Dieses Video hat ein gewisser Jerobeam Fenderson mit einem handelsüblichen Oszilloskop generiert. Für ihn nichts besonderes, er zeigt seine Oszilliscope Music sogar in Live-Shows. Für mich aber schon.
Eigentlich wollte ich mal versuchen, die Tonspur des Videos auf ein normales Oszi zu legen und zu schauen, ob ich das nachkochen kann. Allerdings erklärt er auf seinem Blog, warum das vermutlich nicht (befriedigend) funktionieren wird. Also lasse ich es. Es fasziniert mich auch so schon genug. Auch wenn es meinem Physiklehrer Hr. Fuhrmeister vor vielen Jahren nicht wirklich gelungen ist, mich für die dahinter stehenden Lissajouos-Figuren zu begeistern, von denen er dagegen fast kindlich begeistert war.
Angeblich leben wir in unglaublich schnellen Zeiten. Doch manchmal ist es schon erstaunlich, wie langsam sich die Menschheit sogar bei den einfachsten Dingen weiterentwickelt. Vor dreieinhalb Jahren schrub ich folgendes:
Manchmal kämpfe ich wirklich mit Steckern beim Einstecken in die Steckdose. Ich drehe in alle Richtungen und werde fast wahnsinnig, weil der Stecker nicht rein will. Dieser Ansatz hier will da Abhilfe schaffe und geht in die richtige Richtung: Er ermöglicht das Einstecken des Steckers in vielen (nicht allen) Winkeln. Feine Idee soweit.
Trotzdem ist sie ausbaufähig: Steckdosen könnten darüber hinaus noch selbstzentrierend sein, sie bräuchten also in irgend einer Weise eine konische Form. Das würde den Einsteckvorgang noch deutlich optimieren!
Ich hoffe, da kommt noch mal jemand drauf, der ehrgeiziger ist als ich…
Und zack, nur wenige Jahre später ist es schon soweit! Naja, erst mal nur ein Designentwurf. Ob ich die DIN-Norm dazu noch erleben werde…
if (in_array(‘Fotografie’, $deine_interessen) && in_array(‘Technik’, $deine_interessen)) {schau_dir_das_mal_an(”
Du kennst den Rolling-Shutter-Effekt und weißt auch, dass dieser sowohl beim Auslesen von Bildsensoren in Digitalkameras jeder Art auftritt, aber dass der Name eigentlich vom analogen Shutter in einer Spiegelreflexkamera kommt. Die Slo Mo Guys haben das jetzt mit 10.000 Frames pro Sekunde bei unterschiedlichen Belichtungszeiten gefilmt. Sehenswert!
Wie gesagt, auch Kameras ohne Shutter zeigen diesen Effekt, wird im Video ja auch angesprochen. Das kommt daher, dass der Bildsensor nicht gleichzeitig, sondern zeilenweise ausgelesen werden muss. Somit entsteht auch da das Bild nicht zu einem festen Zeitpunkt. Hab das vor ein paar Jahren mal mit dem Handy bei einer langweiligen Busfahrt auf der Autobahn ausprobiert:
Vom “Tanzen” hatten wir es ja gerade erst. Und das Thema “Ampeln” ist so ein Dauerbrenner auf diesem Blog. Muss wohl daran liegen, dass Ampeln einfach nicht wirklich ausgereift sind. Oder sagen wir es so: Ampeln haben sehr viel Potential, das durch Kreativität noch ausgeschöpft werden könnte. Diesmal geht es aber nicht um einen sinnvollen konzeptionellen Ausbau des Ampelsystems, sondern einfach nur um eine nette Idee gegen die Langeweile beim Warten. “User-generated content” ist das Stichwort:
Gestern wollte ich an meiner Soundkarte etwas ausprobieren und habe dazu ein völlig beliebiges MP3 von meiner Festplatte abgespielt. Die zufällige Wahl fiel auf “Tanzen” von Herbert Grönemeyer. Nicht dass ich ein eingefleischter Grönemeyer-Fan wäre, aber manche Sachen von ihm haben es tatsächlich geschafft, sich dauerhaft auf meiner Platte einzunisten. Dieses “Tanzen” stammt von 1986. Eine komplett andere Zeit. Und trotzdem entwickelte es gestern beim Hören eine Aktualität, die fast etwas Gespenstisches hatte. Am Abend spielte Grönemeyer dann auch noch bei dem Konzert für Toleranz an der Frauenkirche in Dresden…
Hier ein Ausschnitt aus dem Text, der leider all zu gut zu der Stimmung der letzten Wochen passt. Dabei ist Grönemeyers Kritik an manchen christlich-religiösen Gruppen sogar noch zu kurz gegriffen, wie z.B. die Ereignisse um Heidi Mund zeigen.
Asylanten weisen wir vor unsere Schranken
So verfolgt kann keiner sein
Deutschland wird allzusehr als Paradies missverstanden
Wir lassen einfach keinen mehr rein
Wir sind Christen, falten unsere Hände
Schließen dabei die Augen zu
Wir preisen Gott und die geistige Wende
Wir spielen blinde Kuh
Wir wollen unsere Herren loben Alles Gute kommt von oben
Hätte nicht gedacht, dass ich hier mal einen Grönemeyer-Song zum (genauen Zu-) Hören empfehle, aber was soll’s. Hier die meiner Meinung nach schönste Version des Songs:
Wenn wir schon dabei sind: Dass der Song wirklich aus einer ganz anderen Zeit stammt zeigt eindrucksvoll diese Live-Version:
Politische Entscheidungen und Positionen müssen politisch begründet werden, nicht ökonomisch. Von daher ist es schnurzpiepegal, was Migration (oder Umweltschutz oder Diversität oder oder oder) kostet oder bringt. Allein, diese Fragen so zu diskutieren, ist schon zutiefst unpolitisch.
Wenn man unschuldige Passanten auf der Straße danach fragen würde, was wohl eine Fouriertransformation ist, dann würde man vermutlich von dem einen oder anderen für einen esoterischen Spinner gehalten werden. Dabei wäre den Leuten nicht klar, dass beim Hören der Frage in ihrem Ohr genau eine solche Fouriertransformation stattgefunden hat: Der Schall, der auf ihr Ohr getroffen ist, bestand aus einer Überlagerung von vielen Sinus-Schwingungen, die sich in der Luft als Druckschwankungen ausgebreitet haben und schließlich auf’s Ohr getroffen sind. Was wir aber wahrnehmen ist nicht die Überlagerung von Sinusschwingungen, sondern Töne. Spielt man auf dem Klavier z.B. einen normalen Dreiklang mit unterschiedlich lauten Tönen (und vereinfacht jetzt mal ganz gewaltig), dann sendet das Klavier (auf einer Zeitachse betrachtet) gleichzeitig drei Sinusschwingungen unterschiedlicher Amplitude aus. Was wir hören sind aber drei unterschiedlich laute Töne, also Frequenzen. Und tataaa: Die drei gewichteten Frequenzen sind die Fouriertransformation (in dieser Richtung würde man es “Fourier-Analyse” nennen) der zeitlichen sinusförmigen Dichteschwankungen der Luft.
Das Ohr kann das also, nahezu in Echtzeit fouriertransformieren. Computer können das auch, üblicherweise verwenden sie die sog. FFT, die “Schnelle Fouriertransformation”. Ohne diese Methodik wären viele simplen technischen Dinge des normalen Alltagslebens nicht möglich.
Ich arbeite seit Jahren mit Magnetresonanztomographie (MRT) und habe immer noch Schwierigkeiten, das Wort schnell und fehlerlos zu schreiben somit viel mit Fouriertransformation zu tun, denn in der MRT werden nimmt man seine Bilder nicht einfach Pixel für Pixel auf, so wie das z.B. eine Digitalkamera tut, sondern man nimmt die Daten im fouriertransformierten Raum des normalen Bildraums auf. Bisher war mir jedoch nicht klar, dass man eine Fouriertransformation auch mit relativ überschaubaren mechanischen Apparaten erzeugen kann. Bill Hammack, der fast schon legendäre EngineerGuy, hat da etwas sehr interessantes ausgegraben: Eine 100 Jahre alte Maschine, die sowohl einen Fourier-Synthese, als auch eine Fourier-Analyse durchführen kann. Natürlich nicht so präzise und schnell wie ein heutiger Rechner, aber dennoch erstaunlich gut. Und wenn du nicht das dicke Buch von Albert Michelson “Harmonic Analyzer” zu der Maschine durchlesen willst (hier als PDF), dann empfehle ich dir die folgenden drei unterhaltsamen Videos. 15 Minuten Zeit sollten über die Feiertage schon mal drin sein für ein bisschen mathematische Grundbildung:
Es wird mal wieder Zeit für schöne Bilder. Über einen alten Beitrag bei The Verge bin ich auf den Rebull Illume-Fotowettbewerb von 2013 gestoßen, wobei mich vor allem die Kategorie “Sequence” fasziniert hat. Hier eine kleine Auswahl von Sequence-Bildern, die fast echter wirken als ein einfacher Schnappschuss. Obwohl sie definitiv aufwendig komponiert und zusammengebastelt wurden kommen sie einem nicht unnatürlich vor. Vermutlich macht das Gehirn beim Betrachten von Bewegungsabläufen etwas ähnliches und vergisst die vergangenen Frames gar nicht so schnell.
In eine ähnliche Richtung gehen die folgenden Lightpainting-Fotos, die ebenfalls Bewegungsabläufe visualisieren. In diesem Fall werden Sportler an interessanten Stellen mit LEDs bestückt und ihr Licht mittels Langzeitbelichtungen aufgenommen. Die Technik ist nicht neu, aber die Bilder sind einfach unglaublich faszinierend. Schön auch, dass die LEDs über die Zeit ihre Farbe verschieben und damit die Zeit kodieren:
Mit der Gravitation ist das ja so eine Sache, richtig verstanden haben wir Physiker sie wohl nicht, so weit ich das verstehe. Aber den klassischen freien Fall, den haben wir so einigermaßen im Griff. Da hat sich ja auch schon ein Galileo Galilei seine Gedanken gemacht. Hartnäckig hält sich die Legende, Galileo habe diverse Gegenstände vom Schiefen Turm von Pisa fallen lassen und dabei Erkenntnisse über die Gravitation gewonnen.
Diese Art von Experimenten laufen jedem Schüler einmal über den Weg: Man lässt irgend welche Gegenstände mit gleicher Masse aber unterschiedlicher Form oder eben gleicher Form und unterschiedlicher Masse fallen und beobachtet, welcher davon früher am Boden auftrifft. Dabei geht es dann um Gravitationskraft, Reibungswiderstand, Auftriebskraft und so. Es leuchtet dann ein, dass im Vakuum weder Reibung noch Auftrieb eine Rolle spielt und somit alle Gegenstände unabhängig von Masse und Form gleichzeitig am Boden auftreffen sollten. Grund dafür ist die Äquivalenz von träger und schwerer Masse. Hätte man – was man in der Schule dann eben nie hat – eine sehr große Vakuumkammer, dann könnte man das sicher schön beobachten.
In der größten Vakuumkammer der Welt wurde das jetzt schön umgesetzt. Feder vs. Bowlingkugel. So klar die Theorie, so faszinierend die Praxis:
Was ich nicht wusste: Bei der Apollo 15-Mission wurde 1971 ein ähnliches Experiment durchgeführt. Technisch viel unaufwendiger und trotzdem sehenswert:
Viele Leute wundert es nicht, dass es im zweiten Video genau so gut klappt wie im ersten. Gehen sie doch davon aus, dass beide in der gleichen Vakuumkammer gedreht wurden…