Archiv der Kategorie: Allgemein

Akustischer Synthesizer

Un-glaub-lich. Wenn man sich diese Videos ansieht ist einem anfangs gar nicht klar, was da so besonders sein soll: Jemand spielt auf einer Akustik-Gitarre, und die Töne, die man dann hört, sind massiv modifiziert. Klar, Kabel rein, Effekte drauf und ab damit auf den Lautsprecher. So läuft das normal. Hier nicht. Hier wird noch mit echter Physik gearbeitet:

Kein Kabel, kein Lautsprecher, nix. Mit kleinen Magnetfeldern werden die Schwingungen der Saiten so modifiziert, dass die Gitarre akustisch diese Sounds ausgibt.

Hier noch ein Filmchen von ein paar Gitarristen, die das Teil erstmals in die Hand bekamen und teils etwas ungläubig reagierten:

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Nabenmotor 2.0: FlyKly

Die Idee, dass man in die Nabe eines Rades eine Kombination aus Elektromotor und Akku bastelt, um damit relativ leicht ein normales Fahrrad zu einer Art Pedelec aufzurüsten ist alles andere als neu. FlyKly hat diese Idee aber deutlich weiter gedacht, uns das gefällt mir. Sie machen so ein Ding schön und pimpen es z.B. mit einer Smartphone-Steuerung inklusive clevere Schloss-Funktion (die jedenfalls für ein schnelles kurzes Abschließen reichen sollte). Hier das Konzept:

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#phonebloks – Ein Baukastenhandy

Wertstoffhöfe bereiten mir fast körperliche Schmerzen. Was da alles an noch funktionsfähigen oder leicht reparierbaren Dingen im Müll landet finde ich unerträglich. Man kann nur hoffen, dass die Wertstoffe tatsächlich als solche in neuen Produkten wiederauferstehen. Ich bin daher auch jemand, der gerne viel Zeit ins Reparieren von allen möglichen Dingen steckt, manchmal vielleicht sogar etwas zu viel…

Ich liebe Normen und technische Standards, weil sie es ermöglichen, Dinge leicht zu reparieren, zu erweitern, zu oder zu kombinieren. Gewöhnliche PCs sind ein Paradebeispiel von einigermaßen gut zusammenarbeitenden, aber von unterschiedlichen Herstellern stammenden Komponenten. Aber eben nur einigermaßen, denn jeder Windows-Nutzer kennt die Probleme, die dadurch entstehen, dass Microsoft den Ehrgeiz besitzt, ein System zu entwickeln, was auf so ziemlich jedem Rechner läuft, den irgend ein Teenager im Keller mal eben so zusammengeschustert hat. (Genauso gut kennt jeder Leser meiner Zeilen das Problem vom Schachtelsätzen.)

Jetzt stellt jemand einen Entwurf für ein Handy vor, das man nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen kann: Jeder so, wie er sich seine Komponenten eben wünscht. Die Idee ist nicht neu, aber klasse umgesetzt. Ich denke, dass auch das Zusammenspiel der Komponenten technisch in den Griff zu bekommen wäre, wenn ein Wille zu seinem solchen Konzept da wäre. Hier das Video:

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142857

Klausur im Leistungskurs Physik. Wir Schüler waren mit den Gedanken bei unseren Aufgaben, der Kursleiter Herr J.F. hatte anderes zu tun und durch die Reihen schlurfend offenbar seinen Spaß. Auf einmal wurde er unruhig und sah sich gezwungen, uns kurz zu unterbrechen, um uns etwas Dringendes mitzuteilen. Es seien “ungefähr 42,857142857142…%” von uns sieben Schülern Linkshänder, das habe er eben festgestellt.

Wie bitte? Während der restlichen Zeit beschäftigten mich neben den Fragen der Klausur zwei weitere. Erstens: Warum unterbricht er uns, um uns so etwas unglaublich wichtiges mitzuteilen? Und zweitens: Wie kommt er im Kopf auf diese Zahl? Die erste Frage ist bis heute unbeantwortet, die zweite wurde uns von ihm mit spitzbübischem Grinsen direkt im Anschluss erklärt:

  • 1/7 = 0,142857…
  • 2/7 = 0,285714…
  • 3/7 = 0,428571…
  • 4/7 = 0,571428…
  • 5/7 = 0,714285…
  • 6/7 = 0,857142…

Got it? Ich konnte seine Begeisterung verstehen. Und eben sah ich dann dieses Video auf Numberphile, in dem die Sache mit den “Cyclic Numbers” noch viel weiter getrieben wird. Unglaublich. Egal was du gerade tust, du musst dich dadurch unterbrechen lassen. Wir mussten damals auch.

Fachmann für Transportsysteme

Gestern gab das Nobelpreis-Kommitee die Gewinner des diesjährigen Medizin-Nobelpreises bekannt, zwei US-Amerikaner teilen sich den Preis mit einem Deutschen namens Thomas Südhof. Die drei sind offenbar Fachleute für Transportsysteme. In Zellen und zwischen Zellen. Zellen sind extrem komplexe Tierchen, in ihnen muss wahnsinnig viel Material just in time von A nach B geschafft werden, sonst funktioniert da nichts. Und Thomas Südhof hat Pionierarbeit geleistet für das Verständnis dieser Transportsysteme.

Jetzt könnte man meinen, dass ein Mann wie Thomas Südhof gut orientiert sein sollte. Wer sich den ganzen Tag mit Transporten beschäftigt, der muss die Übersicht behalten. Der muss wissen, was wann wo ist. Und wer schon “Süd”-hof heißt, dem scheint eine gewisse Orientierung in die Wiege gelegt zu sein.

Und jetzt das. Die Zeit schrieb gestern Abend, dass Südhof nicht ganz klar ist, wohin er selbst eigentlich gehört. Ob er deutscher Staatsbürger ist oder nicht. Ok, ist auch nicht so wichtig, könnte man meinen, immerhin weiß er, dass er jetzt (auch?) Amerikaner ist und sich in Amerika befindet. Von dort aus kann man sich doch gut weiter orientieren. Aber die Zeit schreibt weiter:

Südhof erreichte die Nachricht der Auszeichnung im Auto in Spanien. “Ich dachte, es wäre mein Freund, der anruft. Ich habe mich nämlich ein bisschen verfahren. Es tut mir leid, das ist ein bisschen unerwartet”, so seine Reaktion. “Ist das Ihr Ernst?”, habe er den Anrufer im Auftrag des Nobel-Komitees gefragt. “Oh mein Gott!”

Oh mein Gott.

Dummheit stirbt nicht aus

Dummheit stirbt nicht aus, das sagt man jedenfalls so. Komisch eigentlich, laut Evolution sollten manche Arten zu sterben relativ schnell aussterben. Die Gesellschaft der Metro Trains (Melbourne, Australien) sieht das anders und will aufklären, speziell über unachtsames Verhalten im Zusammenhang mit Zügen. Das hat sie im November 2012 mit einer etwas makaberen, aber wie ich finde sehr schön gemachten Kampagne getan. Ich erzähle das deshalb, weil in dieser Woche das Android-Spiel dazu im Play-Store erschienen ist (hier für iOS). Ein typisches Handyspiel, was für zwischendurch, schlicht und schön gemacht. Tipp!

Es lohnt sich auch, die Webseite der Kampagne anzusehen und ein bisschen auf den Figuren herumzuklicken ;o)

Nicht fehlen darf natürlich noch der Song mit Ohrwurmpotential:

https://www.youtube.com/watch?v=IJNR2EpS0jw

(Der Song als mp3, als Instrumental, als Klingelton)

Die Wahl zwischen Kasperl und Seppl

Anlässlich der heuten Landtagswahl hier in Bayern und der anstehenden Bundestagswahl in einer Woche will ich hier mal für einen Künstler werben, der es wert ist, beworben zu werden: TEX. (Webseite, Blog, Twitter, Facebook, Wikipedia, Musiker-Steckbrief bei TV Noir).

TEX ist als Initiator und Moderator der unvergleichlichen Musikshow TV Noir auf meinem Radar erschienen. Dass er auch selbst Musik macht wusste ich, konnte mit seinen Songs lange aber nicht besonders viel anfangen. Das hat sich schlagartig geändert, als ich ihn bei einem Konzert im Cairo erlebte. Gepackt haben mich vor allem seine TEX-te (haha).

Genug der Vorrede, eigentlich wollte ich doch nur einen TEX-Song zur Wahl vorstellen. Titel: “Sie haben die Wahl” (Lyrics). Der Song hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Spiel aber bei TEX keine Rolle, denn alle seine Songs sind eher neuere Songs, er schreibt (laut eigenen Aussagen) extrem langsam. Jetzt aber:

Es gibt auch eine musikalisch abgespeckte Live-Version aus der TV Noir-Show

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Dezenter Schalthinweis

Mich nerven bei einigen Autos diese aufdringlichen Hinweise im Display, die mich noch im untertourigen Bereich durch Erzeugung eines schlechten Gewissens zum Schalten bewegen wollen. Nicht, dass ich den Hinweis an sich nicht sinnvoll finden würde, aber ich fühle mich belästigt und abgelenkt, wenn da ständig eine Art Warnhinweis außerhalb meines eigentlichen Sichtfeldes nach Aufmerksamkeit verlangt.

Im folgenden Video wird ein Prototyp eines Schaltknopfes gezeigt, der diesen Schalthinweis haptisch übermittelt, indem der Schaltknopf im richtigen Moment vibriert. Realisiert wird das mit einer offenen Plattform, die bei Ford genutzt werden kann: OpenXC

Der Schaltknopf an sich wurde übrigens mit einem 3D-Drucker erzeugt.

Analoge Lücke

Über Sinn und Unsinn von DRM kann man sich lange Abende streiten. Mancher ist damit schon gescheitert, aber an vielen Stellen ist DRM immer noch Standard. Ich war letztes Jahr sehr nah dran, mir einen Kindle zu kaufen, aber letztendlich hat mich das ziemlich geschlossene und geschützte System dann doch davon abgehalten.

Allerdings gibt es bei geschützten Inhalten immer eine Option, die Daten von ihrem Kopierschutz zu befreien: Die analoge Lücke. Ein Musikstück kann noch so gut geschützt sein, ich kann immer ein Mikro an den Lautsprecher stellen und mitschneiden. Oder einen DRM-geschützen Film mit der Kamera abfilmen. Oder ein DRM-geschütztes eBook abtippen. Peter Purgathofer (@peterpur), hat dieses Abtippten von eBooks jetzt etwas professionalisiert, nur zu Demonstrationszwecken versteht sich.
Dazu hat er seinen Kindle vor die Webcam seines Rechners gesetzt und einen kleinen Lego-Mindstorms-Roboter gebaut, der nichts anderes macht, als bei seinem Kindle zunächst eine Seite weiter zu blättern und anschließend am Rechner eine Taste zu drücken, um einen Screenshot zu erstellen, aus dem dann mit Hilfe einer OCR-Software der Text extrahiert wird. Ein sehr nettes Beispiel zur Demonstration der analogen Lücke wie ich finde:

Pebble vs. Galaxy Gear

Keine Frage, die Zeit der Smartwatch ist gekommen. Ich bin seit April stolzer Besitzer und Nutzer eine Pebble, einer Smartwatch, die über Kickstarter finanziert wurde und das bis dahin erfolgreichste Projekt auf Kickstarter war. In 37 Tagen hat man dort 10 Millionen US-Doller gesammelt, angepeilt waren anfangs 100.000 US-Dollar. Man stand daher letztes Jahr vor der Aufgabe, statt ein paar hundert fast 70.000 Uhren produzieren zu müssen. Klar, dass das ein anderes Spiel ist und sich die Organisation der Massenproduktion ziemlich in die Länge gezogen hat.

Weniger verständlich ist aber, dass Pebble es bis heute nicht geschafft hat, die Uhren zuverlässig nach Deutschland zu liefert. Man hat die Uhren in fast 200 Länder ausgeliefert, nur in Deutschland hat man massive Probleme mit dem Zoll. Wie meine Uhr da durch die Maschen gerutscht ist bleibt ein Geheimnis, ich muss das aber auch nicht verstehen. Pebble geht das Problem gerade irgendwie ziemlich undurchsichtig an, gute Informationspolitik ist nicht gerade ihre Stärke… Sehr ärgerlich und für mich unverständlich, warum man das nicht schneller auf die Reihe bekommt.

Auf der IFA in Berlin hat Samsung nun als erster großer Hersteller (stimmt nicht ganz, Sony hatte auch schon mal eine präsentiert) seine Interpretation einer Smartwatch vorgestellt, die Galaxy Gear. Hier mal die in meinen Augen zentralen Punkte, warum ich das Konzept der Pebble dem der Galaxy Gear für überlegen halte:

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