das Video seiner Helmkamera später angesehen hat. Ich befürchte, er wollte das genau so fahren, incl. des Backflips über eine 21m breite Schlucht. Irgendwer schrieb mal zu einem anderen kranken Downhill-Video:

How does he bike with balls that big?

Das gilt hier auch:

Immer online mit AT&T?

Vor einigen Wochen war ich für eine Woche in Kalifornien unterwegs. Musste mobil erreichbar sein und brauchte darüber hinaus vor allem für Navigationszwecke ein bisschen mobiles Internet. Im dritten AT&T-Shop wurde mir dann auch schon geholfen und für $30 eine Prepaid-Karte verkauft, die unter anderem ganze 50MB Datenvolumen beinhaltete. Sollte für diese Zeit und für diesen Zweck locker reichen, wenn man das mobile Internet nur dann anschaltet, wenn man es braucht. So der Plan.

AT&T hat aber offenbar andere Pläne. Nach Einlegen und Aktivieren der SIM-Karte war es mir mit meinem Nexus 4 nicht mehr möglich, irgend eine Datenverbindung abzuschalten. WLAN deaktivieren: Ging nicht. Mobiles Internet deaktivieren: Ging nicht. Flugmodus aktivieren: Ging nicht. Egal, was ich schaltete, nach ein paar Sekunden hat es sich wieder umgestellt. So kommt man mit 50MB natürlich nicht weit.

Datenlimit in Android

Lösung: In den Einstellungen für den Mobilfunk die Limitierung des Datenverbrauchs aktivieren und das Limit unterhalb des aktuellen Verbrauchs schieben (siehe Bsp. im Screenshot). Dann ist  zwar alles aktiv, aber Android verhindert trotzdem, dass vom Datenvolumen genuckelt wird.

Bei der ganzen Sache habe ich noch was nettes gelernt: Man kann mit Google Maps ziemlich gut offline navigieren. Daten an, Navigation berechnen lassen, Daten aus und losfahren. Klappt erstaunlich gut, auch wenn man sich mal etwas verfährt. Vermutlich geht das nur, wenn man sich vorher die Karten offline speichert. Aber das empfiehlt sich für einen solchen Fall sowieso.

Die Mondverschwörung

Sie: “Wenn also hier ein energetisches Netzgitter aufgebaut ist mit Plutonium, alle Leute verchipt sind, die Chemtrails dazwischen, auch wieder mit Plutonium, mit Mikrochips abgefüllt, dann drehen die den Schalter, und dann werden wir umgepolt, wir können uns da nicht mal mehr dagegen wehren!”
Er: “Ich bin fassungslos.”

“Einfach ausgedrückt: Wir haben vor uns ja ein multi-plus-minus-unendliches Makro-Multiversum. Es ist unbegreiflich. Aber unendlich. Aber – und jetzt kommt es – andereseits auch ein Multi-Mikroversum.”

Zwei repräsentative Zitate aus dem schon etwas älteren, von mir aber erst kürzlich (endlich) gesehen Film Die Mondverschwörung. Ein schräger “Dokumentarfilm” über eine krude Mischung zwischen Esoterik und Rechtsextremismus, offengelegt von einem an sich schon sehenswerten Reporter mit amerikanischem Slang, dessen größte Leistung es ist, nie laut loszulachen.

Kleiner Einblick:

Weiterlesen

Akustischer Synthesizer

Un-glaub-lich. Wenn man sich diese Videos ansieht ist einem anfangs gar nicht klar, was da so besonders sein soll: Jemand spielt auf einer Akustik-Gitarre, und die Töne, die man dann hört, sind massiv modifiziert. Klar, Kabel rein, Effekte drauf und ab damit auf den Lautsprecher. So läuft das normal. Hier nicht. Hier wird noch mit echter Physik gearbeitet:

Kein Kabel, kein Lautsprecher, nix. Mit kleinen Magnetfeldern werden die Schwingungen der Saiten so modifiziert, dass die Gitarre akustisch diese Sounds ausgibt.

Hier noch ein Filmchen von ein paar Gitarristen, die das Teil erstmals in die Hand bekamen und teils etwas ungläubig reagierten:

Weiterlesen

Nabenmotor 2.0: FlyKly

Die Idee, dass man in die Nabe eines Rades eine Kombination aus Elektromotor und Akku bastelt, um damit relativ leicht ein normales Fahrrad zu einer Art Pedelec aufzurüsten ist alles andere als neu. FlyKly hat diese Idee aber deutlich weiter gedacht, uns das gefällt mir. Sie machen so ein Ding schön und pimpen es z.B. mit einer Smartphone-Steuerung inklusive clevere Schloss-Funktion (die jedenfalls für ein schnelles kurzes Abschließen reichen sollte). Hier das Konzept:

Weiterlesen

#phonebloks – Ein Baukastenhandy

Wertstoffhöfe bereiten mir fast körperliche Schmerzen. Was da alles an noch funktionsfähigen oder leicht reparierbaren Dingen im Müll landet finde ich unerträglich. Man kann nur hoffen, dass die Wertstoffe tatsächlich als solche in neuen Produkten wiederauferstehen. Ich bin daher auch jemand, der gerne viel Zeit ins Reparieren von allen möglichen Dingen steckt, manchmal vielleicht sogar etwas zu viel…

Ich liebe Normen und technische Standards, weil sie es ermöglichen, Dinge leicht zu reparieren, zu erweitern, zu oder zu kombinieren. Gewöhnliche PCs sind ein Paradebeispiel von einigermaßen gut zusammenarbeitenden, aber von unterschiedlichen Herstellern stammenden Komponenten. Aber eben nur einigermaßen, denn jeder Windows-Nutzer kennt die Probleme, die dadurch entstehen, dass Microsoft den Ehrgeiz besitzt, ein System zu entwickeln, was auf so ziemlich jedem Rechner läuft, den irgend ein Teenager im Keller mal eben so zusammengeschustert hat. (Genauso gut kennt jeder Leser meiner Zeilen das Problem vom Schachtelsätzen.)

Jetzt stellt jemand einen Entwurf für ein Handy vor, das man nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen kann: Jeder so, wie er sich seine Komponenten eben wünscht. Die Idee ist nicht neu, aber klasse umgesetzt. Ich denke, dass auch das Zusammenspiel der Komponenten technisch in den Griff zu bekommen wäre, wenn ein Wille zu seinem solchen Konzept da wäre. Hier das Video:

Weiterlesen

142857

Klausur im Leistungskurs Physik. Wir Schüler waren mit den Gedanken bei unseren Aufgaben, der Kursleiter Herr J.F. hatte anderes zu tun und durch die Reihen schlurfend offenbar seinen Spaß. Auf einmal wurde er unruhig und sah sich gezwungen, uns kurz zu unterbrechen, um uns etwas Dringendes mitzuteilen. Es seien “ungefähr 42,857142857142…%” von uns sieben Schülern Linkshänder, das habe er eben festgestellt.

Wie bitte? Während der restlichen Zeit beschäftigten mich neben den Fragen der Klausur zwei weitere. Erstens: Warum unterbricht er uns, um uns so etwas unglaublich wichtiges mitzuteilen? Und zweitens: Wie kommt er im Kopf auf diese Zahl? Die erste Frage ist bis heute unbeantwortet, die zweite wurde uns von ihm mit spitzbübischem Grinsen direkt im Anschluss erklärt:

  • 1/7 = 0,142857…
  • 2/7 = 0,285714…
  • 3/7 = 0,428571…
  • 4/7 = 0,571428…
  • 5/7 = 0,714285…
  • 6/7 = 0,857142…

Got it? Ich konnte seine Begeisterung verstehen. Und eben sah ich dann dieses Video auf Numberphile, in dem die Sache mit den “Cyclic Numbers” noch viel weiter getrieben wird. Unglaublich. Egal was du gerade tust, du musst dich dadurch unterbrechen lassen. Wir mussten damals auch.

Fachmann für Transportsysteme

Gestern gab das Nobelpreis-Kommitee die Gewinner des diesjährigen Medizin-Nobelpreises bekannt, zwei US-Amerikaner teilen sich den Preis mit einem Deutschen namens Thomas Südhof. Die drei sind offenbar Fachleute für Transportsysteme. In Zellen und zwischen Zellen. Zellen sind extrem komplexe Tierchen, in ihnen muss wahnsinnig viel Material just in time von A nach B geschafft werden, sonst funktioniert da nichts. Und Thomas Südhof hat Pionierarbeit geleistet für das Verständnis dieser Transportsysteme.

Jetzt könnte man meinen, dass ein Mann wie Thomas Südhof gut orientiert sein sollte. Wer sich den ganzen Tag mit Transporten beschäftigt, der muss die Übersicht behalten. Der muss wissen, was wann wo ist. Und wer schon “Süd”-hof heißt, dem scheint eine gewisse Orientierung in die Wiege gelegt zu sein.

Und jetzt das. Die Zeit schrieb gestern Abend, dass Südhof nicht ganz klar ist, wohin er selbst eigentlich gehört. Ob er deutscher Staatsbürger ist oder nicht. Ok, ist auch nicht so wichtig, könnte man meinen, immerhin weiß er, dass er jetzt (auch?) Amerikaner ist und sich in Amerika befindet. Von dort aus kann man sich doch gut weiter orientieren. Aber die Zeit schreibt weiter:

Südhof erreichte die Nachricht der Auszeichnung im Auto in Spanien. “Ich dachte, es wäre mein Freund, der anruft. Ich habe mich nämlich ein bisschen verfahren. Es tut mir leid, das ist ein bisschen unerwartet”, so seine Reaktion. “Ist das Ihr Ernst?”, habe er den Anrufer im Auftrag des Nobel-Komitees gefragt. “Oh mein Gott!”

Oh mein Gott.

Dummheit stirbt nicht aus

Dummheit stirbt nicht aus, das sagt man jedenfalls so. Komisch eigentlich, laut Evolution sollten manche Arten zu sterben relativ schnell aussterben. Die Gesellschaft der Metro Trains (Melbourne, Australien) sieht das anders und will aufklären, speziell über unachtsames Verhalten im Zusammenhang mit Zügen. Das hat sie im November 2012 mit einer etwas makaberen, aber wie ich finde sehr schön gemachten Kampagne getan. Ich erzähle das deshalb, weil in dieser Woche das Android-Spiel dazu im Play-Store erschienen ist (hier für iOS). Ein typisches Handyspiel, was für zwischendurch, schlicht und schön gemacht. Tipp!

Es lohnt sich auch, die Webseite der Kampagne anzusehen und ein bisschen auf den Figuren herumzuklicken ;o)

Nicht fehlen darf natürlich noch der Song mit Ohrwurmpotential:

https://www.youtube.com/watch?v=IJNR2EpS0jw

(Der Song als mp3, als Instrumental, als Klingelton)